Psychotherapie-Vereinbarung jetzt in aktueller Fassung verfügbar

Die Psychotherapie-Vereinbarung, Anlage 1 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte, ist zum 15. April in geänderter Fassung in Kraft getreten. Einige Neuerungen wurden schon kommuniziert, neue Regelungen gibt es zudem im Gutachterverfahren und für die Akutbehandlung.

Kurz informiert wurde bereits über die Öffnung von Videosprechstunden für psychotherapeutische Leistungen. Sie unterliegen der Vereinbarung über die Anforderungen an die technischen Verfahren zur Videosprechstunde (Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte), dürfen also unter anderem nur über zertifizierte Videodienste durchgeführt werden. Zu beachten ist außerdem die klare Regelung in der Psychotherapie-Vereinbarung, dass die Durchführung einer Psychotherapie per Video einen Ausnahmefall darstellt, nicht die Regel. Patient und Therapeut müssen sich darüber einig sein, dass kein unmittelbarer persönlicher Kontakt erforderlich ist. Auch zu Beginn einer Behandlung, in Krisensituationen und bei Therapieformen, die auf Interaktion zwischen den Teilnehmern basieren, ist die Videosprechstunde nicht vorgesehen. Darunter fallen etwa Gruppenpsychotherapien, Hypnose, Probatorische Sitzungen, Psychotherapeutische Sprechstunden und Psychotherapeutische Akutbehandlungen.

Für letztere wurde jetzt auch die Indikation für die Durchführung in der Praxis detaillierter geregelt. Sie ist zukünftig parallel zu einer Richtlinienpsychotherapie (nach § 15 Psychotherapie-Richtlinie) ausgeschlossen. Auch ist die Durchführung von Akutbehandlungen innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung einer Richtlinientherapie grundsätzlich nicht vorgesehen. Eine Ausnahme kann aber vorliegen, zum Beispiel wenn sich die Krankheitsumstände des Patienten wesentlich verändert haben.

Neu geregelt ist – neben der Bestellung als Gutachter wie üblich – das Verfahren für die Bearbeitung von Zweigutachten (bisher: „Obergutachten“). Voraussetzung ist nun zusätzlich eine mindestens drei Jahre andauernde Bestellung als Gutachter in kontinuierlicher Tätigkeit. Eine Bewerbung bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kann somit nur durch bereits bestellt Gutachter erfolgen. Auch müssen die Unterlagen für das Zweitgutachten erst nach Aufforderung durch die Krankenkasse eingereicht werden – immer im verschlossenen Briefumschlag PTV8. Alle Informationen zum Gutachterverfahren hat die KBV auf einer Infoseite und einem Handbuch für die Gutachtertätigkeit zusammengestellt.

Ebenfalls bereits vermeldet wurden die größeren Stundenkontingente für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Diese können allerdings noch nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, der Bewertungsausschuss überprüft hier noch den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 07.05.2019

button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin