Vertretungsregelungen

Die Vertretung von Vertragsärzten ist in § 32 Abs. 1, 2 und 4 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte geregelt.

Kurzfristige Vertretungen

Ärzte und Psychotherapeuten können sich bei Krankheit, Urlaub, Fortbildung oder Wehrübung bis zu einer Dauer von drei Monaten innerhalb von zwölf Monaten vertreten lassen. 

Dauert die Vertretung länger als eine Woche, muss sie dem Arztregister der KV Berlin mitgeteilt werden. 

Vertragsärztinnen können sich in Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu einer Dauer von sechs Monaten vertreten lassen; die Vertretungszeiten dürfen insgesamt jedoch innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten eine Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten – andere Vertretungszeiten z. B. wegen Urlaub, Krankheit oder Fortbildung müssen dabei berücksichtigt werden.

Vertretung bei Psychotherapeuten 

Eine Besonderheit gilt für Psychotherapeuten. Wegen der besonders engen Patienten-Therapeuten-Beziehung regeln die Bundesmantelverträge, dass eine Vertretung bei den probatorischen Sitzungen und bei der genehmigten Psychotherapie unzulässig ist!

Längerfristige Vertretungen

Vertretungen von über drei Monaten (bzw. im Entbindungsfall sechs Monaten) müssen durch die KV genehmigt werden. Gleiches gilt für regelmäßige Vertretungen, die über einen längeren Zeitraum als drei Monate erfolgen, – auch, wenn sie beispielsweise nur einen Tag in der Woche betreffen. 

Der Antrag 

  • muss spätestens drei Wochen vor Ablauf des Drei- bzw. Sechs-Monats-Zeitraumes an den Vorstand der KV Berlin gerichtet und 
  • ausführlich begründet werden sowie
  • eine Angabe zur voraussichtlichen Dauer der Vertretung enthalten.

Beizufügen sind 

  • die Approbationsurkunde, 
  • die Facharzturkunde und 
  • ggf. entsprechende Nachweise, wie z. B. ein ärztliches Attest. 

Wer darf vertreten? 

Nach den Vorschriften der jeweils geltenden ärztlichen Berufsordnung und der Zulassungsverordnung kann sich der Vertragsarzt grundsätzlich nur durch einen Facharzt desselben Fachgebietes vertreten lassen.

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Welche Leistungen darf der Vertreter erbringen? 

Sofern der Vertragsarzt Leistungen erbringt, für die es einer besonderen Befähigung und Genehmigung bedarf, muss im Falle der Vertretung der Praxisvertreter dafür die gleiche Befähigung besitzen. Sind die Qualifikationsvoraussetzungen nicht erfüllt, dürfen die Leistungen, die eine besondere Qualifikation erfordern, nicht abgerechnet werden. 

Anders verhält es sich, wenn der Vertreter zum Beispiel über eine Ultraschallgenehmigung verfügt, nicht aber der Praxisinhaber. Hier gilt: Diese Leistung darf der Vertreter trotz nachgewiesener Qualifikation nicht erbringen, denn sie gehört nicht zum Leistungsspektrum des Vertretenen.

Wann darf ein Vertreter eingesetzt werden? 

Vertretung setzt stets die Abwesenheit des Vertretenen voraus. Eine teilweise Vertretung ist nicht möglich. Zum Beispiel kann ein ambulanter Operateur während des Operierens die Sprechstunde nicht durch einen Vertreter abhalten, ein Hausarzt nicht Hausbesuche während der Sprechstundenzeit durch einen Vertreter durchführen lassen. In diesen Fällen handelt es sich um eine genehmigungspflichtige Assistenz. 

Hinweis: Die Leistungen eines genehmigungspflichtigen, aber nicht genehmigten Vertreters sind nicht abrechenbar.

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(Quelle: KV Berlin)

Mehr Informationen

Praxisinformation:
Vertretungsregelungen für Haus- und Fachärzte
(PDF, 278 KB [2 Seiten])

Verordnungs-News 7/2017:
Rezeptunterzeichnung bei Vertretung (Seite 3)
(PDF, 222 KB [4 Seiten])

Mehr Informationen

Web-Video:
Urlaubsvertretung
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