Neuartiges Coronavirus: Vorgehen bei Verdachtsfällen

Auf dieser Seite finden Praxen Informationen zu folgenden Themen:

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Vorgehensweise bei Verdachtsfällen

Bei folgenden Patienten sollte eine Abklärung vorgenommen werden (laut RKI, Stand: 12.05.2020)

  1. Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/ oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn
  2. Kontakt zu bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  3. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/ Krankenhaus

Bei Patienten gemäß 1. muss der Verdacht nicht an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Patienten, auf die die anderen Kriterien zutreffen müssen als Verdacht an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

Achtung: Eine Testung sollte somit bei jedem Patienten mit akuten Krankheitssymptomen wie Geruchs- oder Geschmacksstörungen, Temperaturerhöhung, Husten oder Halsschmerzen erfolgen. Die Kassen übernehmen die Kosten, wenn der Arzt den Test für medizinisch notwendig erachtet.

  • Diese Patienten sollten zu Randzeiten in die Praxis bestellt werden.
  • Das RKI empfiehlt das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Aus Sicht der KV Berlin liegt es im Ermessen der Praxis, mit welcher Schutzausrüstung das Personal diesen Patienten begegnet (FFP2 oder Mund-Nase-Schutz). Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Tröpfchen beziehungsweise Aerosolen produzieren, ist ein adäquater Atemschutz (FFP2) erforderlich.

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Test und Labor

  • Getestet wird analog zur Influenza-Diagnostik: Influenza-Test-Kit und normale Influenza-Tupfer sowie üblicher Nasen-Rachen-Abstrich.
  • Sie können die Proben zu jedem Labor schicken (auch zu Ihrem Hauslabor). Die Veranlassung erfolgt auf Muster 10 (Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung). Von dort kann eine Weiterleitung zum Beispiel an das Referenzlabor der Charité erfolgen bzw. das Labor macht es selbst. Hierzu beachten Sie dringend die gesonderten RKI-Informationen.
  • Bestätigt sich der Verdachtsfall und der Patient ist nur leicht erkrankt, kann er ambulant behandelt werden. Eine stationäre Einweisung ist nicht nötig. (siehe Orientierungshilfe RKI)

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Meldung von Verdachtsfällen sowie bestätigten Infektionen

  • Bei Verdacht und bestätigtem Fall unbedingt an die Meldepflicht denken: Danach muss eine namentliche Nennung über die Veranlassung der Diagnostik sowie das Untersuchungsergebnis (positiv/negativ) an das Gesundheitsamt erfolgen.
  • Keine Meldung des Verdachts erfolgt bei Fällen unter differenzialdiagnostischer Abklärung.

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Weitere Möglichkeiten zur Behandlung

Die fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus in Berlin führt zu mehr Patienten, die mit Verdacht auf eine Infektion in die Praxis kommen bzw. kommen möchten. Gleichzeitig haben viele Praxen nicht die nötige Schutzausrüstung, um diese Patienten zu behandeln. Es bestehen folgende Möglichkeiten zur Behandlung dieser Patienten:

Videosprechstunde unbegrenzt möglich

Patientinnen und Patienten wird aufgrund der Pandemie empfohlen, nur in medizinisch dringenden Fällen die Praxen aufsuchen. Eine Alternative ist die Videosprechstunde. Um Ärzten und Psychotherapeuten die Durchführung und Abrechnung zu erleichtern, werden die Möglichkeiten zur Videosprechstunde erweitert. So sind zum Beispiel Fallzahl und Leistungsmenge nicht mehr limitiert. Weitere Informationen können der Praxisnachricht der KBV und der Webseite der KV Berlin (QS-Leistung Videosprechstunde) entnommen werden. Dort erfahren Sie, welche Leistung als Videosprechstunde abgerechnet werden kann.

