COVID-19-Leistungen werden extrabudgetär vergütet

Alle Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlich sind, werden rückwirkend ab 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Das hat der Bewertungsausschluss beschlossen und zudem die Untersuchungsindikation der GOP 32816 angepasst.

Aufgrund der sich weiter ausbreitenden Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland hat der Bewertungsausschuss in der 472. und 473. Sitzung EBM-Änderungen beschlossen.

Angepasste Untersuchungsindikation

Ärzte können die Untersuchungsindikation für eine Testung auf SARS-CoV-2 nach eigenem Ermessen unter Berücksichtigung der Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) stellen (Orientierungshilfe RKI). Die Leistung kann somit auch abgerechnet werden, wenn die Patienten nicht die Falldefinition des RKI erfüllen (Respiratorische Symptome und Kontakt zu einem bestätigten Fall oder innerhalb der letzten 14 Tage Aufenthalt in einem der vom RKI genannten Risikogebiete).

Zum Test selbst konkretisiert der Bewertungsausschuss Folgendes:

  • Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich (wie bei der Influenza-Diagnostik als bevorzugtes Untersuchungsmaterial)
  • trockenes Stäbchen für den Abstrich verwenden

Hinweise zur Abrechnung

Wichtig für die Abrechnung ist, dass alle diese Fälle unbedingt weiterhin mit der Symbolnummer (SNR) 88240 gekennzeichnet werden. Dies gilt auch für die Behandlung von Patienten, die durch die Terminservicestelle vermittelt wurden. Als Diagnose ist U07.1! zu verschlüsseln. Bei Veranlassung der Labortestung auf SARS-CoV-2 ist zusätzlich die Kennnummer 32006 anzugeben. Die Veranlassung des Labortests auf SARS-CoV-2 erfolgt auf Muster 10 (Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung) in Ihrem Labor. Dieses leitet die Probe ggf. an ein Labor für virologische Spezialdiagnostik weiter. Die Durchführung von Labortests auf SARS-CoV-2 ist Fachärztinnen und –ärzten für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie vorbehalten. Die Abrechnung erfolgt mit der GOP 32816 EBM. Die GOP ist mit 59 Euro bewertet und einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Extrabudgetäre Vergütung

Der Bewertungsausschuss hat außerdem die Vereinbarung zum nicht vorhersehbaren Anstieg des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs für das Jahr 2020 angepasst. Demnach gelten alle ärztlichen Leistungen, die seit dem 1. Februar 2020 aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erforderlich werden, als nicht vorhersehbarer Anstieg des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs für das Jahr 2020.

Diese Leistungen werden von den Krankenkassen extrabudgetär vergütet und nicht bereinigt. Wird der Patient zusätzlich als TSVG-Konstellation gekennzeichnet, geht die Kennzeichnung mit der SNR 88240 vor.

Weiter Informationen:

Infoseite Coronavirus

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 05.03.2020

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