Check-up 35: Änderungen gelten seit Monatsanfang

Update 09.04.2019:

Übergangsregelung für Wiederholungstermine bis Ende September 2019 (Check-up im Jahr 2017)

Sind für Versicherte, bei denen die letzte Gesundheitsuntersuchung im Jahr 2017 durchgeführt wurde, Wiederholungsuntersuchungen bis zum 30. September 2019 terminiert, müssen diese Termine nicht um ein Jahr verschoben werden! KBV und GKV-Spitzenverband haben sich hier auf eine Übergangsregelung geeinigt, um die Umstellung von dem zwei- auf das neue dreijährige Untersuchungsintervall zu erleichtern. Dieses gilt dann für alle gesetzlich Versicherten ab 35, die im Jahr 2018 oder später den Check-up in Anspruch genommen haben.

Die Honorierung der neu gestalteten Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene ist beschlossen, somit gelten jetzt für die Abrechnung die angekündigten neuen Voraussetzungen. Dazu gehören ein längeres Anspruchsintervall, der Wegfall des Musters 30 und eine stärkere Fokussierung auf die Beratung des Patienten.

Der sogenannte Check-up 35 ist mit der Erweiterung des Leistungsinhalts auch höher bewertet worden: Mit der Abrechnung der Gebührenordnungsposition (GOP) 01732 erhalten Vertragsärzte seit dem 1. April 34,63 Euro (320 Punkte). Weitere ansetzbare Leistungen sind, wenn dies aus ärztlicher Sicht angezeigt ist, die Bestimmung der Nüchternplasmaglukose (GOP 32881, bewertet mit 0,25 Euro bewertet) oder ein Harnstreifentest auf Eiweiß, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten und Nitrit (GOP 32880, bewertet mit 0,50 Euro). Die Bestimmung des Lipidprofils (GOP 32882) wird aufgrund der Leistungserweiterung (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride) jetzt mit 75 Cent mehr vergütet, nämlich genau 1 Euro.

Die Höherbewertungen resultieren aus dem gestärkten Präventions-Profil der Gesundheitsuntersuchung. Um den Fokus der gesundheitlichen Beratung der Patienten zu erfüllen, sollen auch kardio-vaskuläre Risiken systematischer erfasst, familiäre Krebserkrankungen mehr berücksichtigt und der Impfstatus überprüft werden.

Ab dem vollendeten 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte jetzt alle drei Jahre Anspruch auf den Check-up, vorher betrug das Untersuchungsintervall zwei Jahre. Wer also 2019 die Gesundheitsuntersuchung machen lässt, kann die nächste dann erst ab dem Jahr 2022 über die gesetzliche Krankenversicherung abrechnen lassen. Um 2019 Anspruch zu haben, muss der vorhergehende Check-up 2016 oder früher stattgefunden haben. Neu ist, dass Versicherte ab dem vollendeten 18. Lebensjahr und bis Ende des 35. Lebensjahr einmalig zum sogenannten Check-up 35 gehen können. Achtung: In diesem Fall gilt eine andere Regelung für die Laboruntersuchungen! Blutuntersuchungen können hier nur bei entsprechendem Risikoprofil durchgeführt werden, eine Urinuntersuchung ist nicht vorgesehen.

Ebenfalls neu sind die Dokumentationsvorgaben. Die Ergebnisse der Gesundheitsuntersuchung müssen nicht mehr auf Formular 30 – „Berichtsvordruck Gesundheitsuntersuchung“ – eingetragen werden, sondern ausschließlich in der Patientenakte.

Ein abschließender Hinweis: Im Zusammenhang mit der Reform der Gesundheitsuntersuchung wird auch eine neue GOP 32033 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab aufgenommen, diese bildet aber einen Harnstreifentest ab, der nicht im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung erfolgt und daher nicht neben den oben genannten GOP 01732 sowie 32880 bis 32882 berechnungsfähig ist. Aus der GOP 32030 (orientierende Untersuchung) wurde der Harnstreifentest herausgenommen, diese kann daher jetzt neben den oben genannten GOPs der Gesundheitsuntersuchung abgerechnet werden.

Zu beachten ist bei den beiden GOPs zum Harnstreifentest, dass sowohl der Leistungsinhalt der 32033 als auch der 32880 über den – nicht berechnungsfähigen – Einsatz von Teststreifen gemäß der Bestimmung 32.2.1 Nr. 1 hinausgeht.

Aktualisierte Infomaterialen für Patienten sowie eine übersichtliche Praxisinformation zur neuen Gesundheitsuntersuchung wird zeitnah noch zur Verfügung gestellt.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 05.04.2019

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