Arzneimittelrückruf: So gehen Ärzte bei der Ersatzverordnung vor

Bei Arzneimittelrückrufen, wie ganz aktuell dem Rückruf des Adrenalin-Autoinjektors Emerade, können Ärztinnen und Ärzte das betreffende oder ein vergleichbares Arzneimittel mittels einer Ersatzverordnung erneut verordnen. Das gilt auch für Arzneimittel, deren eingeschränkte Verwendbarkeit von der zuständigen Behörde bekannt gemacht wurde. Für die Verordnung gilt eine Übergangsregelung.

Die Übergangsregelung, die aufgrund des Rückrufs des Arzneimittels Emerade® geschaffen wurde, legt für die Ausstellung von Ersatzverordnungen folgendes Prozedere fest:

  1. auf der Ersatzverordnung darf nur das Arzneimittel verordnet werden, das das zurückgerufene ersetzt
  2. über der Verordnungszeile ist „Ersatzverordnung wegen Rückruf Emerade®“ einzutragen
  3. diese erneute Verordnung ist für den Patienten zuzahlungsfrei


Sollten Patienten die Zuzahlung bereits geleistet haben, ist diese dem Versicherten auf Antrag von der Krankenkasse zu erstatten (§ 31 Abs. 3 SGB V). Die Krankenkassen haben für diese Ersatzverordnungen einen Erstattungsanspruch gegenüber dem pharmazeutischen Unternehmer (§ 131a SGB V). Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung ist die neue Verordnung als Praxisbesonderheit zu berücksichtigen.

Im Bundesmantelvertrag-Ärzte ist das Nähere zur erneuten Verordnung sowie zur Kennzeichnung der entsprechenden Ersatzverordnungen (§§ 82 Abs. 4 und 300 SGB V) zu vereinbaren. Die Vereinbarung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband zur Umsetzung dieser Regelung einschließlich der Vorgaben für die Arzneimittelverordnungssoftware ist derzeit noch nicht abgeschlossen, so dass sich auf die oben genannte Übergangsregelung verständigt wurde.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 25.02.2020

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