Neuartiges Coronavirus: Vorgehen bei Verdachtsfällen

Auf dieser Seite finden Praxen Informationen zu folgenden Themen:

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Neu: Vorgehensweise bei Verdachtsfällen

  • Erstkontakt in der Praxis: Patienten mit respiratorischen Symptomen erhalten Mund-Nase-Schutz und sollten nach Möglichkeit seapriert werden.
  • Generell gilt gemäß Robert Koch-Institut (RKI):
    • Es werden nur noch Personen mit akuten respiratorischen Symptome getestet, vorrangig Risikiopatienten.
    • Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Vorerkrankungen werden nur bei ausreichender Testverfügbarkeit getestet.
    • Wer mild erkrankt, kein Risikopatient sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten.
    • Menschen ohne Krankheitszeichen sollen grundsätzlich nicht getestet werden

Begründete Verdachtsfälle sind (laut RKI, Stand: 24.03.2020)

  • Patienten, die akute respiratorische Symptome aufweisen und Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten
  • Neu: Patienten mit Hinweisen auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern

Bei diesen Fällen ist eine Abklärung unbedingt notwendig, der Verdacht wird an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet.

Fälle unter differenzialdiagnostischer Abklärung sind (laut RKI)

  • Patienten mit Hinweisen auf eine virale Pneumonie ohne Alternativdiagnose, die keinen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19 Fall hatten
  • Neu: Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Kontakt zu einem bestätigten COVID-19 Fall, die in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus tätig sind oder zu einer Risikogruppe gehören

Bei diesen Patienten sollte eine Abklärung vorgenommen werden, der Verdacht wird noch nicht an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet.

  • Neu: Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Kontakt zu einem bestätigten COVID-19 Fall und ohne bekannte Risikofaktoren

Bei diesen Patienten sollte eine Abklärung vorgenommen werden, wenn es die Testkapazität zulässt.

  • Diese Patienten sollten zu Randzeiten in die Praxis bestellt werden.
  • Das RKI empfiehlt das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Aus Sicht der KV Berlin liegt es im Ermessen der Praxis, mit welcher Schutzausrüstung das Personal diesen Patienten begegnet (FFP2 oder Mund-Nase-Schutz). Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Tröpfchen beziehungsweise Aerosolen produzieren, ist ein adäquater Atemschutz (FFP2) erforderlich.

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Test und Labor

  • Getestet wird analog zur Influenza-Diagnostik: Influenza-Test-Kit und normale Influenza-Tupfer sowie üblicher Nasen-Rachen-Abstrich.
  • Sie können die Proben zu jedem Labor schicken (auch zu Ihrem Hauslabor). Die Veranlassung erfolgt auf Muster 10 (Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung). Von dort kann eine Weiterleitung zum Beispiel an das Referenzlabor der Charité erfolgen bzw. das Labor macht es selbst. Hierzu beachten Sie dringend die gesonderten RKI-Informationen.
  • Bestätigt sich der Verdachtsfall und der Patient ist nur leicht erkrankt, kann er ambulant behandelt werden. Eine stationäre Einweisung ist nicht nötig. (siehe Orientierungshilfe RKI)

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Meldung von Verdachtsfällen sowie bestätigten Infektionen

  • Bei Verdacht und bestätigtem Fall unbedingt an die Meldepflicht denken: Danach muss eine namentliche Nennung über die Veranlassung der Diagnostik sowie das Untersuchungsergebnis (positiv/negativ) an das Gesundheitsamt erfolgen.
  • Keine Meldung des Verdachts erfolgt bei Fällen unter differenzialdiagnostischer Abklärung.

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Weitere Möglichkeiten zur Behandlung

Die fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus in Berlin führt zu mehr Patienten, die mit Verdacht auf eine Infektion in die Praxis kommen bzw. kommen möchten. Gleichzeitig haben viele Praxen nicht die nötige Schutzausrüstung, um diese Patienten zu behandeln. Es bestehen folgende Möglichkeiten zur Behandlung dieser Patienten:

Videosprechstunde unbegrenzt möglich

Patientinnen und Patienten wird aufgrund der Pandemie empfohlen, nur in medizinisch dringenden Fällen die Praxen aufsuchen. Eine Alternative ist die Videosprechstunde. Um Ärzten und Psychotherapeuten die Durchführung und Abrechnung zu erleichtern, werden die Möglichkeiten zur Videosprechstunde erweitert. So sind zum Beispiel Fallzahl und Leistungsmenge nicht mehr limitiert. Weitere Informationen können der Praxisnachricht der KBV und der Webseite der KV Berlin (QS-Leistung Videosprechstunde) entnommen werden. Dort erfahren Sie, welche Leistung als Videosprechstunde abgerechnet werden kann.

