Dialyse, Nieren- und Pankreastransplantationen: Neues Qualitätssicherungsverfahren QS NET

Die Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse (QSD-RL) wird zum 1. Januar 2020 von der Rahmenrichtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) abgelöst. Betroffene Ärzte sollten jetzt die Verträge mit ihrem jeweiligen Berichtersteller prüfen und rechtzeitig kündigen. Dialyseeinrichtungen und Transplantationszentren können sich noch bis 16. August für die Erprobung der Patientenfragebögen anmelden.

Die Qualitätssicherungsdaten von Dialysebehandlungen sowie Nieren- und Pankreastransplantationen werden ab dem nächsten Jahr über das neue Qualitätssicherungsverfahren „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen“ (QS NET) erhoben und verglichen – das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juni beschlossen.

Somit tritt auch die QSD-RL, die bisher die Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Ergebnisqualität in der vertragsärztlichen Versorgung chronisch nierenkranker Patienten festlegte, zum 1. Januar 2020 außer Kraft. Stattdessen gilt dann die DeQS-RL, die im Rahmen der QS NET Anwendung findet. Die mit der QS NET verbundenen Spezifikationen für die Dokumentationssoftware werden auf der Internetseite des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) veröffentlicht.

IQTIG übernimmt vollständig die Auswertung und Erstellung der Berichte

Auch wenn die QSD-RL 2020 außer Kraft tritt, wird die mit der Richtlinie verbundene Berichtspflicht zum Beispiel zur Aufbereitung der Qualitätssicherungsdaten bis zum vierten Quartal 2019 circa bis Mitte 2020 andauern. Für diese Zeit kann auf die jeweils durch die Ärzte beauftragten Berichtersteller zurückgegriffen werden.

Bitte beachten: Für das neue Qualitätssicherungsverfahren hat der G-BA allein das IQTIG mit der Auswertung und Berichterstellung beauftragt. Andere Anbieter sind nicht mehr zugelassen und entsprechende Verträge sollten deshalb rechtzeitig gekündigt werden.

Das IQTIG bittet auch darum, Fragebögen für die Patientenbefragung in diesem Verfahren zu erproben und hat die Anmeldefrist für interessierte Dialyseeinrichtungen und Transplantationszentren bis zum 16. August verlängert. Anmeldungen nimmt das IQTIG direkt entgegen.

Ein wesentliches Ziel des G-BA-Beschlusses ist es, die medizinische Versorgung sektorenübergreifend und über einen längeren Zeitraum hinweg qualitätssichernd zu begleiten. Durch die Änderung ist es erstmals möglich, unterschiedliche Behandlungspfade bei chronischem Nierenversagen einschließlich der Behandlung durch eine Nierentransplantation zu betrachten. Die Beschlüsse zur Änderung der DeQS-RL werden dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und treten nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Januar 2020 in Kraft.

Zum Beschluss des G-BA

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 11.07.2019

button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin