Kassen übernehmen seit Anfang Januar bestimmten Test auf Brustkrebs

Der biomarkerbasierte Test "Oncotype DX Breast Recurrence Score" zur Ermittlung des Rezidivrisikos bei einer bestimmten Form von frühem Brustkrebs wird jetzt von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Andere biomarkerbasierte Tests hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bislang nicht in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen, diese können aber beispielsweise in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung angewendet werden.

Mit dem genannten Test soll ausschließlich bei Patientinnen mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und nicht metastasierten Mammakarzinom die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützt werden. Voraussetzung ist, dass eine solche Empfehlung nicht eindeutig allein aufgrund klinischer und pathologischer Kriterien gegeben werden kann.

Vergütung rund um den Test Der kostenintensive Test wird dann über die Gebührenordnungsposition (GOP) 19502 mit 3.296,50 Euro vergütet. Bislang ist die molekularbiologische Analyse des Tests allerdings ausschließlich am Firmenstandort des Herstellers in den USA möglich, dies wird über eine Anpassung des Bundesmantelvertrags-Ärzte (§25 Abs. 3) abgedeckt. Die Regelung ist bis längstens 31. Dezember 2021 befristet bzw. wird sofort aufgehoben, sobald entsprechende biomarkerbasierte Testverfahren von Vertragsärzten in Deutschland durchgeführt werden können.

Die Aufklärung über den Test und die Erläuterung des Ergebnisses kann über die GOP 08347 bzw. die GOP 13507 je fünf Minuten und insgesamt bis zu 25 Minuten im Krankheitsfall abgerechnet werden. Je fünf Minuten sind mit 7,14 Euro (65 Punkte) bewertet. Die Aufklärung muss unter Einbeziehung des G-BA-Merkblattes erfolgen und kann von folgenden Fachgruppen durchgeführt werden:

  • Gynäkologinnen und Gynäkologen mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie oder mit der Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ oder mit Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung,
  • Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie,
  • Internistinnen und Internisten ohne Schwerpunkt mit Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung oder mit der Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“. 

Die Aufarbeitung der Gewebeprobe und Weiterleitung zur Genexpressionsanalyse wird über die GOP 19501 einmal im Krankheitsfall ausschließlich von Fachärztinnen und Fachärzten für Pathologie angesetzt, sie ist mit 60,65 Euro (552 Punkten) bewertet.

Die extrabudgetäre Vergütung aller Gebührenordnungspositionen ist zunächst für zwei Jahre befristet.

Weitere Informationen (Infoseite zur QS-Leistung Laboratoriumsuntersuchungen)

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 15.01.2020

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