Neu: Telefonische Ausstellung von AU-Bescheinigungen bis zu 14 Tage

Ab sofort können Patienten nach telefonischer Konstellation bis zu 14 Tage lang krankgeschrieben werden – KBV und Krankenkassen haben sich auf eine Ausweitung der bestehenden Regelung geeinigt. Voraussetzung für die Ausstellung einer solchen AU-Bescheinigung ist, dass es sich um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt. Auch für Patienten bei denen ein Infektionsverdacht mit dem Coronavirus besteht, ist die Ausstellung möglich. Wichtig: Bei der telefonischen Krankschreibung müssen Ärzte den Patienten darauf hinweisen, dass er bei Verschlechterung der Symptome – nach telefonischer Anmeldung – einen Arzt aufsucht. Sollte der Patient außerdem gemäß Vorgaben des RKI auf eine Infektion getestet werden, informiert der Arzt, wo ein solcher Test erfolgen kann. Die KV Berlin empfiehlt dieses Vorgehen nur bei Patienten, die in der Praxis bekannt sind. Sollte es nicht möglich sein, dass ein gesunder Angehöriger die EGK zum Einlesen in die Praxis bringt, sollte das Ersatzverfahren angewendet werden. Bitte beachten: KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf die telefonische Ausstellung von AU-Bescheinigungen geeinigt. Die Vereinbarung gilt zunächst befristet bis zum 23. Juni 2020. Für Patienten in Quarantäne, die eine AU-Bescheinigung benötigen, sind zusätzlich die Informationen aus der PID-Sonderausgabe vom 13. März 2020 zu beachten.

Abklärungsstellen an Berliner Krankenhäusern

Patienten, die nach RKI-Kriterien zur Klasse 3 (siehe Orientierungshilfe RKI) gehören und schwere Erkältungssymptome zeigen, können von Praxen auch an sechs Berliner Abklärungsstellen verwiesen werden. Der dort diensthabende Arzt entscheidet, ob auf eine Corona-Infektion getestet wird. Die Standorte:

  • DRK Kliniken Berlin Westend: Spandauer Damm 130, Haus 10, 14050 Berlin, Öffnungszeiten: ab 9 Uhr
  • Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg: Zugang über Diesterwegstrasse, 10405 Berlin Prenzlauer Berg, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Bitte vor Besuch bei der Hotline 9028-2828 anrufen.
  • Vivantes Wenckebach-Klinikum: Zugang über Albrechtstraße, 12099 Berlin, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Bitte vor Besuch bei Hotline 9028-2828 anrufen.
  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge: Herzbergstraße 79, 10365 Berlin, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag: 10 bis 17 Uhr
  • Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe: Kladower Damm 221, 14089 Berlin, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr (für begründete Verdachtsfälle), Bitte vor Besuch bei Klinik-Hotline 36501-7222 anrufen (Telefonzeiten: Montag  bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Wochende 9.30 bis 15.30 Uhr).
  • Charité Campus Virchow-Klinikum: Mittelallee 1, 13353 Berlin, Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 16 Uhr, Bitte vor Besuch bei Hotline 9028-2828 anrufen.

Fahrdienst im Rahmen der 116117

Immobile Patienten mit sehr schweren Erkältungssymptomen, die RKI-Indikationskriterien 3 und 4 (siehe Orientierungshilfe RKI) erfüllen, können durch besonders ausgestattete Fahrzeuge im Rahmen des Fahrdienstes des ärztlichen Bereitschaftsdienstes angefahren werden. Die KV Berlin kooperiert hierzu mit der Berliner Feuerwehr. Bitte beachten: Praxen können Patienten, die die genannten Kriterien erfüllen, an die 116117 verweisen. Die Entscheidung, ob der Fahrdienst ausgelöst wird, trifft die Leitstelle.

Weitere Maßnahmen für Patienten vulnerabler Gruppen

Es sollte weiterhin der Schutz von vulnerablen Gruppen vor impfpräventablen Lungenerkrankungen forciert werden: Überprüfung und Auffrischung der Pneumokokken- und Pertussis-Impfung sowie ggf. der Influenza-Impfung von über 60-Jährigen und chronisch Kranken. Weitere Informationen

(Quelle: KV Berlin)

Weitere Informationen

Infoseite RKI

Verdachtsabklärung 2019-nCoV:
Orientierungshilfe des RKI für Ärzte
(PDF, 59 KB [1 Seite])

Infoseite KBV

Praxisinformationen der KBV:
Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion? So können Sie in der Praxis vorgehen.
(PDF, 388 KB [1 Seite])

Hinweise und Erläuterungen zur AU-Bescheinigung
(PDF, 374 KB [2 Seiten])

Patienteninformationen

Aushang für die Praxis
(PDF, 335 KB [1 Seite])
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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Plakat: Die 10 wichtigsten Hygienetipps
(PDF, 138 KB [1 Seite])

Broschüre: Infektionen vorbeugen - Hygiene schützt
(PDF, 312 KB [8 Seiten])
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Infoseite BMG

Infoseite 116117.de
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