Neuerungen bei HIV- und Krebsmedikamenten zum 3. Quartal 2019

Zum Quartalsbeginn wurde die genotypische Resistenztestung vor der Erstverordnung der HIV-Medikamente Delstrigo und Pifeltro als neue Leistung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen sowie die Prüfung der Anwendungsvoraussetzungen für das Krebsmedikament Rubraca um eine Indikation erweitert.

Um therapienaive HIV-Patienten mit den Arzneimitteln Delstrigo und Pifeltro zu behandeln zu dürfen, muss vorab der Nachweis erfolgt sein, dass die HI-Viren keine Mutation tragen, die eine Resistenz gegen NNRTI-Substanzklasse zur Folge haben kann. Dieser Nachweis ist nun im EBM über die Gebührenordnungsposition (GOP) 32818 mit 260 Euro abgebildet und wird für zwei Jahre extrabudgetär vergütet. Angesetzt werden kann die GOP für Patienten, die keiner der in der GBA-Richtlinie Methoden vertragsärztliche Methoden (MVV-Richtlinie) genannten Risikogruppen angehören.

Die GOP 19456, mit der der Nachweis oder Ausschluss von Mutationen im BRCA1- und BRCA2-Gen abgerechnet werden kann, ist um Indikationen ergänzt worden. Die Mutationsanalyse ist die Anwendungsvoraussetzung für das Medikament Rubraca, welches nun zur Behandlung von platin-sensitiven, rezidivierten oder progressiven high-grade epithelialen Ovarialkarzinomen, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinomen eingesetzt werden kann. Die GOP ist mit 19.643 Punkten, also knapp 2.126 Euro, bewertet und wird extrabudgetär vergütet.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 18.07.2019

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