eGK - Die elektronische Gesundheitskarte

eGK  Sandra Koch Musterfrau 101x64 Seit dem 1. Januar 2015 könne gesetzlich krankenversicherte Patienten ausschließlich mit der elektronischen Gesundheitskarte einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen. Auf der Karte gespeichert sind Daten des Versicherten wie Name, Geburtsdatum, Adresse, Versichertennummer und Versichertenstatus. Auf der Rückseite jeder eGK befindet sich die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC. Weitere Funktionen wie der Austausch von Patientendaten sollen mit Beginn des Online-Rollouts freigeschaltet werden.

eGK und die Telematikinfrastruktur

Die eGK ist Grundlage für die erste Anwendung der Telematikinfrastruktur (TI) – dem Versichertenstammdatenabgleich (VSDM). Hierbei geht es darum, die auf der Karte gespeicherten Versichertenstammdaten (Name, Geburtsdatum, Anschrift, Krankenversichertennummer, Versichertenstatus) nicht nur in der Praxis einzulesen, sondern gegebenenfalls zu aktualisieren. Mit der Anbindung an die TI wird das VSDM für alle Vertragsärzte und Psychotherapeuten Pflicht: Ab dem Juli 2019 muss das VSDM bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal durchgeführt und gegenüber der KV Berlin mit den Abrechnungsunterlagen nachgewiesen werden. Anderenfalls sind Honorarkürzungen gesetzlich festgeschrieben.

Ab 2019 nur noch G2-Karten gültig

Ab Januar 2019 gelten zudem nur noch die eGKs der 2. Generation (G2). Die G 1+-Karten sind dann nicht mehr über ein Kartenlesegerät einlesbar und werden in TI-Praxen vom Konnektor abgelehnt. Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Versicherten frühzeitig mit einer G2-Karte auszustatten. Versicherte, die derzeit trotzdem mit einer alten eGK in die Praxis kommen, sollten auf die baldige Ungültigkeit hingewiesen werden.

Achtung: Wenn die Krankenkasse einem Versicherten bereits die neueste eGK zur Verfügung gestellt hat, wurde die alte Karte häufig gesperrt. Nutzt der Patient diese Karte, kommt es jetzt bereits zu Einlesefehlern. Leider weisen Krankenkassen ihre Patienten oft nicht genügend darauf hin.

Um die Praxen zu entlasten und Patienten schnell zu informieren, gibt es eine Patienteninformation als A3-Plakat und Karte zum Auslegen.

Patienten ohne eGK

Für Patienten ohne gültige eGK gelten die üblichen Regelungen des Bundesmantelvertrages (BMV-Ä) für Patienten ohne Versicherungsnachweis. Anspruch auf kassenärztliche Behandlung haben Versicherte danach nur, wenn sie ihre Anspruchsberechtigung durch eine eGK oder durch einen anderen gültigen Anspruchsnachweis belegen können. Der Patient muss die eGK oder den Anspruchsnachweis vor jeder ersten Inanspruchnahme im Quartal vorlegen, eine Überweisung ersetzt das nicht automatisch. Vorläufige Anspruchsnachweise der Krankenkassen sind häufig nur für einen oder wenige Tage gültig. Der Arzt ist berechtigt, die Behandlung eines Versicherten, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, abzulehnen, sofern keine gültige eGK oder Anspruchsberechtigung vorliegt. Dies gilt jedoch nicht bei Notfällen.

Der Arzt darf von einem Versicherten eine privatärztliche Vergütung fordern, wenn die eGK vor der ersten Inanspruchnahme im Quartal nicht vorgelegt worden ist, beziehungsweise ein anderer gültiger Anspruchsnachweis nicht vorliegt und nicht innerhalb einer Frist von zehn Tagen nach der ersten Inanspruchnahme nachgereicht wird. Die Vergütung ist zurückzuzahlen, wenn dem Arzt bis zum Ende des Quartals eine gültige eGK oder ein anderer gültiger Anspruchsnachweis vorgelegt wird.

Fehlt bei der Inanspruchnahme der Versicherungsnachweis oder die eGK, dann ist für Verordnungen auf dem entsprechenden Vordruck anstelle der Kassenangabe der Vermerk "ohne Versicherungsnachweis" anzubringen. Werden Rezepte mit alten Daten der KVK bedruckt, sind Regressanträge der Kassen möglich. Die KBV hat eine Praxisinformation mit unterschiedlichen Fallbeispielen veröffentlicht.

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Service-Centers der KV Berlin gerne telefonisch zur Verfügung.

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Praxis-Service

Patienteninformation: Sie brauchen nur eine Karte: Die Neueste!
Karte zum Auslegen
(PDF, 105 KB [1 Seite])

A3-Plakat für die Praxis
(PDF, 270 KB [1 Seite])

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Gesundheitskarte löst Fehler aus: Woran es liegt und was zu tun ist
aus: LRS der KV Bremen, Nr. 5 | Juli 2018 (PDF, 102 KB [2 Seiten])
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