Abrechnung und Honorar

Auf dieser Seite finden Praxen Informationen zu folgenden Themen:

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Extrabudgetäre Vergütung

  • COVID-19-Leistungen werden seit dem 1. Februar von den Krankenkassen extrabudgetär vergütet und nicht bereinigt. Wichtig für die Abrechnung ist, dass die Ärzte alle diese Fälle mit der Ziffer 88240 kennzeichnen (siehe unten).
  • Ab 1. April werden diese Leistungen aufgrund des nicht vorhersehbaren Anstiegs des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs (NVA) extrabudgetär vergütet:
    • alle Leistungen, die der Arzt und gegebenenfalls Kollegen seiner Arztgruppe, am Tag der Dokumentation der Ziffer 88240 abrechnen
    • die in diesem Quartal von dieser Arztgruppe abgerechneten Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen, Zusatzpauschalen für Pneumologie (GOP 04530 und 13650) und Zusatzpauschalen fachinternistische Behandlung (GOP 13250).

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Kennzeichung des Falls

  • Fälle mit klinischem Verdacht und Fälle mit bestätigtem Nachweis, in denen die GOP 32816 veranlasst wurde, sind mit der Symbolnummer (SNR) 88240 zu kennzeichnen.
  • Ab 1. April 2020 ist die Ziffer 88240 ist vom behandelnden Arzt jeweils an allen Tagen zu dokumentieren, an denen eine Behandlung aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt.
  • Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben.
  • Die angefallenen Sachkosten (Abstrichträger, Transportkosten) sind in der GOP 32816 inkludiert und können daher nicht gesondert abgerechnet oder in Rechnung gestellt werden.
  • Für die Testung aufgrund einer Warnung durch die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung wurden zum 15. Juni 2020 neue GOP in den EBM aufgenommen:
    GOP 02402: Zusatzpauschale im Zusammenhang mit GOP 32811
    Sie beinhaltet das Gespräch und/oder die Abstrichentnahme aus den oberen Atemwegen für die Untersuchung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2. Die GOP ist einmal am Behandlungstag und neben den versicherten- und Grundpauschalen berechnungsfähig. Sie ist mit 91 Punkten bewertet und wird mit 10 Euro vergütet.
    Kostenpauschale 40101
    Sie ist ein Zuschlag zur GOP 32811 zur Vergütung der Kosten für Versandmaterial, für die Versendung beziehungsweise den Transport des Untersuchungsmaterials und die Übermittlung des Untersuchungsergebnisses. Sie ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und wird mit 2,60 Euro vergütet.

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Neu: Patienten ohne Symptome

Die KV Berlin weist darauf hin, dass sich die Vergütung der Testungen von Reiserückkehrern nach Deutschland aktuell an der Rechtsverordnung des BMG bemisst. Die Pauschale beträgt 15 Euro. Dementsprechend wurde die Übersicht zur Veranlassung von Testungen (PDF, 535 KB [1 Seite]) aktualisiert. Die mit der Senatsverwaltung für Gesundheit abgeschlossene Vereinbarung gilt demzufolge nicht mehr. Aktuell arbeitet die KV Berlin daran, mit der Senatsverwaltung eine Vereinbarung zu verhandeln, um die fehlende Differenz zwischen den 25,60 Euro und den 15 Euro (Aufwand für Schutzkleidung) auszugleichen.

Alle anderen Tests, die bei symptomlosen Patienten erfolgen und nicht vom ÖGD veranlasst sind, müssen von diesen privat bezahlt werden. Dies ist z.B. der Fall bei Personen, die in Pflegeheime aufgenommen werden oder Personen bei denen der Arbeitgeber einen Test fordert.

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Abrechnungsziffer Labore

  • Der Bewertungsausschuss hat mit Wirkung zum 1. Februar 2020 die GOP 32816 zur Abklärung eines Verdachtes auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) in den EBM aufgenommen.
  • Die neue Leistung 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.
  • Die Abrechnung der GOP 32816 über die GKV ist nur möglich, wenn die Testkriterien des RKI zutreffen.
  • Testungen auf SARS-CoV-2, die nach der GOP 32816 abrechnungsfähig sind, können Laborärzte nun nicht nur mittels RT-PCR, sondern seit dem 1. Mai auch mittels anderer Nukleinsäure-Amplifikationsverfahren durchführen und abrechnen. [mehr...]
  • Neu: Zum 1. Juli 2020 wird die Vergütung für den PCR-Test zum Nachweis von SARS-CoV-2 auf 39,40 Euro abgesenkt. Diese Abwertung der GOP 32816 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) gegen die Stimmen der Ärzteseite beschlossen (65. Sitzung).
  • Neu: Für die Testung aufgrund einer Warnung durch die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung wurden zum 15. Juni 2020 neue GOP in den EBM aufgenommen:
    GOP 12221: Zuschlag zur GOP 32811
    Der Zuschlag für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie wird mit 14 Punkten vergütet und ist je Auftragsleistung nach der GOP 32811 berechnungsfähig. Bei der Berechnung der GOP 32811 ist die GOP 12221 anstelle der Grundpauschale GOP 12220 anzugeben.

