Liposuktion wird jetzt in schweren Fällen von den Kassen übernommen

Die ambulante oder belegärztliche Operation bei einem Lipödem Stadium III ist seit Anfang des Jahres GKV-Leistung. Die Übernahme der Liposuktion ist allerdings zunächst bis zum 31. Dezember 2024 befristet, bis dann sollen Erkenntnisse aus einer Wirksamkeitsstudie vorliegen.

Konservative Therapie hat Vorrang

Ein Lipödem, eine schmerzhafte, disproportionale Fettgewebsvermehrung zwischen Stamm und Extremitäten, kann insbesondere im Stadium III mit einer Adipositas verbunden sein. Daher muss die operative Liposuktion („Fettabsaugung“) vor allem in diesen Fällen in ein entsprechendes Behandlungskonzept eingebunden sein – beispielsweise mit dem Ziel, erst die Adipositas zu behandeln. Generell muss zunächst mittels einer konservativen Therapie versucht werden, eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und Verringerung der Schmerzen zu erreichen. Zu den konservativen Maßnahmen, die mindestens sechs Monate lang durchgeführt werden müssen, zählen etwa Lymphdrainagen, Kompressionen oder Bewegungstherapie.

QS-Genehmigung AOP erforderlich

Für die ambulante Durchführung einer Liposuktion bei Lipödem Stadium III benötigen Ärztinnen und Ärzte eine Genehmigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung zum ambulanten Operieren der KV Berlin. Vor der erstmaligen Erbringung der Methode muss zudem Erfahrung in der Behandlung nachgewiesen werden, entweder durch selbstständige Durchführung der Liposuktion bei Lipödem in 50 Fällen bereits vor Inkrafttreten der entsprechenden Qualitätssicherungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) am 7. Dezember 2019 oder in 20 oder mehr Fällen innerhalb von zwei Jahren.

In der G-BA-Richtlinie ist auch geregelt, dass die Liposuktion nur als Tumeszenz-Liposuktion unter Verwendung von wasserstrahl-assistierten Systemen oder von Vibrationskanülen zu erfolgen hat. Sie kann als Behandlung aber mehrere aufeinanderfolgende Teileingriffe umfassen.

Übersicht der neuen GOP

Für die Liposuktion erhalten Ärztinnen und Ärzte bis zu 763 Euro, zuzüglich der Kosten für die Lokalanästhesie und eingesetzte Absaugkanüle. Alle neuen Gebührenordnungspositionen, die seit Jahresbeginn abgerechnet werden dürfen:

GOPBeschreibungBewertung
ambulante OP
Bewertung
stationäre OP
Ambulante und belegärztliche Operationen an der Körperoberfläche
31096 / 36096
Liposuktion bei Lipödem
Stadium III
Eingriff der Kategorie AA6 663,24 Euro
(6.037 Punkte)
419,93 Euro
(3.822 Punkte)
31097 / 36097
Liposuktion bei Lipödem
Stadium III
Eingriff der Kategorie AA7 707,95 Euro
(6.444 Punkte)
452,39 Euro
(4.118 Punkte)
31098 / 36098
Zuschlag zur GOP 31096
bei Simultaneingriffen
sowie zur GOP 31097
Schnitt-Naht-Zeit je weitere vollendete 15 Minuten,
Nachweis über Anästhesieprotokoll
oder OP-Bericht
67,19 Euro
(612 Punkte)
41,37 Euro
(377 Punkte)
Ambulante und belegärztliche Lokalanästhesien durch den Operateur
31802 / 36802
Tumeszenzlokal-anästhesie
durch den Operateur
  • Tumeszenzlokalanästhesie der Haut
    und des subkutanen Fettgewebes
  • Überwachung und Dokumentation
    der Vitalparameter
  • Pulsoxymetrie
  • EKG-Monitoring
  • I.v.-Zugang
  • Infusion(en)
  • Verabreichung von Analgetika/Sedativa
284,79 Euro
(2.592 Punkte)
177,83 Euro
(1.619 Euro)
Kostenpauschale bei Durchführung der Liposuktion bei Lipödem Stadium III
40165 Entsprechend der bei den GOP 31096 und 31097
für die beim Eingriff eingesetzte(n) Absaugkanüle(n)
72 Euro-

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 07.01.2020

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