Videosprechstunden

Definition und Abrechnung einer Videosprechstunde

Die Videosprechstunde ist definiert als synchrone Kommunikation zwischen einem Arzt und einem ihm bekannten Patienten über die dem Patienten zur Verfügung stehende technische Ausstattung, ggf. unter Assistenz, im Sinne einer Online- Videosprechstunde in Echtzeit.

Online-Videosprechstunden können seit dem 1. April 2017 durchgeführt und abgerechnet werden. Die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst - insbesondere zur technischen Sicherheit und zum Datenschutz - sind in der Anlage 31 b BMV-Ä (Vereinbarung Videosprechstunde) (PDF, 193 KB [7 Seiten]) geregelt.


Technische und fachliche Anforderungen

  • freiwillige Teilnahme von Arzt und Patient
  • Durchführung in geschlossenen Räumen mit angemessener Privatsphäre
  • Vorstellung aller im Raum befindlichen Personen zu Beginn
  • Verbot von Aufzeichnungen jeglicher Art während der Durchführung


Spezielle Anforderungen an den Vertragsarzt:

  • apparative Ausstattung: Bildschirm, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher
  • Bildschirm: Diagonale mindestens 3 Zoll, Auflösung 640 x 480 Pixel
  • Bandbreite: mindestens 2000 kbit/s im Download


Anforderungen an den Datenschutz

  • Videodienstanbieter und beteiligter Arzt haben die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verarbeitung personenbezogener Daten zu beachten
  • Einhaltung der technischen und organisatorischen Maßnahmen gemäß § 9 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)


Anforderungen an den Videodienstanbieter

  • Arzt muss sich für den Videodienst registrieren
  • kein Zweitzugang
  • Patienten müssen sich ohne Account anmelden können, Zugang darf nur zum Kontakt mit dem initiierenden Arzt führen, Begrenzung auf die Dauer von 1 Monat
  • Dienstanbieter muss ungestörte Durchführung gewährleisten
  • Übertragung der Videosprechstunde Peer-to-Peer ohne zentralen Server
  • Verschlüsselung muss in Ende-zu-Ende-Technik erfolgen
  • eingesetzte Software muss bei Schwankungen der Verbindungsqualität adaptiv sein
  • Videodienstanbieter darf Inhalte der Sprechstunde weder einsehen noch speichern
  • ausschließliche Nutzung von EU-Servern, Löschung der Metadaten spätestens nach 3 Monaten, Weitergabe der Daten untersagt
  • Nutzungsbedingungen müssen in deutscher Sprache und online abrufbar sein
  • Verbot der Zwischenschaltung von Werbung


Möglichkeiten der Nachweisführung:

  • Informationssicherheit: Zertifikat des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik oder Zertifikat über technische Sicherheit und zusätzlich Datenschutzzertifikat von akkreditierter Stelle
  • Datenschutz: Gütesiegel von unabhängiger Datenschutzaufsichtsbehörde oder Datenschutzzertifikat von akkreditierter Stelle
  • Inhalte: Zertifikat oder Gutachten oder vergleichbare Bestätigung von akkreditierter Stelle

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(Quelle: KV Berlin)

Aktuell

Praxis-News November 2019:
Videosprechstunde: Neue Regelungen zur Vergütung

Übersicht der Vergütung
(PDF, 401 KB [3 Seiten])

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Rechtsgrundlagen

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