Neuer EBM: Sprechende Medizin wird gefördert

Ab 1. April 2020 gilt der weiterentwickelte Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM). Ein Ziel der Reform ist es, die sprechende Medizin zu fördern. Die KV Berlin hat bereits Ende Januar mit einer Anpassung des Honorarverteilungsmaßstabs (HVM) die Weichen für die Umsetzung des neuen EBM gestellt.

Dem gesetzlichen Auftrag entsprechend werden Gesprächsleistungen ab 1. April besser vergütet. Davon profitieren vor allem Hausärzte, Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie, Psychosomatik, Neurologie und Nervenheilkunde sowie Kinder- und Jugendpsychiater. Technische Leistungen, zum Beispiel Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen, werden hingegen niedriger bewertet als bisher.

Kein zusätzliches Geld

Für die Reform des EBM gibt es kein zusätzliches Geld, sie muss ausgabenneutral erfolgen. Das hatte der Bewertungsausschuss bereits 2012 in einem Beschluss festgelegt. Die betriebswirtschaftliche Kalkulation der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen wurde an die aktuelle Kostenstruktur der einzelnen Arztgruppen angepasst. Der kalkulatorische Arztlohn erhöht sich ab 1. April von 105.000 Euro auf 117.000 Euro. Die Praxiskosten wurden auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes aktualisiert. Auch die Zeiten, die Ärzte und Psychotherapeuten im Schnitt für eine Behandlung oder Untersuchung benötigen und die ebenfalls in die Leistungsbewertung einfließen, wurden überprüft und angepasst.

Der Aufbau und die Struktur des EBM bleiben von der Reform unberührt. Auch bei der Abrechnung der einzelnen Leistungen ändert sich für Ärzte und Psychotherapeuten ab dem zweiten Quartal 2020 kaum etwas.

Die Vertreterversammlung der KV Berlin hat am 23. Januar 2020 eine HVM-Änderung beschlossen. Danach sollen bei der Berechnung der Vergütungsanteile in den Quartalen 2/2020 bis 1/2021 die berechneten Anpassungsfaktoren mit einer Gewichtung von 50 Prozent berücksichtigt werden. Dadurch sollen die einzelnen Berliner Fachgruppen die Möglichkeit erhalten, ihren Leistungsbedarf stärker am aktuellen EBM auszurichten.

Weitere Informationen zum neuen EBM auf den Seiten der Kassenärztliche Bundesvereinigung.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 23.03.2020

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