Neuartiges Coronavirus: Abrechnung und Honorar

Auf dieser Seite finden Praxen Informationen zu folgenden Themen:

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Extrabudgetäre Vergütung

  • COVID-19-Leistungen werden seit dem 1. Februar von den Krankenkassen extrabudgetär vergütet und nicht bereinigt. Wichtig für die Abrechnung ist, dass die Ärzte alle diese Fälle mit der Ziffer 88240 kennzeichnen (siehe unten).

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Kennzeichung des Falls

  • Fälle mit klinischem Verdacht und Fälle mit bestätigtem Nachweis, in denen die GOP 32816 veranlasst wurde, sind mit der Symbolnummer (SNR) 88240 zu kennzeichnen.
  • Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben.
  • Die angefallenen Sachkosten (Abstrichträger, Transportkosten) sind in der GOP 32816 inkludiert und können daher nicht gesondert abgerechnet oder in Rechnung gestellt werden.

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Abrechnungsziffer Labore

  • Der Bewertungsausschuss hat mit Wirkung zum 1. Februar 2020 die GOP 32816 zur Abklärung eines Verdachtes auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) in den EBM aufgenommen.
  • Die neue Leistung 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.
  • Die Abrechnung der GOP 32816 über die GKV ist nur möglich, wenn die Falldefinition des RKIerfüllt ist. Aktuell gilt folgende Definition: Personen mit respiratorischen Symptomen unabhängig von deren Schwere UND Kontakt mit einem bestätigten Fall mit 2019-nCoV; Personen mit erfülltem klinischen Bild UND Aufenthalt in einem Risikogebiet. Oder: Akute respiratorische Symptome und Aufenthalt innerhalb der letzten 14 Tage in Regionen mit COVID-19-Fällen sowie Hinweise auf eine virale Pneumologie ohne erfassbares Expositionsrisiko.

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Kodierung

  • Rückwirkend zum 1. Januar 2020 wurde auch die ICD-10 Stammdatei angepasst: Die neue Schlüsselnummer lautet:
    U07.1! (Coronavirus-Krankheit-2019).

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Honorar

Angesicht der aktuell sehr heterogenen und schwankenden Patientenzahlen gibt die KV Berlin Antworten auf zwei häufige Fragen zur wirtschaftlichen Absicherung der Berliner Praxen.

  • Welche Auswirkungen haben rückläufige Fallzahlen auf mein Regelleistungsvolumen (RLV) im nächsten Jahr?
    Bei Coronavirus-bedingt rückläufigen Patientenzahlen wird auf die RLV-Fallzahlen des Vorvorjahresquartals zurückgegriffen. Und zwar dann wenn diese Zahlen – bei unveränderten Praxiskonstellation –nicht mehr zu einer repräsentativen RLV-Fallzahl im Folgejahresquartal führen würden. Das bedeutet beispielsweise, dass für das 1. Quartal 2021 die RLV-relevante Fallzahl des 1. Quartals 2019 herangezogen werden würde, gesteigert um vier Prozent. Mit der prozentualen Steigerung wird der allgemeinen Steigerungsmöglichkeit von zwei Prozent pro Jahr des Honorarverteilungsmaßstabs Rechnung getragen.



  • In meiner Praxis bleiben die Patienten aus, insbesondere Vorsorgetermine werden derzeit nicht wahrgenommen. Im Augenblick ist nicht abzusehen ist, ob ich mit dem erwirtschafteten Honorar die laufenden Kosten decken kann. Was tut die KV Berlin?
    Sollte es zu einem deutlichen Rückgang des Honorarumsatzes in einer Praxis kommen, wird die KV Berlin einen finanziellen Ausgleich vorsehen. Über diesen Ausgleich sollen Coronavirus-bedingte Umsatzeinbrüche abgefedert werden, in dem eine Stützung auf 85 Prozent Ihres Honorars aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) aus dem Vorjahresquartal erfolgt. Honorareinbrüche der extrabudgetären Gesamtvergütung (EGV) kann die KV Berlin leider nicht ausgleichen. Hier hat die KV bereits an die Bundesebene appelliert, damit sich die KBV dafür einsetzt, ähnlich wie es derzeit bereits durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) für den stationären Sektor erfolgt, für Umsatzeinbrüche im EGV-Bereich Ausgleichzahlungen zu verhandeln. Die Auszahlung der Abschläge an die Praxen wurde im Rahmen der Entwicklung eines Pandemieplans für die KV Berlin als Kernprozess identifiziert und ist sichergestellt!

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Neu: Abrechnung telefonisch erbrachter Leistungen

Der Vorstand der KV Berlin hat mit Wirkung für das zweite Quartal 2020 beschlossen, dass Leistungen, die innerhalb der MGV per Video abrechenbar sind, übergangsweise auch per Telefon abgerechnet werden können. Hintergrund sind Berichte, dass aufgrund der aktuell hohen Ausnutzung, Leitungen überlastet sind und sich der Aufbau der Strukturen als schwierig gestaltet.

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(Quelle: KV Berlin)

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