Hier finden Sie Fragen und Antworten zum Regelleistungsvolumen

  1. Wie bemisst sich die Zahl der kurativ-ambulanten Arztfälle, die für das Regelleistungsvolumen (RLV) herangezogen werden? Antwort hier
  2. Wie dokumentiere ich in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) einen Arzt-Patienten-Kontakt, um einen Arztfall zu erzeugen, wenn die Grund-/Versichertenpauschale bereits durch meinen Kollegen abgerechnet wurde? Antwort hier
  3. Werden Scheine bei der Fallzahlberechnung gezählt, auf denen sowohl Leistungen innerhalb als auch außerhalb des Regelleistungsvolumens stehen? Antwort  hier
  4. Werden Scheine von Sonderkostenträgern (SKT), Europäischen Krankenversicherten (EHIC) oder von A7-Patienten als Fälle im Regelleistungsvolumen gezählt? Antwort hier
  5. Wie werden Belegarztscheine für die RLV-relevante Fallzahl eines Anästhesisten gezählt? Antwort hier
  6. Kann ich innerhalb meiner BAG meine Fallzahlen mit denen meines Kollegen verrechnen, um eine Abstaffelung bei der RLV-Berechnung zu vermeiden? Antwort hier
  7. Ich bin Pathologe. Bekomme ich auch ein Regelleistungsvolumen zugewiesen? Antwort hier
  8. Bekommen Ermächtigte Krankenhausärzte bzw. Krankenhäuser und vergleichbare Einrichtungen ein Regelleistungsvolumen? Antwort hier
  9. Behalten ehrenhalber erteilte Schwerpunkte bei Fachärztlichen Internisten ihre Gültigkeit? Antwort hier
  10. Welcher Arztgruppe werde ich bei einer Doppelzulassung zugeordnet? Antwort hier
  11. Wie werden Fallzahlen einer Praxisgemeinschaft berechnet, die in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) umgewandelt wird? Antwort hier
  12. Ich bin seit Januar 2009 als Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) angestellt. Welche Fallzahl wird mir zugestanden? Antwort hier
  13. Ich habe inzwischen viel mehr Fälle als der Durchschnitt meiner Arztgruppe, seit ein Kollege zwei Straßen weiter seine Praxis geschlossen hat. Warum wird diese Mehrarbeit mit Abstaffelung bestraft? Antwort hier
  14. Meinem Regelleistungsvolumen wird eine ungewöhnlich niedrige Fallzahl zugrunde gelegt. Ich war im entsprechenden Vorjahresquartal länger krank und konnte, anders als in den Quartalen davor und danach, nur wenige Patienten behandeln. Das ist ungerecht. Antwort hier
  15. Ich bin innerhalb meiner Fachgruppe besonders spezialisiert. Daher ist der Fallwert der Fachgruppe sehr viel niedriger als mein individueller Fallwert. Welchen Ausgleich kann ich hierfür geltend machen? Antwort hier
  16. Wie berechnet sich der Morbiditätskoeffizient? Antwort hier
  17. Müssen Leistungen von Weiterbildungsassistenten bei Psychotherapeuten auch künftig gekennzeichnet werden? Antwort hier

 

1. Wie bemisst sich die Zahl der kurativ-ambulanten Behandlungsfälle je Arzt, die für das Regelleistungsvolumen (RLV) herangezogen werden?

In Einzelpraxen entspricht die Zahl der kurativ-ambulanten Arztfälle der Zahl der kurativ-ambulanten Behandlungsfälle. Bei Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) und Praxen mit angestellten Ärzten wird die Zahl der Arztfälle entsprechend der arztbezogenen Leistungskennzeichnung auf dem jeweiligen Behandlungsschein ermittelt.

Nicht RLV-relevante Fälle sind: Notfälle in der Praxis und im Ärztlichen Bereitschaftsdienst, Überweisungsfälle zur Durchführung ausschließlich von Probenuntersuchungen oder zur Befundung von dokumentierten Untersuchungsergebnissen sowie Fälle, in denen ausschließlich Leistungen und Kostenerstattungen, die nicht dem RLV unterliegen, abgerechnet werden.

Hinweis: Die Fallzahlberechnung basiert nicht auf den Werten der erweiterten Anzahlstatistik in Ihren Unterlagen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung. Auch die ungeprüften Fallzahlen Ihrer Empfangsbestätigung zur Quartalsabgabe weichen ggf. deutlich von den Fallzahlen im Bescheid zum Regelleistungsvolumen ab, da auf der Empfangsbestätigung u.a. auch Vorquartalsfälle oder so genannte Klammerfälle (mehrere Scheine für einen Fall) mitgezählt werden.

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2. Wie dokumentiere ich in einer Berufsausübungsgemein-
schaft (BAG) einen Arzt-Patienten-Kontakt, um einen Arztfall zu erzeugen, wenn die Grund-/Versichertenpauschale bereits durch meinen Kollegen abgerechnet wurde?

