Schwangerenbetreuung EBM 01770: Rückforderungsanträge der Krankenkassen

Wird die EBM-Nummer 01770 in einem Quartal pro Versicherte von mehreren Ärzten abgerechnet, werden darauffolgende Anträge auf Belastung des "Zweitabrechners" künftig anders bearbeitet. Widerspruchsverfahren aufgrund gegebenenfalls unrechtsmäßiger Honorarkürzungen sollen so vermieden werden.

Bei der Abrechnung der EBM-Nummer 01770 (Betreuung einer Schwangeren) kommt es aufgrund von Kassenanträgen immer wieder zu Honorarkürzungen. Die Leistung darf nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts nur von einem Arzt abgerechnet werden. Häufig werden aber in einem Quartal mehrere Ärzte aufgesucht und Abrechnungen der Schwangerenbetreuung eingereicht. Aus der Pauschale gehen weder die konkret erbrachten Leistungen im Einzelnen hervor, noch ob damit die Leistung vollständig erbracht wurde. Dem Antrag der Kassen auf Belastung des „Zweitabrechners“ wurde deshalb stattgegeben. Erst im Widerspruchsverfahren ließ sich klären, wer die Leistung tatsächlich beanspruchen durfte.

Nun wird diese Entscheidungspraxis bei der der Bearbeitung der Kassenanträge durch folgendes Vorgehen abgelöst: Die betroffenen Praxen werden angeschrieben und um Auskunft gebeten, welche Leistungen für die Schwangere (gemäß Richtlinie) erbracht wurden. Hierfür wird ein Fragebogen beigefügt, der die Beantwortung erleichtern soll. Zukünftig wird also in der ersten Instanz festgestellt, wer die richtlinienkonforme Betreuung der Schwangeren erbracht hat. Aufwändige und nunmehr auch gebührenpflichtige Widerspruchsverfahren sollen damit vermieden werden.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 06.11.2019

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