ASV - Abrechnung und Vergütung

2014 ist ein neues Behandlungsangebot für Patienten, die an einer schweren oder seltenen Erkrankung leiden, an den Start gegangen: die ambulante spezialfachärztliche Versorgung - kurz ASV. Die Behandlung erfolgt durch interdisziplinäre Ärzteteams in Praxen und Klinken zu gleichen Rahmenbedingungen.

Die ASV ist ein eigener Versorgungsbereich, sie gehört nicht zur vertragsärztlichen Versorgung, deshalb gilt für diesen Bereich nicht der Bundesmantelvertrag. Auch Abrechnung und Vergütung sind gesondert geregelt.

Vergütung

Die Vergütung ist für Praxis- und Klinikärzte einheitlich. Alle Leistungen werden zu festen Preisen bezahlt, extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung. Der GKV-Spitzenverband, die KBV und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben die Aufgabe, eine eigene Vergütungssystematik für die ASV zu entwickeln. Bis dahin gelten die Preise des EBM. Leistungen, die nicht im EBM enthalten sind und abgerechnet werden dürfen, werden gesondert vergütet.

Die Leistungen, die Ärzte in der ASV abrechnen können, werden in den Anlagen zur ASV-Richtlinie für jede Erkrankung beschrieben. In diesem "Appendix" ist auch festgelegt, wer von den ASV-Teammitgliedern die Leistung abrechnen darf. Der Appendix besteht aus zwei Abschnitten:

  • Abschnitt 1 enthält alle EBM-Gebührenordnungspositionen (GOP) für die jeweilige ASV-Erkrankung
  • Abschnitt 2 enthält neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die noch nicht Bestandteil des EBM sind, aber im Rahmen der ASV angewendet und abgerechnet werden dürfen.
    Alle in Abschnitt 2 definierten Leistungen sollen spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten einer ASV-Indikation in das neue EBM-Kapitel 50 für die ASV überführt werden.

Abrechnung

Ärzte dürfen ASV-Leistungen erst dann abrechnen, wenn sie die Berechtigung haben, in dem neuen Versorgungsbereich tätig zu sein. Die ASV-Berechtigungen erteilt der erweiterte Landesausschuss (eLA). Da die Berechtigung immer nur für ein bestimmtes Krankheitsbild gilt, können nur Leistungen für dieses Krankheitsbild abgerechnet werden.

Für die Abrechnung benötigen die ASV-berechtigten Ärzte eine ASV-Teamnummer. Diese 9-stellige ASV-Teamnummer erhält das Team von der ASV-Servicestelle.

Jeder ASV-berechtigte Arzt oder Psychotherapeut rechnet seine ASV-Leistungen selbst ab. Es gibt keine Sammelabrechnung, die einer für das ganze Team übernimmt. Sowohl Klinik- als auch Vertragsärzte können wählen, mit wem sie abrechnen: über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) oder direkt mit der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse des Patienten.

Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung Berlin

Für die Abrechnung der ASV-Leistung und die Honorarauszahlung über die KV Berlin bedarf es lediglich zweier Voraussetzungen:

  1. Sie müssen bei der ASV-Servicestelle für Ihre ASV-Abrechnung das Abrechnungsinstitutskennzeichen der KV Berlin »209500106« angegeben haben. Diese neunstellige Nummer ist ein eindeutiges Merkmal für die Abrechnung und wird im Zahlungsverkehr verwendet. Sollte dieses Abrechnungsinstitutskennzeichen nicht bei der ASV-Servicestelle eingetragen sein, bitten wir Sie, dies zu ändern.
  2. Je Teammitglied und je Krankheitsbild ist eine Abrechnungsvereinbarung mit der KV Berlin abzuschließen. Dazu füllen Sie einfach die Teilnahmeerklärung elektronisch aus, drucken diese aus und schicken sie unterzeichnet an die KV Berlin. Nach erfolgreicher Prüfung Ihrer Angaben auf der Teilnahmeerklärung durch die KV Berlin erhalten Sie die von der KV Berlin unterzeichnete Teilnahmeerklärung (Abrechnungsvereinbarung) zurück. Auf dieser Abrechnungsvereinbarung ist vermerkt, ab welchem Quartal die Abrechnung der ASV-Leistungen über die KV Berlin erfolgen kann.

Für Vertragsärzte ändert sich bei der Abrechnung über die KV wenig:

  • Der Arzt wählt in seiner Praxissoftware die ASV-Leistung aus, die er abrechnen will.
  • Zusätzlich zur Leistung gibt er die ASV-Teamnummer ein, damit die KV die Leistung richtig zuordnen kann.
  • Die ASV-Abrechnung ist bis zum 8. Tag des Folgequartals ausschließlich elektronisch und leitungsgebunden (Onlineabrechnung) unter Verwendung einer von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zertifizierten Software mit integrierter ASV-Abrechnung unter Anwendung des jeweils aktuellen Prüfmoduls mit KVDT-Datenformat bei der KV einzureichen. Eine Fristverlängerung für die Abrechnung der GKV-Leistungen gilt auch für die Abgabe von ASV-Leistungen und umgekehrt. Aufgrund der Änderung der ASV-AV sind ab dem 01.07.2016 neben den im jeweiligen Abrechnungsquartal erbrachten Leistungen nur bisher nicht abgerechnete ASV-Abrechnungsfälle abrechenbar, die in dem Quartal vor dem Abrechnungsquartal erbracht wurden. Die Abgabe der GKV- und ASV-Abrechnung muss immer zusammen in einer Datei erfolgen.
  • Der Arzt erhält das ASV-Honorar für die von den Krankenkassen anerkannten ASV-Leistungen in der von den Krankenkassen festgestellten Höhe von der KV Berlin entsprechend dem üblichen Verfahren der GKV auf das für die BSNR des Arztes bei der KV Berlin hinterlegte Konto.

    Sollte eine Krankenkasse die abgerechneten ASV-Leistungen nicht vollumfänglich vergüten, erfolgt eine entsprechende Information. Einwendungen gegen die Vergütung sind dann gegenüber der betreffenden Krankenkasse geltend zu machen.

Weitere wichtige Hinweise für die Abrechnung über die KV Berlin und weitere Informationen finden Sie in dem Merkblatt zur ASV-Abrechnung.

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Erweiterter Landesausschuss

Ansprechpartner für Ärzte der KV-Region Berlin zur Antragstellung für eine ASV-Berechtigung:

Geschäftsstelle des
Erweiterten Landesausschusses Berlin

Teilnahmeunterlagen ASV-Indikationen

Kontakt zum Service-Center

Für Anfragen steht Ärzten und Psychotherapeuten das Service-Center der KV Berlin zur Verfügung:

Tel.: 030 / 31003 - 999
Fax: 030 / 31003 - 900
E-Mail:
service-center@kvberlin.de

Beratungszeiten:
(telefonisch oder persönlich nach Terminvereinbarung)
Mo: 8.30 – 17.00 Uhr
Di:   8.30 – 17.00 Uhr
Mi:  8.30 – 15.00 Uhr
Do:  8.30 – 17.00 Uhr
Fr:   8.30 – 15.00 Uhr
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