Psychiatrische häusliche Krankenpflege: Neuerungen seit 1. April

Nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Juli 2018 treten ab dem zweiten Quartal 2019 Neuerungen für die psychiatrische häusliche Krankenpflege und damit verbunden ein erweitertes Indikationsspektrum und eine angehobene Vergütung in Kraft:

Demnach dürfen Vertragsärzte auch Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen oder mit schweren psychischen Beeinträchtigungen im Wochenbett psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen. Wenn eine vom verordnungsberechtigten Facharzt gesicherte Diagnose vorliegt, dürfen auch Haus- und Fachärzte mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie für sechs Wochen verordnen.

Außerdem muss ab sofort auf den Verordnungen der GAF-Wert angegeben werden. Die dem zugrundeliegende GAF-Skala ist eine international wissenschaftlich anerkannte Klassifikation zur Beschreibung psychischer, sozialer und beruflicher Funktionen psychisch kranker Menschen.

Neue Regelindikatoren

Mit Inkrafttreten der EBM-Neuerungen wurden auch neue Regelindikatoren festgelegt. Wenn ein bestimmter GAF-Wert vorliegt, besteht demnach grundsätzlich Anspruch auch bei anderen ICD-10-GM-Diagnosen des Indikationsbereichs F00-F99 auf eine Verordnung psychiatrischer häuslicher Krankenpflege.

Die Regelindikation legt auch fest, dass psychiatrische häusliche Krankenpflege bei einem GAF-Wert von ab 50 verordnet werden kann. Der GAF-Wert für andere Verordnungen aus dem Indikationsbereich F00-F99 muss ab 40 sein.

Überblick der neuen GOP

  • GOP 01422: Erstversorgung der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege (16,13 Euro)
  • GOP 01424: Folgeverordnung (16,67 Euro)

 

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 12.04.2019

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