Ein Arztfall entsteht, wenn der Arzt eine weitere kurative Leistung abrechnet und mit seiner eigenen LANR kennzeichnet.

Hinweis: Auch die Ziffern 01430, 01435 sowie 03212 erzeugen einen Arztfall. Im Bereich der KV Berlin wird es auch weiterhin keine reine Kontaktziffer geben (wie es vormals der Konsultationskomplex war). Das alleinige Ansetzen der Ziffer 32001 erzeugt gemäß der Entscheidung des Vorstandes der KV Berlin keinen Arztfall.

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3. Werden Scheine bei der Fallzahlberechnung gezählt, auf denen sowohl Leistungen innerhalb als auch außerhalb des Regelleistungsvolumens stehen?

In diesen Fällen werden die Scheine bei der Fallzahlermittlung des Regelleistungsvolumens (RLV) berücksichtigt, denn sie enthalten ja tatsächlich RLV-relevante Leistungen.

4. Werden Scheine von Sonderkostenträgern (SKT), Europäischen Krankenversicherten (EHIC) oder von A7-Patienten als Fälle im Regelleistungsvolumen gezählt?

Nein.

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5. Wie werden Belegarztscheine für die RLV-relevante Fallzahl eines Anästhesisten gezählt?

Solche Scheine haben keinen Einfluss auf die RLV-relevante Fallzahl eines Anästhesisten, auch dann nicht, wenn auf ihnen auch Leistungen aus dem Kap. 5 des EBM abgerechnet werden.

6. Kann ich innerhalb meiner BAG meine Fallzahlen mit denen meines Kollegen verrechnen, um eine Abstaffelung bei der RLV-Berechnung zu vermeiden?

Nein. Grundsätzlich gilt das Prinzip der Einzelberechnung, also die Fallzahlermittlung je Arzt - auch innerhalb einer BAG. Rutscht ein Arzt in der BAG in die Abstaffelung, weil er viele Patienten behandelt hat, während sein Kollege unter seinem Limit geblieben ist, dann können beide ihre Fälle nicht gegenseitig verrechnen.

7. Ich bin Pathologe. Bekomme ich auch ein Regelleistungsvolumen zugewiesen?

Nein. Pathologen gehören zu den nachfolgenden Gruppen, deren Leistungen weiterhin als Einzelleistungen ohne Fallzahlbegrenzung vergütet werden. Das sind neben der Pathologie die Gruppen Labor, Strahlentherapie und Psychotherapeuten. Ebenfalls kein Regelleistungsvolumen gibt es für Weiterbildungs- und Entlastungsassistenten.

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8. Bekommen Ermächtigte Krankenhausärzte bzw. Krankenhäuser und vergleichbare Einrichtungen ein Regelleistungsvolumen?

Ermächtigte Krankenhausärzte sowie ermächtigte Krankenhäuser, Einrichtungen und Institutionen erhalten grundsätzlich ein RLV nach dem mit der Ermächtigung begründeten Versorgungsauftrag, es sei denn, die Ermächtigung ist auf wenige Einzelleistungen beschränkt.

9. Behalten ehrenhalber erteilte Schwerpunkte bei Fachärztlichen Internisten ihre Gültigkeit?

Ja.

10. Welcher Arztgruppe werde ich bei einer Doppelzulassung zugeordnet?

Ausschlaggebend für die Zuordnung der RLV-Arztgruppe und Berechnung des Regelleistungsvolumens ist die bereits zugeordnete Honorargruppe im Vergleichsquartal.

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11. Wie werden Fallzahlen einer Praxisgemeinschaft berechnet, die in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) umgewandelt wird?

Da es sich hierbei nicht um eine Neuzulassung handelt, gilt, dass die Fallzahl jedes Arztes innerhalb der BAG auf Basis des Vorjahresquartals berechnet wird.

12. Ich bin seit Januar 2009 als Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) angestellt. Welche Fallzahl wird mir zugestanden?

Es gilt die Fallzahl des Vorgängers im MVZ bzw. auf diesem Arztsitz.

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13. Ich habe inzwischen viel mehr Fälle als der Durchschnitt meiner Arztgruppe, seit ein Kollege zwei Straßen weiter seine Praxis geschlossen hat. Warum wird diese Mehrarbeit mit Abstaffelung bestraft?

Bei einer außergewöhnlich starken Erhöhung der Fallzahl in einem Quartal (z. B. urlaubs- oder krankheitsbedingte Vertretung in der eigenen BAG oder näheren Umgebung (auch bei ersatzloser Aufgabe einer Praxis in der unmittelbaren Umgebung oder Zulassungsrückgabe innerhalb der eigenen BAG) besteht die Möglichkeit, auf Antrag an den Vorstand der KV Berlin eine Neuberechnung des Regelleistungsvolumens zu erhalten.

