Kontrazeptiva: Jetzt für Versicherte unter 22 Jahren Kassenleistung

Am 29.3.2019 ist das "Gesetz zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch" in Kraft getreten. Dies beinhaltet auch eine Änderung des §24a SGB V "Empfängnisverhütung". Demnach haben Versicherte jetzt bis zum vollendeten 22. Lebensjahr - also Versicherte unter 22 Jahren - Anspruch auf Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln. Auch für die nicht mehr verschreibungspflichtige "Pille danach" greift der § 24a SGB V - die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Frauen unter 22 Jahre. Vor der Gesetzesänderung galt der gesetzliche Anspruch für Versicherte unter 20 Jahren.

Bitte beachten: Die Änderung macht eine Anpassung des Abschnitts 1.7.5 im EBM notwendig (GOP 01830: Einlegen, Wechseln oder Entfernung eines Intrauterinpessars, GOP 01832: subkutane Applikation eines Depot-Kontrazeptivums). Bis diese Anpassung erfolgt ist, stellen Vertragsärzte für Patientinnen ab dem 21. Lebensjahr und bis zur Vollendung des 22. Lebensjahr eine Privatrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) über die oben genannten Leistungen aus. Die Patientinnen können diese Rechnung bei ihrer Krankenkasse zur Kostenerstattung gemäß § 13 Absatz 3 SGB V einreichen.

Bei oralen Kontrazeptiva existieren verschiedene Packungsgrößen, sodass beispielsweise ein Monat vor dem 22. Geburtstag eine N1-Packung zur Verordnung zur Verfügung steht.
Bei der Verordnung von Arzneimitteln mit Zulassung außerhalb der Kontrazeption wie zum Beispiel bei mäßig schwerer bis schwerer Akne oder Hirsutismus ist ärztlicherseits erst einmal zu prüfen, ob eine rezeptfreie oder kostengünstigere Behandlung ausreichend ist. Falls dies nicht der Fall ist, besteht im Rahmen der in der jeweiligen Fachinformation aufgeführten Zulassungen auch eine Kassenleistung für Frauen ab 22 Jahren.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 02.04.2019

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