Ab 1. April 2020 gilt neues Formular für die Reha-Verordnung

Ab 1. April müssen Ärzte und Psychotherapeuten ein neues Formular verwenden, wenn sie eine medizinische Reha verordnen. Änderungen wurden insbesondere deshalb notwendig, da pflegende Angehörige einen gesetzlichen Anspruch auf stationäre Reha haben, auch wenn es ambulante Angebote gibt.

Das neue Formular wird auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt sein. Ein Ansichtsexemplar und Hinweise zum korrekten Ausfüllen bieten die Vordruckerläuterungen.

Pflegende Angehörige: Ambulant vor stationär gilt nicht

Auf dem geänderten Formular 61 kann (im Teil D unter VI. – Zuweisungsempfehlung) angekreuzt werden, dass einem pflegenden Angehörigen eine stationäre Reha verordnet wird. In diesem Fall ist der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ausnahmsweise nicht zu beachten.

Hintergrund ist ein entsprechender Rechtsanspruch, der mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz 2019 geschaffen wurde. Denn durch die Pflegesituation kann es für pflegende Angehörige schwierig sein, eine ambulante Rehabilitation in den regulären Tagesablauf zu integrieren. Die Änderung wurden ebenfalls in der Reha-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss umgesetzt, die zum 18. März 2020 in Kraft getreten ist.

Angaben zur Unterbringung des Pflegebedürftigen möglich

Neben dem neuen Ankreuzfeld für pflegende Angehörige, können Ärzte künftig auch angeben, ob der Pflegebedürftige während der Rehabilitation in derselben Reha-Einrichtung mit betreut werden soll oder die Versorgung in einer anderen Einrichtung (z.B. Kurzzeitpflege) gewünscht ist.

Weitere Informationen sowie eine tabellarische Übersicht der Änderungen im Detail hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung bereitgestellt.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 23.03.2020

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