Vereinbarkeit von Praxis und Familie

Der Arztberuf hat in den letzten Jahren eine starke Feminisierung erfahren. In Berlin sind im ambulanten Sektor bereits jetzt in Fachgruppen wie Augen- oder Frauenheilkunde mehr Ärztinnen tätig als männliche Kollegen. Da die Frage "Kind oder Karriere" auch heute noch hauptsächlich Ärztinnen beschäftigt, rückt das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" immer mehr in den Fokus.

Denn Privatleben und Beruf zu koordinieren, ist keine leichte Aufgabe. Damit es keine Entscheidung zwischen „entweder oder“ sein muss, sind Alternativen zur Selbstständigkeit als Vertragsarzt oder Vertragspsychotherapeut in einer Einzelpraxis gefragt, um Familie und ärztliche Tätigkeit leben zu können.

In den vergangenen Jahren hat sich ein Spektrum an Möglichkeiten eröffnet, um Familie und Karriere besser unter einen Hut zu bringen. Mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz hat der Gesetzgeber zum Beispiel auf dem ambulanten Gebiet dazu beigetragen, die Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte mit Familie zu verbessern. Es gibt vielfältige Niederlassungsoptionen, die es zulassen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren und die somit auch eine bessere „Work-Life-Balance“ ermöglichen.

Die Seite www.praxis-und-familie.de sowie die Broschüre der KBV "Beruf und Familie verbinden: Wie sieht das in der Praxis aus?" bieten zahlreiche Tipps, Möglichkeiten und Hinweise für junge Familien. Sie zeigen Wege, wie sich ärztliche Tätigkeit und Familie verbinden lassen.

Die KV Berlin bietet Annehmlichkeiten für niedergelassene Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten, die die Doppelbelastung Familie und Beruf erleichtern und einer Familiengründung entgegenkommen:

  • Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist in Berlin sehr familienfreundlich organisiert, denn dieser basiert seit Jahren auf Freiwilligkeit. Rund 300 der etwa 6500 Vertragsärzte sind regelmäßig im Einsatz, so dass von einer Dienstverpflichtung für alle Niedergelassenen abgesehen werden kann.
    Ausnahme: Für Kinderärzte gilt diese Regelung nicht.
  • Zudem wurde die Residenzpflicht gelockert. In Berlin lässt der Zulassungsausschuss eine Ausnahme zu: Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten haben die Möglichkeit, in Brandenburg zu leben, sofern die Fahrzeit zur Praxis nicht länger als 45 Minuten dauert. Mediziner können demnach mit ihrer Familie in einer ruhigeren Gegend leben, aber weiterhin in Berlin arbeiten.

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Mehr Informationen

Praxisinformation Mai 2011:
Vereinbarkeit von Praxis und Familie
(PDF, 61 KB [2 Seiten])

Mehr Informationen

Internetportal der KBV:
Beruf und Familie verbinden

KBV-Broschüre:
Beruf und Familie verbinden: Wie sieht das in der Praxis aus?
(PDF, 2.6 MB [30 Seiten])

Broschüre der KV Bayerns:
Ärztinnen in der vertragsärztlichen Versorgung
(PDF, 910 KB [24 Seiten])
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