Mutterschaftsvorsorge u.a.: Humangenetik und vorgeburtliche Diagnostik angepasst

Zum ersten April 2019 traten mehrere Änderungen bei humangenetischen Beurteilungsleistungen in der Mutterschaftsvorsorge, der Empfängnisregelung und der künstlichen Befruchtung in Kraft. Eine neue Regelung in der vorgeburtlichen Diagnostik soll außerdem Mehrlingsschwangerschaften berücksichtigen.

Die humangenetischen Beurteilungsleistungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01790 bis 01792, 01835 bis 01837 und 08572 wurden gestrichen und von der Systematik her an die kurativen Beurteilungsleistungen angepasst, das heißt die Zeittaktung beträgt jetzt 20 Minuten. Auch wird zukünftig die Beurteilungsleistung gemäß den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses nach der Schwere der Erkrankung differenziert.

Ergibt eine weiterführende Untersuchung (sonographische Diagnostik, Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chrozionzotten- oder Plazentagewebe) Hinweise auf genetisch bedingte Erkrankungen des Fötus, kann der höher bewertete Zuschlag 01796 zur Grundleistung GOP 01794 jetzt bis zu neunmal im Krankheitsfall berechnet werden. Liegt kein Hinweis vor, ist der geringer bewertete Zuschlag 01795 bis maximal dreimal im Krankheitsfall anzusetzen. Alle Leistungen können bei erneuter Schwangerschaft im selben Krankheitsfall wiederum bis zu ihrem jeweiligen Höchstwert berechnet werden. Zu beachten ist bei den Zuschlagsziffern 01795 und 01796, dass diese nur in demselben Quartal berechnungsfähig sind, in dem auch die Grundleistung GOP 01794 abgerechnet wird.

Weiterhin nicht nach Schwere der Erkrankung differenziert werden die humangenetische Beurteilung der GOPs 01841 und 08575 (gemäß den Richtlinien zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch bzw. über die künstliche Befruchtung), die bis zu sechsmal im Krankheitsfall bzw. Reproduktionsfall berechenbar sind, bei erneuter Schwangerschaft bis zu neunmal im Krankheitsfall. Sie entsprechen in Leistungsinhalt und -bewertung der GOP 11233, umfassen also auch die Beratung des Partners. Der Zuschlag zur GOP 11233, die GOP 11234, kann jetzt zudem fünfmal – statt bisher dreimal – im Krankheitsfall angesetzt werden.

Änderung der Präambel 11.4 Nr. 2 EBM

Bei Mehrlingsschwangerschaften sind bei der vorgeburtlichen Diagnostik die durchgeführten Untersuchungen je Fötus gesondert berechnungsfähig und mit V zu kennzeichnen.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 08.04.2019

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