Demenz - Gemeinsam handeln

Spricht man von einer immer älter werdenden Gesellschaft, ist dies nicht von der Frage nach der medizinischen Versorgung zu trennen, also von Betreuungs- und Behandlungsangeboten für alte Menschen. Denn: Bis zum Jahr 2030 wächst die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen allein in Berlin um 87 %.

Demenz darf nicht länger ein Tabu-Thema sein. Immerhin zählt diese alterstypische Erkrankung zu den häufigsten Krankheiten in der Generation „60 Plus“: In Deutschland sind etwa 1 Million Menschen an einer Demenz erkrankt, etwa 40 % aller geriatrischen Patienten leiden neben körperlichen Beschwerden auch an einer Demenzerkrankung. Aber: Nicht alle kognitiven Störungen im Alter sind Ausdruck einer beginnenden Demenz. Eine systematische und umfassende Diagnostik ist daher unabdingbar. Vor allem bei demenziellen Erkrankungen ist wichtig, dass sie früh erkannt werden. Zwar kann eine Alzheimer Demenz nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht geheilt werden. Doch ein selbst bestimmtes Handeln – gerade im Frühstadium – ist möglich.

Eine Vernetzung von Fach- und Hausärzten ist bei der Behandlung von Demenz extrem wichtig. Pflegende Angehörige oder Pflegepersonal müssen von vornherein mit einbezogen werden. Ein langfristiges Versorgungskonzept für demenzkranke Menschen sollte neben der medikamentösen auch eine nicht-medikamentöse Therapie sowie weitere soziale Maßnahmen einschließen. Oberstes Ziel: Die Lebensqualität des demenzkranken Patienten optimieren – und pflegende Angehörige entlasten.

Bereits 2009 veranstaltete die KV Berlin mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Kooperationstagung zum Thema „Demenz – Gemeinsam für eine bessere Versorgung“. Dabei wiesen die Kooperationspartner darauf hin, dass die familiäre Betreuung demenzkranker Menschen schwieriger wird. In diesem Zusammenhang wurde die Entlastung pflegender Angehöriger durch neue Strukturen bzw. sektor- und berufsgruppenübergreifende Netzwerke diskutiert. Das Programm sowie die Vorträge können Sie sich hier ansehen.

In diesem Jahr diskutierten die Veranstalter „Strategien für eine gemeinsame Versorgung“. Wie sage ich die Diagnose dem Patienten und seinen Angehörigen? Wie können wir Menschen unterstützen, die ihre Angehörigen zuhause versorgen? Was kann man tun, um Demenzen vorzubeugen? Demenz und Mulitmorbidität? Einen Überlick über die Veranstaltung am 25. September 2010 finden Sie hier.

Zurück zur Themenübersicht

(Quelle: KV Berlin)

button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin