Terminservicestelle der KV Berlin

Im Januar 2016 sind bundesweit Terminservicestellen eingerichtet worden. Einführung und Betrieb der Terminservicestellen sind ein im Versorgungsstärkungsgesetz (GKV - VSG) festgelegter Auftrag an die Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Vermittlung von Terminen zur psychotherapeutischen Versorgung war zunächst nicht Bestandteil des Auftrages, sie gilt seit dem 1. April 2017.

Ziel des Gesetzes sind schnellere Facharzttermine sowie ein niedrigschwelliger Zugang zur psychotherpaeutischen Versorgung für gesetzlich versicherte Patienten.

Gesetzliche Vorgaben

  • Die Terminservicestellen sollen Patienten innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin beim Facharzt bzw. einen Termin zur psychotherapeutischen Versorgung (Erstgespräch und ggf. Akutbehandlung) mit maximal vier Wochen Wartezeit vermitteln. Voraussetzung dafür ist in der Regel eine Überweisung, die den Behandlungsbedarf (innerhalb von vier Wochen) feststellt.
    Ausnahmen: Einen Termin beim Augenarzt oder Gynäkologen und auch bei einem Psychotherapeuten müssen die Servicestellen den Patienten auch ohne Überweisung vermitteln.
  • Wichtig! Ein Anspruch auf einen Termin bei einem bestimmten Arzt oder Psychotherapeuten besteht nicht. Im Gesetz heißt es lediglich, dass die Entfernung zwischen Wohnsitz und Praxis "zumutbar" sein muss. Konkret bedeutet dies, dass die maximale Fahrtzeit für Patienten vom Wohnort zur Praxis bei Fachärzten der Grundversorgung maximal 30 Minuten betragen soll, bei spezialisierten Fachärzten höchstens 60 Minuten. Es kann also davon ausgegangen werden, dass annähernd jede Wegstrecke innerhalb Berlins nach diesen Vorgaben zumutbar ist.
  • Ebenso wenig muss die Terminservicestelle spezielle Wünsche hinsichtlich bestimmter Wochentage oder Uhrzeiten berücksichtigen. Für verschiebbare Routineuntersuchungen und Bagatellerkrankungen gilt die Vier-Wochen-Frist nicht.
  • Falls es nicht gelingt, rechtzeitig einen Termin beim Facharzt bzw. Psychotherapeuten zu vermitteln, muss die Servicestelle laut Gesetz zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus vermitteln. Die Behandlungskosten müssen aus dem KV-Budget bezahlt werden, also aus dem Honorar der Vertragsärzte!

Wie kommt die Terminservicestelle an freie Termine?

  • Theoretisch könnte die Servicestelle bei Bedarf in den Praxen anrufen und nachfragen. Da dies aber sehr zeitintensiv für beide Seiten wäre und während des laufenden Praxisbetriebes kaum umsetzbar, ist ein anderer Weg vorgesehen: Fachärzte und Psychotherapeuten werden gebeten, selbst freie Termine im Voraus zu melden. Die KV Berlin setzt darauf, dass die Berliner Fachärzte und Psychotherapeuten ausreichend viele Termine anbieten.
  • Alle Fachärzte und Psychotherapeuten sollten ein hohes Eigeninteresse daran haben, dass ausreichend freie Termine gemeldet werden. Denn gelingt es der Servicestelle nicht, in der vorgeschriebenen Frist zu vermitteln, haben die Patienten einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf einen Termin im Krankenhaus.
  • Die KV Berlin rät daher allen Praxen, pro Arzt und Psychotherapeut einige Termine für die Servicestelle vorzuhalten.
  • Bei der Wahl der an die Servicestelle zu nennenden Termine sind Fachärzte und Psychotherapeuten völlig frei. Genauso wie die Servicestelle nicht zum Wunscharzt oder -psychotherapeuten vermittelt, vermittelt sie auch keine Wunschtermine. Lediglich bei der Zeitspanne für die Terminslots sollten sich Fachärzte und Psychotherapeuten ungefähr an der Dauer eines "gewöhnlichen" Ersttermins orientieren.

Terminbereitstellung

Für die manuelle Terminmeldung gibt es zwei Wege:

Achtung! Diese Nummer und E-Mail-Adresse sind ausschließlich für die Kommunikation zwischen Praxen und der Terminservicestelle reserviert. Für Patienten werden andere Leitungen vorgehalten. Bitte geben Sie die oben aufgeführten Kontaktinformationen nicht an Ihre Patienten weiter.

Um Aufwand für Praxen und Servicestelle zu minimieren, empfiehlt die KV Berlin, Termine gesammelt für einen Zeitraum von einigen Wochen vorab zu melden.

Terminbestätigung und Terminfreigabe

Rückmeldung über einen gebuchten Termin erhalten Sie entweder von der Servicestelle per E-Mail oder telefonisch durch den Patienten. Bitte benennen Sie uns dazu eine gültige E-Mail-Adresse, die regelmäßig abgerufen wird. Die Rückmeldung der Servicestelle enthält mindestens den gebuchten Termin sowie den Überweisungscode oder eine Terminabsage.

Nicht gebuchte Termine werden durch den eTerminservice 5 Tage vor dem Ereignis geblockt und können somit nicht mehr durch die Servicestelle vermittelt werden. Sie stehen Ihnen automatisch wieder für den regulären Praxisbetrieb zur Verfügung.

Praxis-Service

Terminmeldung für Ärzte:
Fax: 030 31003 50900
E-Mail: terminservice@kvberlin.de

Zum Herunterladen:
Terminmeldebogen psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung
(PDF, 90 KB [2 Seiten])

Praxisinformation 03/2017:
Terminservicestelle – Vermittlung zur psychotherapeutischen Versorgung ab 01.04.2017
(PDF, 177 KB [3 Seiten])

Praxisinformation 01/2016:
Terminservicestelle

Im Blickpunkt

Rundschreiben vom 13.01.2016:
Terminservicestelle der KV Berlin zum 23. Januar 2016

(PDF, 691 KB) [8 Seiten]

Terminservice für Patienten

Rufnummer:
31 003 383

Erreichbarkeit:
Mo-Fr.: 09.00-15.00 Uhr

Patienteninformationen zum Herunterladen:
Terminservicestelle – Vermittlung zur psychotherapeutischen Versorgung
(PDF, 121 KB [1 Seite])

Terminservicestelle – Vermittlung von Facharzt-Terminen
(PDF, 118 KB [1 Seite])
button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin