Psychotherapeutische Leistungen rückwirkend und zukünftig höher bewertet

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Höherbewertung psychotherapeutischer Leistungen geeinigt, die auch rückwirkend gilt. In die aktuelle Honorarabrechnung des 4. Quartals 2018 konnte der Beschluss aber nicht mehr eingearbeitet werden.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses werden die Punktzahlen aller antragspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen und Strukturzuschläge im EBM stufenweise angehoben, beginnend zum Januar 2009. Ebenfalls rückwirkend höher bewertet wurden auch die zum 1. April 2017 eingeführten Leistungen der psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung.

Zusammengenommen bedeuten die Höherbewertungen ein Honorarplus von jeweils etwa 0,3 Prozent für die Jahre 2009 bis 2017 und von circa 4 Prozent für 2018. Auf diese Nachvergütung haben nur Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten Anspruch, deren Honorarbescheide für die jeweiligen Quartale noch nicht bestandskräftig sind bzw. die mit dem Vorbehalt erlassen wurden, dass eine entsprechende Anpassung auch dann erfolgt, wenn der Bescheid bestandskräftig geworden ist.

Für die aktuelle Honorarfestsetzung des 4. Quartals 2018 konnte der Beschluss des Bewertungsausschusses nicht mehr berücksichtigt werden. Die Honorarbescheide erhalten daher einen Vorbehaltspassus zur Korrektur von Amtswegen um diese Nachvergütung.

Ab diesem Jahr profitieren dann alle Psychotherapeuten von den Höherbewertungen, sie entsprechen einer rund zehnprozentigen Honorarsteigerung bzw. rund 220 Millionen Euro mehr im Jahr für psychotherapeutische Leistungen – außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Auslöser der Bewertungsprüfung durch den Bewertungsausschuss waren zwei Urteile des Bundessozialgerichts, aktuelle Kostenstrukturerhebungen des Statistischen Bundesamtes und geänderte Tarifverträge der Medizinischen Fachangestellten.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 06.05.2019

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