Qualitätsmanagement

Das praxisinterne Qualitätsmanagement (QM) trägt dazu bei, die Qualität medizinischer Leistungen zu erhöhen und Praxisabläufe effizienter zu gestalten. Das reicht von der Optimierung der Terminvergabe bis hin zur Erstellung und Überprüfung des Notfallplans. So kommt QM den Praxismitarbeitern ebenso zugute wie den Patienten.

Einführung von QM verpflichtend

Gemäß § 135a Abs. 2 SGB V sind alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Psychologische Psychotherapeuten verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes QM sind in der am 01.01.2006 in Kraft getretenen Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt. Gemäß der QM-Richtlinie gliedert sich eine vollständige Einführung in vier Phasen, sodass die Einführung und Weiterentwicklung des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements schrittweise erfolgt:

  • Phase I: Planungsphase (max. zwei Jahre)
  • Phase II: Umsetzungsphase (max. zwei weitere Jahre)
  • Phase III: Überprüfungsphase (max. ein weiteres Jahr)
  • Phase IV: fortlaufende Weiterentwicklungsphase

Ein praxisinternes Qualitätsmanagement ist innerhalb von vier Jahren nach der Aufnahme der vertragsärztlichen bzw. vertragspsychotherapeutischen Tätigkeit vollständig einzuführen (Phase I und II) und im Anschluss an die Selbstüberprüfung (Phase III) fortlaufend weiterzuentwickeln (Phase IV). Für Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten, die bereits vor dem 1.1.2006 an der vertragsärztlichen Versorgung teilgenommen haben, begann die Frist mit Inkrafttreten der QM-Richtlinie zum 1.1.2006.

Welches QM-System sie wählen, steht den Ärzten frei. Die QM-Richtlinie legt jedoch die Grundelemente und Instrumente wie z.B. regelmäßige Teambesprechungen, Checklisten, Fragebögen und mehr fest. 

Die KV Berlin unterstützt ihre Mitglieder bei der Einführung von QM in ihren Praxen und bietet Seminare zum QM-System QEP® an. 

Überprüfung durch Stichproben

Die KV Berlin ist verpflichtet, ab 2007 in jährlichen Stichproben den Einführungs- und Entwicklungsstand von QM in den Praxen zu erheben, zu dokumentieren und an den Gemeinsamen Bundesausschuss zu berichten. Durch die Stichprobe kann die KV Berlin auf der Grundlage aller Ergebnisse bedarfsgerechte und praxisnahe Angebote wie beispielsweise Workshops und Beratungsmodule zu Fragen des Qualitätsmanagements entwickeln. Für die Erhebung der Daten erhalten durch Zufall ausgewählte Praxen einen „Fragebogen zum Einführungs- und Entwicklungsstand“ sowie einen Selbstbewertungsbogen für die Praxis. Dieser hilft den Praxen, den Ist-Zustand in ihrer Praxis selbst zu bewerten und auf diese Weise einzuschätzen, inwieweit die in der QM-Richtlinie geforderten Grundelemente und Instrumente des QM bereits umgesetzt sind.

Praxiszertifizierung nach QEP®

Die Einführung und Umsetzung eines QM-Systems kann im Rahmen eines Zertifizierungsverfahren bestätigt werden. Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage der KBV. Die Fremdbewertung und das Feedback durch neutrale Stellen bestätigen den Praxen ihre Qualität und machen sie für Dritte transparent. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Zertifizierung der Praxis gibt es jedoch nicht.

Seit 1. Juli 2013 werden die Zertifizierungen gemäß QEP-Qualitätsziel-Katalog Version 2010 durchgeführt. Eine Liste aller nach QEP zertifizierten Praxen/MVZ ist auf der Homepage der KBV eingestellt.

Wichtig
Gemäß der derzeit gültigen QM-Richtlinie ist eine Zertifizierung gesetzlich nicht vorgeschrieben!

„Mein PraxisCheck“ – Online-Selbsttest für Ärzte

"Mein PraxisCheck" ist ein Serviceangebot der KBV, mit dessen Hilfe Vertragsärzte und -psychotherapeuten unkompliziert online testen können, wie es um die eigene Praxis steht. Die elektronischen Checklisten zu verschiedenen Themen dienen ausschließlich der Selbstbewertung. Die Tests dauern zirka 15 Minuten und man erhält sofort einen Ergebnisbericht mit konkreten Hinweisen, Anregungen und Linktipps zu weiterführenden Informationen.


Patientenbefragung mit ZAP-Fragebogen

Ergebnisse einer Patientenbefragung geben der Einrichtung Informationen über die Zufriedenheit und Wünsche der Patienten sowie Tipps zur Verbesserung. Gemäß der derzeit gültigen QM-Richtlinie sollte eine Patientenbefragung als Bestandteil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements, möglichst mit validen Instrumenten erfolgen. Mit dem von der Medizinischen Hochschule Hannover entwickelten Fragebogen zur Zufriedenheit mit der ambulanten Versorgung – Qualität aus Patientenperspektive (ZAP) und dem dazugehörigen Auswertungstool können anonyme, schriftliche Patientenbefragungen durchgeführt und ausgewertet werden.

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