Medikationsplan

Seit 1. Oktober 2016 haben Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnete Arzneimittel anwenden, Anspruch auf die Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform. Bei den drei verordneten Arzneimitteln muss es sich um systemisch wirkende Arzneimittel handeln, welche über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen angewendet werden. Unter systemisch wirkenden Arzneimitteln werden dabei solche verstanden, deren Hauptwirkung systemisch ist oder die gegebenenfalls wesentliche systemische Begleitwirkungen besitzen (z.B. Inhalativa bei Asthma und COPD, Augentropfen zur Glaukombehandlung).

Die erstmalige Erstellung des Medikationsplans erfolgt durch Hausärzte nach §73 Abs. 1a SGB V oder in den Fällen, in denen der Versicherte keinen Hausarzt in Anspruch nimmt, durch den behandelnden Facharzt, der für den Versicherten an Stelle des Hausarztes die überwiegende Koordination der Arzneimitteltherapie verantwortet. Der den Medikationsplan erstellende Arzt aktualisiert diesen, sobald er die Medikation ändert oder er in geeigneter Weise Kenntnis von einer Änderung der Medikation erlangt. Aktualisierungen können auch durch andere an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte sowie in Einrichtungen der Krankenversorgung vorgenommen werden. Auch abgebende Apotheken können auf Wunsch des Versicherten erforderliche Aktualisierungen im Medikationsplan vornehmen.

Zu dokumentieren sind:

  1. alle Arzneimittel, die dem Patienten ärztlicherseits verordnet wurden (inklusive Rezepturen und nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel)
  2. Arzneimittel, die der Versicherte ohne Verschreibung anwendet (wenn aus medizinischer Sicht notwendig; sofern die Apotheke Arzneimittel der Selbstmedikation abgibt, sollen diese in den Medikationsplan aufgenommen werden, wenn der Patient dies wünscht und die Aufnahme in den Medikationsplan aus pharmazeutischer Sicht notwendig ist)
  3. Hinweise auf Medizinprodukte, soweit sie für die Medikation nach 1. und 2. relevant sind (z.B. Inhalatoren, Pens, Medizinprodukte der Anlage V der Arzneimittel-Richtlinie)

Zusätzlich ist ein optional nutzbarer Barcode auf dem Medikationsplan aufgebracht. Dieser soll die unkomplizierte Aktualisierung ermöglichen. Für 2018 ist die Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte geplant.

Bitte beachten Sie, dass die Erstellung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans ab dem 1.4.2017 verpflichtend ist. Vorher konnten die geforderten Inhalte auch in anderen Medikationsplänen dargestellt werden. Die Verordnungssoftwaren müssen ab 1.4.2017 die zur Erstellung und Aktualisierung notwendigen Funktionen und Informationen enthalten.

Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung finden Sie im Infokasten am rechten Bildschirmrand.

In der Medikationstabelle ist das Ausfüllen der Felder "Handelsname", "Hinweise" und "Grund" nicht verpflichtend.

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