Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

Als erstes Verfahren zur Bewertung der Untersuchungs- und Behandlungsmethoden bei denen Vertragsärzte und Krankenhäuser denselben Qualitätssicherungsvorgaben unterliegen, ist die Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie.

Betroffen von der Richtlinie sind Vertragsärzte, Belegärzte sowie alle ermächtigten Ärzte, die perkutane Koronarinterventionen (PCI) und Koronarangiographien bei Patienten ab 18 Jahren, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, durchführen und die GOP 34291 und 34292 EBM abrechnen. Seit dem 01.01.2016 sind alle genannten Ärzte, dazu verpflichtet, die entsprechenden Untersuchungen zu dokumentieren und ihre Patienten anhand von Merkblättern über den Zweck und Inhalt des Verfahrens zu informieren.

Informationen zum Verfahren

Informationsblatt der KV Berlin zur sQS-PCI

KBV Praxisinformation 02/2017


Informationen für dokumentationspflichtige Ärzte zur Verfahrensumsetzung

Für die Datenerfassung benötigen Sie eine durch die KBV zertifizierte QS-Dokumentationssoftware. Eine aktuelle Zulassungsliste mit allen Softwareprogrammen, die aktuell zur Dokumentation für das sQS-Verfahren PCI zugelassen sind, sowie die Kontaktdaten der Softwareanbieter finden Sie auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Übermittlung der Dokumentationsdatei an die KV Berlin erfolgt über das KV-Portal als Datei-Upload. Dafür stellen wir Ihnen eine kostenfreie Verbindung zur Verfügung, soweit Sie Ihre Abrechnung "online" eingereicht haben. Dazu benötigen Sie eine Registriernummer, die wir Ihnen zusenden werden.

Sofern Sie die Dokumentationen nicht online übermitteln können, besteht die Möglichkeit, die Daten auf einem Datenträger (z.B. einer CD) an die KV Berlin zu übersenden. In diesem Fall ist zu beachten, dass die Daten zwingend mit einem symmetrischen Schlüssel zu versehen sind. Den symmetrischen Schlüssel erhalten Sie von der KV Berlin. Wenn Sie die Datenübermittlung per Datenträger vornehmen möchten, bitten wir um schriftliche Information, sodass wir Ihnen den symmetrischen Schlüssel umgehend bereitstellen können. Alle nicht verschlüsselten Daten werden aus Gründen des Datenschutzes bei der Annahme abgelehnt.

Um Sie bei der Datenerhebung- und übertragung im Rahmen des ersten Verfahrens "PCI und Koronarangiographien" der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu unterstützen, hat die KV Berlin ein Merkblatt mit Hinweisen zur Verfahrensumsetzung erstellt.


Sanktionsfreiheit

§ 18 Teil 2 der Richtlinie zur einrichtungs-und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung sieht - trotz der Dokumentationspflicht - keine Sanktionen bei fehlender Dokumentation der Datensätze für die Erfassungsjahre 2016 und 2017 vor. Gleichwohl sollte die Sanktionsfreiheit genutzt werden, um im Ergebnis die leitliniengerechte Durchführung von Herzkatheter-Untersuchungen und perkutanen Koronarinterventionen in der ambulanten Versorgung zu verifizieren.

Die Sanktionsfreiheit für die Erfassungsjahre 2016 und 2017 bietet Ihnen eine gute Möglichkeit, sich mit dem Verfahrensablauf vertraut zu machen. Fehler bei der Datenerhebung oder Dateiübermittlung können jetzt identifiziert werden, um sie im späteren Verlauf zu vermeiden. Daher möchten wir alle dokumentationspflichtigen Kardiologen bitten, sich noch im sanktionsfreien Jahr 2017 an den Dokumentationen zu beteiligen.


EBM-Vergütungsregelung ab 01.10.2016

Für den Mehraufwand der Datenerhebung- und Übermittlung wurde zum 01.10.2016 die neue Kostenpaulschale GOP 40306 (im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistungen entsprechend der GOP 34291) im EBM aufgenommen. Die GOP 34291 ist ab 01.07.2017 nur noch berechnungsfähig, wenn die QS-Dokumentation erfolgt und übermittelt worden ist.

Sollten Sie im Jahr 2017die technischen Voraussetzungen zur QS-Datenübermittlung an die KV noch nicht vorhalten können, ist aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung die Gebührenordnungsposition 34291 dennoch berechnungsfähig, wenn der Arzt die QS Dokumentation nachträglich bis zum 15. März 2018 übermittelt.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, falls Sie im Jahr 2017 noch nicht technisch aufgestellt sind, um die QS-Daten an die KV Berlin übermitteln zu können, aber ambulante PCI und Koronarangiographien durchführen, diese gemäß QESÜ-Richtlinie zu dokumentieren und Ihre Patienten über das Verfahren aufzuklären. Sie können uns ambulant erbrachte Herzkatheter aus dem 3. und 4. Quartal 2017 dann noch bis zum 15. März 2017 übermitteln. In diesem Falle ist die GOP 34291 berechnungsfähig.

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