Neu: Telefonische Ausstellung von AU-Bescheinigungen bis zu 7 Tage (noch bis zum 31. Mai)

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 14. Mai 2020 die befristete Ausnahmeregelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit durch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte bis zum 31. Mai verlängert. Achtung: Diese Regelung läuft zum 31. Mai 2020 aus. Ab dem 1. Juni müssen Patientinnen und Patienten wieder persönlich in der Praxis erscheinen. Für die Versendung der AU ist die Gebührenordnungsposition (GOP) 40122 berechnungsfähig. Für die ärztliche Befragung und Beratung am Telefon kann die GOP 01435 (ggf. mit dem Zuschlag nach der GOP 01434 und 01433) abgerechnet werden. Achtung: Sollte im Zusammenhang mit der telefonischen AU ein Labortest nach den Kriterien des RKI erforderlich sein, hat der Arzt den Test auf das Coronavirus zu veranlassen.

Abklärungsstellen an Berliner Krankenhäusern

Patienten, die nach RKI-Kriterien getestet werden sollten, können von Praxen auch an sechs Berliner Abklärungsstellen verwiesen werden. Der dort diensthabende Arzt entscheidet, ob auf eine Corona-Infektion getestet wird. Übersicht der Standorte auf www.berlin.de
Achtung: Für die drei Abklärungsstellen, an denen die KV Berlin beteiligt ist (Vivantes-Krankenhäuser Prenzlauer Berg und Wenckebach-Klinikum, Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, KEH) gelten über Ostern folgende Öffnungszeiten: Prenzlauer Berg Ostersamstag und Ostermontag von 10 bis 16 Uhr, Wenckebach-Klinikum Karfreitag und Ostersonntag 10 bis 16 Uhr, KEH an Karfreitag und Ostersonntag von 10 bis 16 Uhr.

Fahrdienst im Rahmen der 116117

Immobile Patienten mit sehr schweren Erkältungssymptomen, die RKI-Indikationskriterien 3 und 4 (siehe Orientierungshilfe RKI) erfüllen, können durch besonders ausgestattete Fahrzeuge im Rahmen des Fahrdienstes des ärztlichen Bereitschaftsdienstes angefahren werden. Die KV Berlin kooperiert hierzu mit der Berliner Feuerwehr. Bitte beachten: Praxen können Patienten, die die genannten Kriterien erfüllen, an die 116117 verweisen. Die Entscheidung, ob der Fahrdienst ausgelöst wird, trifft die Leitstelle.

COVID-19-Praxen

Hausärztliche Praxen in Berlin haben sich bereit erklärt, Patienten mit Verdacht auf COVID-19 zu behandeln, die sich aus verschiedenen Gründen nicht an den eigenen Hausarzt wenden können. Alle COVID-19-Praxen haben die nötigen Schutzmaßnahmen getroffen und es ist sichergestellt, dass diese Patienten getrennt von nicht coronainfizierten Patienten behandelt werden. Weitere Informationen

Weitere Maßnahmen für Patienten vulnerabler Gruppen

Es sollte weiterhin der Schutz von vulnerablen Gruppen vor impfpräventablen Lungenerkrankungen forciert werden: Überprüfung und Auffrischung der Pneumokokken- und Pertussis-Impfung sowie ggf. der Influenza-Impfung von über 60-Jährigen und chronisch Kranken. Weitere Informationen

(Quelle: KV Berlin)

Weitere Informationen

Infoseite RKI

Verdachtsabklärung 2019-nCoV:
Orientierungshilfe des RKI für Ärzte
(PDF, 59 KB [1 Seite])

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Infoseite KBV

Praxisinformationen der KBV:
Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion? So können Sie in der Praxis vorgehen.
(PDF, 388 KB [1 Seite])

Hinweise und Erläuterungen zur AU-Bescheinigung
(PDF, 374 KB [2 Seiten])

Coronavirus - In welchen Fällen das Einlesen der eGK entfällt
(PDF, 394 KB [2 Seiten])

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Handlungsempfehlungen der KV Berlin für den Praxisbetrieb
(PDF, 103 KB [2 Seiten])

Patienteninformationen

Aushang für die Praxis
(PDF, 335 KB [1 Seite])
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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Plakat: Die 10 wichtigsten Hygienetipps
(PDF, 138 KB [1 Seite])

Broschüre: Infektionen vorbeugen - Hygiene schützt
(PDF, 312 KB [8 Seiten])
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Infoseite BMG

Infoseite 116117.de
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