Neue Regelung: Zuschläge für TSS-vermittelte U-Untersuchungen und Teil-Ermächtigte

Ärztinnen und Ärzte erhalten ab Januar 2020 nun doch einen Aufschlag für Früherkennungsuntersuchungen, wenn nur für diese ein Termin zeitnah von der Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurde. Zudem hat der Bewertungsausschuss die TSS-Vergütungsregeln für Ermächtigungen angepasst.

Nach der Beanstandung der zeitgestaffelten Zuschläge auf die Versicherten- bzw. Grundpauschale durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband auf eine angepasste Regelung für durch die TSS vermittelte U-Untersuchungen geeinigt.

Zusatzpauschale für TSS-Termin zur U-Untersuchung

Jetzt kann ab 1. Januar eine Zusatzpauschale abgerechnet werden, wenn am Behandlungstag ausschließlich eine U-Untersuchung gemäß EBM-Abschnitt 1.7.1 (ausgenommen Laborleistungen und J1) erfolgt und keine Versicherten- oder Grundpauschalen angesetzt werden. Nach der durch die TSS vermittelten Früherkennungsuntersuchung können im selben Quartal noch kurative Behandlungen erfolgen, dies wirkt sich nicht negativ auf die Berechnungsfähigkeit aus.

Grundsätzlich ist die Pauschale über die neue Gebührenordnungsposition GOP 01710 einmal im Arztgruppenfall ansetzbar. Das heißt, sie ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelte Patient bereits in demselben Quartal in derselben Praxis von einem Arzt der Arztgruppe, die die Früherkennungsuntersuchung durchführt, behandelt wurde.

Die Bewertung richtet sich nach der Zeit zwischen dem Tag der Kontaktaufnahme des Versicherten bzw. der Eltern zur TSS und dem Behandlungstag:

  • 1. bis 8. Kalendertag: 114 Punkte (Kennzeichnung: B)
  • 9. bis 14. Kalendertag: 68 Punkte (Kennzeichnung: C)
  • 15. bis 35. Kalendertag: 45 Punkte (Kennzeichnung: D)

Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, endet die Frist dennoch an diesem Tag.

Neue TSS-Zuschläge für Teil-Ermächtigte

Für Patientinnen und Patienten, die von der TSS vermittelt werden, rechnen Ärztinnen und Ärzte mit einem vollen Ermächtigungsumfang genauso wie die Niedergelassenen die zeitgestaffelten Zuschläge zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Für Institute bzw. Krankenhäuser sowie Ärztinnen und Ärzte, die nur zur Durchführung ausgewählter ambulanter Leistungen ermächtigt sind („Teil-Ermächtigte“), werden zum 1. Januar zwei neue GOP für diese TSS-Terminfälle eingeführt:

  • GOP 01322 > Zuschlag zur Grundpauschale I (= GOP 01320)
  • GOP 01323 > Zuschlag zur Grundpauschale II (=GOP 01321)

Die Höhe des Zuschlags richtet sich hier analog nach der Wartezeit des Versicherten auf den durch die TSS vermittelten Termin, genau so gilt der Tag der Kontaktaufnahme mit der TSS als erster Zähltag. Die Frist endet auch an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag. Für eine Wartezeit vom 1. bis zu. 8. Kalendertag gibt es 50 Prozent Aufschlag auf die Grundpauschale, vom 9. bis zum 14. Kalendertag 30 Prozent und vom 15. bis 35. Kalendertag noch 20 Prozent.

Beim TSS-Akutfall gibt es ebenfalls 50 Prozent Aufschlag auf die jeweilige Grundpauschale. Dieser ist aber nur berechnungsfähig, wenn der vermittelte Termin spätestens am Tag nach der Kontaktaufnahme des Versicherten zur TSS stattfindet und die Einschätzung als TSS-Akutfall erfolgt.

Beide GOP 01322 und 01323 sind einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig und zwar auch dann, wenn in demselben Quartal eine erneute Behandlung desselben Versicherten aufgrund einer erneuten Terminvermittlung durch die TSS erfolgt.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 18.12.2019

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