14. Meinem Regelleistungsvolumen wird eine ungewöhnlich niedrige Fallzahl zugrunde gelegt. Ich war im entsprechenden Vorjahresquartal länger krank und konnte, anders als in den Quartalen davor und danach, nur wenige Patienten behandeln. Das ist ungerecht.

Führen außergewöhnliche Gründe, darunter auch Krankheit, zu einem vergleichsweise niedrigen RLV, dann kann ein Antrag an den KV-Vorstand auf Erhöhung des RLV gestellt werden. Übrigens: Bei Praxis-Ausfallzeiten ist auch von Bedeutung, ob diese dem Arztregister der KV Berlin pflichtgemäß schriftlich mitgeteilt wurden.

15. Ich bin innerhalb meiner Fachgruppe besonders spezialisiert. Daher ist der Fallwert der Fachgruppe sehr viel niedriger als mein individueller Fallwert. Welchen Ausgleich kann ich hierfür geltend machen?

Wenn Ihr individueller Fallwert um mindestens 30 Prozent über dem Fallwert der Arztgruppe liegt, kann eine Neufestsetzung des Regelleistungsvolumens erfolgen. Es kann dann ein entsprechender Antrag formlos an den Vorstand der KV Berlin gerichtet werden.

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16. Wie berechnet sich der Morbiditätskoeffizient?

Schritt 1: 
Es wird zunächst der durchschnittliche Behandlungsbedarfs in Punkten eines Versicherten innerhalb der jeweiligen Arztgruppe ermittelt. Hierzu werden alle Fälle herangezogen, bei denen eine Versicherten- bzw. Grundpauschale dokumentiert wurde. Wichtig: Dieser Schritt ist notwendig, um später eine Altersklassifizierung durchführen zu können. Es werden nur die Punkte gezählt, die der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) unterliegen.

Schritte 2,3,4:
Nun erfolgt die Ermittlung des durchschnittlichen Behandlungsbedarfs in Punkten eines Versicherten in drei Altersklasse, und zwar

  • bis zum vollendeten 5. Lebensjahr, 
  • ab dem 6. bis zum vollendeten 59. Lebensjahr und 
  • ab dem 60. Lebensjahr 
    innerhalb der jeweiligen Arztgruppe. 

Schritt 5:
Mit den vorangegangenen Schritten 2-4 wurde die Basis zur Berechnung eines Altersfaktors je Arztgruppe und je Altersklasse geschaffen. Der Altersfaktor je Arztgruppe und Altersklasse wird berechnet, indem die Punktzahl (nachfolgend beispielhaft am Behandlungsbedarf eines Versicherten in der Altersklasse bis zum vollendeten 5. Lebensjahr dargestellt) durch den durchschnittlichen Behandlungsbedarf eines Versicherten geteilt wird.

Beispiel: 
Der durchschnittliche Behandlungsbedarf eines Versicherten in der Arztgruppe 01 wurde mit 1.219 Punkten und der durchschnittliche Behandlungsbedarf eines Versicherten in der Altersgruppe bis vollendetes 5. Lebensjahr wurde mit 1.004 Punkten ermittelt. Nun wird 1.004 durch 1.219 geteilt, was den Wert 0,8235 ergibt und damit den Alterskoeffizienten unserer beispielhaften Altersgruppe. Entsprechend wird bei den beiden anderen Altersgruppen vorgegangen.

Schritt 6:
Mit allen drei (nach Schritt 5 ermittelten) Koeffizienten kann nun das arztindividuelle Regelleistungsvolumen nach Altersgruppen ermittelt werden. Dazu wird ganz einfach für alle drei Altersklassen die Anzahl der Versicherten- bzw. Grundpauschalen mit den in Schritt 5 ermittelten Alterskoeffizienten multipliziert. Alle drei ermittelten Ergebnisse werden nun addiert und die Summe wird anschließend durch die Gesamtanzahl der Versicherten- bzw. Grundpauschale geteilt.

Beispiel: (Arztgruppe 01)

- Anzahl Versichertenpauschale bis 5. LJ = 10
(10 X 0,8235 = 8,2349)

- Anzahl Versichertenpauschale bis 59. LJ = 200
200 X 0,8465 = 169,3088)

- Anzahl Versichertenpauschale ab 60. LJ = 400
(400 X 1,2280 = 491,1832)

- Anzahl der Fälle gesamt: 610

Ihr Rechenweg:

a) 8,2349 + 169,3088 + 491,1832 = 668,7269

b) 668,7269 : 610 (Fälle)= 1,0963

c) Unser beispielhaftes RLV wird schließlich mit diesem Faktor (1,0963) multipliziert.

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17. Müssen Leistungen von Weiterbildungsassistenten bei Psychotherapeuten auch künftig gekennzeichnet werden?

Ja, die Kennzeichnungspflicht wird beibehalten.

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