Chroniker-Richtlinie

Beratung zur Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs

Zum 1. Januar 2008 wurde im Zusammenhang mit der geänderten Chroniker-Richtlinie die neue Beratungsleistung zur Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs (GOP 01735) eingeführt. Das Angebot gilt für Frauen, die nach dem 1. April 1987 geboren sind. Mit dem Nachweis der Beratung können sie im Falle einer späteren Erkrankung auch dann von der Chronikerregelung profitieren, wenn sie die Untersuchung selbst nicht regelmäßig haben durchführen lassen. Ihre Zuzahlungsgrenze wird auf ein Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen halbiert.

Beratungspflicht statt verpflichtende Früherkennungsuntersuchungen

Die Einführung der neuen Leistung geht zurück auf das Wettbewerbsstärkungsgesetz. Im Zuge der gesetzlichen Neuregelungen hatte der Gemeinsame Bundesausschuss den Auftrag bekommen, bis zum 31. Juli 2007 die so genannte neue Chronikerregelung zu präzisieren. Ursprünglich sollte die Höhe der Zuzahlungen an die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen geknüpft werden.

Beratung über Vor- und Nachteile

Die Beratung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Chronikerregelung soll die Frauen über die Vor- und Nachteile der Früherkennungsuntersuchung informieren. Dazu wird der Gemeinsame Bundesausschuss noch ein Merkblatt zur Verfügung stellen.

Dokumentation vorerst auf einem Rezept

Das Beratungsgespräch soll in einem Präventionspass dokumentiert werden. Nach Auskunft der Spitzenverbände der Krankenkassen verzögert sich die Bereitstellung der Pässe allerdings noch, so dass auf Bundesebene eine Übergangsregelung vereinbart wurde. Sollten Sie also eine solche Beratung durchführen, dann dokumentieren Sie das Gespräch ab 1. April 2008 bitte auf einem Rezeptausdruck mit folgendem Text:

"Die o.g. Versicherte hat an der Beratung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Definition schwerwiegender Erkrankungen im Sinne des § 62 SGB V über die Chancen und Risiken der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses teilgenommen."

Bitte versehen Sie die Bescheinigung zusätzlich mit Ihrem Vertragsarztstempel und Ihrer Unterschrift, bevor Sie diese Ihrer Patientin geben.

Extrabudgetäre Vergütung

Die Vergütung der Beratungsleistung – Gebührenordnungsposition 01735 - erfolgt extrabudgetär.

Hinweise zur Abrechnung

  • Die Gebührenordnungsposition 01735 kann nur von Ärzten berechnet werden, die berechtigt sind, die Untersuchung (gemäß Präambel der EBM-Kapitel 3 und 8) abzurechnen.
  • Sie kann nur einmalig im Zeitraum von zwei Jahren nach Erreichen der Anspruchsberechtigung berechnet werden.
  • Im Quartal der Berechnung der Gebührenordnungsposition 01735 und im Folgequartal ist die GPO 01730 nicht berechnungsfähig.
  • Die Gebührenordnungsposition 01735 ist nicht neben den der 01620 und der 01621 berechnungsfähig.

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(Quelle: KV Berlin)

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