Honorarreform:
Neues Vergütungssystem ab 1.1.2009

Honorarreform Mit dem 1. Januar 2009 hat sich die Systematik der vertragsärztlichen Vergütung geändert. Nach fast 20 Jahren starrer Honorarbudgets besteht erstmals die Chance auf eine Honorierung, die dem tatsächlichen Versorgungsbedarf der Versicherten entspricht. Die alte Muschelwäh- rung in Punkten wurde abgelöst von einer Gebührenordnung in Euro und Cent.

Was die Änderungen für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bedeuten - Informationen dazu finden Sie hier:

Honorarentwicklung 2009

Für das Jahr 2009 konnte die Kassenärztliche Bundesvereinigung bundesweit eine stattliche Honorarsteigerung um rund 2,7 Milliarden Euro durchsetzen. Dies entspricht einer Steigerung von rund zehn Prozent gegenüber 2007. Die Gesamtvergütung im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin wird im nächsten Jahr – nach Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung – voraussichtlich um 10,7 Prozent auf rund 1,28 Milliarden Euro steigen. Damit soll das in den letzten Jahren entstandene Honorardefizit teilweise ausgeglichen werden.

Euro-EBM mit bundesweit gleichen Preisen

Seit 1. Januar 2009 gibt es einen Euro-EBM: Hinter den einzelnen Leistungen stehen Euro-Beträge. Die Preise ergeben sich aus der Punktmenge, mit der die jeweilige Leistung bewertet ist, multipliziert mit dem Orientierungspunktwert. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat diesen Orientierungspunktwert für 2009 mit 3,5001 Cent festgelegt. Dieser Punktwert ist für alle Kassenarten und Fachgruppen bundesweit einheitlich. Mit diesem Punktwert werden fast alle Leistungen vergütet. Leistungen, die bislang mit einem höheren Punktwert vergütet werden, hat der Bewertungsausschuss mit einer höheren Punktzahl bewertet, um eine Honorarabsenkung zu verhindern.

Zum 1. Oktober 2013 wurden der Orientierungswert und der kalkulatorische Punktwert auf 10 Cent angehoben, im Gegenzug sanken die Punktzahlen je Leistung proportional, sodass die Erhöhung des Punktwerts kostenneutral blieb. Für das Jahr 2014 wird nach einem Beschluss des Bewertungsausschusses der Orientierungspunktwert des 4. Quartals 2013 um 1,3 % erhöht, er beträgt dann 10,1300 Cent.

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Zusammensetzung der Gesamtvergütung

Die Gesamtvergütung, die die gesetzliche Krankenkassen für die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung stellen, besteht künftig aus drei Teilen:

  • Den Kern bildet die sogenannte vorhersehbare morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, deren Höhe sich nach dem Behandlungsbedarf der Versicherten einer Krankenkasse richtet. Aus ihr werden die meisten ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen bezahlt.
  • Den zweiten Baustein der Gesamtvergütung bilden Leistungen, die die Krankenkassen als Einzelleistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit auch außerhalb der Regelleistungsvolumina vergüten.
  • Die dritte Säule bildet ein nicht vorhersehbarer Anstieg des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs. Dieser kann künftig nur nachträglich verhandelt werden. Die Bedingungen sind allerdings sehr restriktiv: Als nicht vorhersehbarer Anstieg gelten z. B. Seuchen oder Katastrophensituationen, die mindestens zwei Prozent der Gesamtbevölkerung betreffen.

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Im Blickpunkt

ebm50x50 Einheitlicher
Bewertungs-
maßstab (EBM)

EBM 1/2009 - 3/2013
(zip-Datei, 77 MB)

Zum Herunterladen

Der Honorarvertrag 2009
gültig 01.01.-31.12.2009
(PDF, 5MB) [30 Seiten]

Änderungen in der Honorar-
verteilung zum 1. Juli 2009

(PDF, 785 KB) [2 Seiten]
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