TI: Stand-Alone-Lösung verspricht keine Vorteile

Eine TI-Lösung, bei der durch den Einsatz von zwei Konnektoren keine direkte Verbindung des Praxisverwaltungssystems zum Internet besteht, wird von der KV Berlin nicht als empfehlenswert betrachtet.

Bei der sogenannten Stand-Alone-Lösung ist die Arztsoftware physisch von der Telematikinfrastruktur (TI) getrennt. Hierfür werden, statt normal einem, gleich zwei TI-Konnektoren benötigt, von denen dann nur einer mit dem Internet verbunden ist. Die Versichertenkarte wird mit dem Kartenterminal eingelesen, das mit dem an die TI angeschlossenen Konnektor verbunden, also „online“ ist. So erfolgt der Abgleich der Versichertenstammdaten. Das Prüfergebnis wird auf die Versichertenkarte geschrieben, die dann in das zweite Kartenterminal umgesteckt wird, welches mit dem zweiten, dem „Offline“-Konnektor verbunden ist. Dieser befindet sich im internen Netz der Praxis und ist mit der Arztsoftware verbunden, die Daten der Versichertenkarte werden hierüber ins Praxisverwaltungssystem übernommen.

Diese umständliche Lösung wird derzeit als die vermeintlich sicherere Methode propagiert, da kein direkter Zugriff vom Internet auf die Arztsoftware gegeben ist. Allerdings sind solche befürchteten Angriffe auf die Praxisdaten innerhalb der Telematikifrastruktur auch bei Verwendung nur eines Konnektors nicht möglich – für die TI gelten höchste Sicherheits- und Datenschutzanforderungen. Die Anschaffung einer zweiten TI-Ausstattung ist daher unnötig und muss zudem selbst finanziert werden, da die pauschale Kostenerstattung der TI durch die Krankenkassen nur die „normale“ Anbindung abdeckt.

Die Anbindung mit zwei Konnektoren ist zudem sehr viel aufwändiger. Zum einen im Praxisbetrieb, wenn jede Versichertenkarte prinzipiell zweimal eingelesen werden muss. Und zum anderen in der Wartung, da der Konnektor, der nicht mit der TI verbunden ist, regelmäßig offline aktualisiert werden muss.

Wichtig zu bedenken ist auch, dass das Versichertenstammdatenmanagement nur die erste Anwendung ist, die über die TI erfolgt. Weitere geplante Nutzungen, wie die elektronische Befundübermittlung können auf diesem Weg nicht erfolgen.

Die KV Berlin stellt alles Infos zur Telematikinfrastruktur auf ihrer Infoseite sowie der FAQ-Seite zur Verfügung. Aktuelle Entwicklungen werden fortlaufend auf der TI-Newsseite veröffentlicht.
Die KBV hat ihre Broschüre „PraxisWissen: Telematikinfrastruktur“ im Februar aktualisiert.

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