    GOP 32811: Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2
    Die GOP bildet die Untersuchung von Material der oberen Atemwege ausschließlich nach einer Warnung durch die Corona-Warn-App ab. Die GOP ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und wird mit 39,40 Euro vergütet. Die Bewertung der GOP 32811 entspricht der Bewertung der kurativen Leistung nach der GOP 32816, die mit dem Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses in seiner 65. Sitzung gegen die Stimmen der Ärzteseite bestimmt wurde.

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Antikörpertest

  • Weil der GKV-Spitzenverband die kasseninterne Abstimmung nicht abschließen konnte, gibt es weiterhin keine eigene GOP für die Antikörpertestung auf SARS-CoV-2. Nach Auffassung der KBV können deswegen serologische Untersuchungen zum indirekten Erregernachweis bis auf Weiteres mit der GOP 32641 als zutreffende "Ähnliche Untersuchung" in Verbindung mit der Kennziffer 88240 abgerechnet werden. [mehr...]
    Achtung: Laut KBV können Antikörpertests bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Dennoch sollte der direkte Erregernachweis im Vordergrund stehen. Mit den derzeit am Markt befindlichen Antikörpernachweisen kann bei einmaliger Untersuchung nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt.


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Kodierung

  • Rückwirkend zum 1. Januar 2020 wurde auch die ICD-10 Stammdatei angepasst: U07.1! (Coronavirus-Krankheit-2019)
    Der Kode ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.
  • Zum 1. April 2020 wurde ein neuer Kode eingeführt: U07.2!
    Dieser ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Infektion jedoch nach den Kriterien des Robert Koch-Institutes vorliegt.
  • Zum 1. Juni 2020 wurde der Kode U99.0! eingeführt. Mit diesem Kode werden Fälle erfasst, bei denen keine Symptome für eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestehen, jedoch ein entsprechender Labortest durchgeführt wurde und dessen Ergebnis negativ ausfällt. Der Kode kennzeichnet „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2“ und ist zusammen mit dem Kode Z11 „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“ anzugeben.
  • Hinweis: Das ! gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben (U07.1 statt U07.1 !).
  • Weitere Informationen in den Kodierungshinweisen der KBV (PDF, 407 KB [2 Seiten])

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Honorar

Angesicht der aktuell sehr heterogenen und schwankenden Patientenzahlen gibt die KV Berlin Antworten auf zwei häufige Fragen zur wirtschaftlichen Absicherung der Berliner Praxen.

  • Welche Auswirkungen haben rückläufige Fallzahlen auf mein Regelleistungsvolumen (RLV) im nächsten Jahr?
    Bei Coronavirus-bedingt rückläufigen Patientenzahlen wird auf die RLV-Fallzahlen des Vorvorjahresquartals zurückgegriffen. Und zwar dann wenn diese Zahlen – bei unveränderten Praxiskonstellation –nicht mehr zu einer repräsentativen RLV-Fallzahl im Folgejahresquartal führen würden. Das bedeutet beispielsweise, dass für das 1. Quartal 2021 die RLV-relevante Fallzahl des 1. Quartals 2019 herangezogen werden würde, gesteigert um vier Prozent. Mit der prozentualen Steigerung wird der allgemeinen Steigerungsmöglichkeit von zwei Prozent pro Jahr des Honorarverteilungsmaßstabs Rechnung getragen.
  • In meiner Praxis bleiben die Patienten aus, insbesondere Vorsorgetermine werden derzeit nicht wahrgenommen. Im Augenblick ist nicht abzusehen ist, ob ich mit dem erwirtschafteten Honorar die laufenden Kosten decken kann. Was tut die KV Berlin?
    Sollte es zu einem deutlichen Rückgang des Honorarumsatzes in einer Praxis kommen, wird die KV Berlin einen finanziellen Ausgleich vorsehen. Über diesen Ausgleich sollen Coronavirus-bedingte Umsatzeinbrüche abgefedert werden, in dem eine Stützung des Gesamthonorars erfolgt. Die Modalitäten zur Stützung der Honorarbestandteile der MGV werden zurzeit in der KV Berlin über den Honorarverteilungsmaßstab festgelegt. Regelungen zur Stützung der extrabudgetären Leistungen konnten auf Bundesebene im Gesetz § 87a 3b SGB V verankert werden. Hiernach kann die Kassenärztliche Vereinigung bei einem Rückgang des Gesamthonorars einer Praxis von mehr als 10 Prozent und einem Corona-Bedingten Fallzahlrückgang gegenüber des Vorjahresquartals eine Ausgleichszahlung für EGV-Honorarbestandteile leisten.

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Abrechnung telefonisch erbrachter Leistungen

Telefonkonsultationen im 2. Quartal 2020 für alle Arztgruppen möglich

Der Bewertungsausschuss schafft rückwirkend ab dem 1. April und befristet bis zum 30. Juni 2020 bundeseinheitliche Abrechnungsmöglichkeiten für die telefonische Betreuung und Beratung von Patienten per Telefon. Dazu wurden zwei neue Zuschlags-GOP in den EBM aufgenommen (01433 und 01434).
[mehr...]

(Quelle: KV Berlin)

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