Qualitätsmanagement

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine neue Qualitätsmanagement-Richtlinie (Inkrafttreten: 16.11.2016) beschlossen. Ab sofort gelten für Praxen und Krankenhäuser einheitliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM). Sie gliedert sich in zwei Teile: Teil A enthält die für alle Sektoren betreffenden Rahmenbedingungen, Teil B konkretisiert diese Rahmenbedingungen für den jeweiligen Sektor.

Das ändert sich u.a.:

  • 3 Jahre Zeit für die Einführung und Umsetzung
  • Stichprobenprüfungen nur noch alle 2 Jahre
  • Kooperationsformen: QM-Anforderungen beziehen sich auf Einrichtung
  • neue Anwendungsbereiche: Arzneimitteltherapiesicherheit, Schmerzmanagement und Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen
  • Mitarbeiterbefragungen

Einführung von QM verpflichtend

Gemäß § 135a Abs. 2 SGB V sind alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Psychologische Psychotherapeuten verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Welches QM-System sie wählen, steht den Ärzten frei. Die QM-Richtlinie legt jedoch die Grundelemente und Instrumente wie z. B. regelmäßige Teambesprechungen, Checklisten, Fragebögen und mehr fest. 

Die KV Berlin unterstützt ihre Mitglieder bei der Einführung von QM in ihren Praxen und bietet Seminare zum QM-System QEP® an. Zusätzliche Unterstützungsangebote:

Überprüfung durch Stichproben

Die KV Berlin ist verpflichtet, alle zwei Jahre in jährlichen Stichproben den Einführungs- und Entwicklungsstand von QM in den Praxen zu erheben, zu dokumentieren und an den Gemeinsamen Bundesausschuss zu berichten. Durch die Stichprobe kann die KV Berlin auf der Grundlage aller Ergebnisse bedarfsgerechte und praxisnahe Angebote wie beispielsweise Workshops und Beratungsmodule zu Fragen des Qualitätsmanagements entwickeln. Für die Erhebung der Daten erhalten durch Zufall ausgewählte Praxen einen „Fragebogen zum Einführungs- und Entwicklungsstand“ sowie einen Selbstbewertungsbogen für die Praxis. Dieser hilft den Praxen, den Ist-Zustand in ihrer Praxis selbst zu bewerten und auf diese Weise einzuschätzen, inwieweit die in der QM-Richtlinie geforderten Grundelemente und Instrumente des QM bereits umgesetzt sind.

Praxiszertifizierung nach QEP®

Die Einführung und Umsetzung eines QM-Systems kann im Rahmen eines Zertifizierungsverfahren bestätigt werden. Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage der KBV. Die Fremdbewertung und das Feedback durch neutrale Stellen bestätigen den Praxen ihre Qualität und machen sie für Dritte transparent. Seit 1. Juli 2013 werden die Zertifizierungen gemäß QEP-Qualitätsziel-Katalog Version 2010 durchgeführt. Eine Liste aller nach QEP zertifizierten Praxen/MVZ ist auf der Homepage der KBV eingestellt.

Wichtig: Eine gesetzliche Verpflichtung zur Zertifizierung der Praxis gibt es nicht!

„Mein PraxisCheck“ – Online-Selbsttest für Ärzte

"Mein PraxisCheck" ist ein Serviceangebot der KBV, mit dessen Hilfe Vertragsärzte und -psychotherapeuten unkompliziert online testen können, wie es um die eigene Praxis steht. Die elektronischen Checklisten zu verschiedenen Themen dienen ausschließlich der Selbstbewertung. Die Tests dauern zirka 15 Minuten und man erhält sofort einen Ergebnisbericht mit konkreten Hinweisen, Anregungen und Linktipps zu weiterführenden Informationen.


Patientenbefragung

Patientenbefragungen geben Ärzten und Psychotherapeuten wertvolle Anhaltspunkte, wie zufrieden ihre Patienten wirklich sind. Gleichzeitig erhalten die Patienten das Signal, dass ihre Wünsche und ihre Kritik ernstgenommen werden. Auch in der Qualitätsmanagement-Richtlinie sind Patientenbefragungen verpflichtend vorgesehen. Je nach Art und Umfang der Patientenkontakte können Patientenbefragungen jährlich, mindestens jedoch alle drei Jahre, durchgeführt werden.

Die KBV stellt hierfür einen validierten Fragebogen zur Zufriedenheit in der ambulanten Versorgung – Qualität aus Patientenperspektive (ZAP) kostenfrei zur Verfügung. Der ZAP-Fragebogen ist zudem in sechs weiteren Sprachen erhältlich: Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Damit Ärzte und Psychotherapeuten zukünftig noch einfacher Patientenbefragungen durchführen können, hat die KBV den ZAP-Fragebogen weiterentwickelt. Mit der Online-Anwendung eZAP ist eine Patientenbefragung nun auch elektronisch möglich. Praxen können mit wenigen Klicks eine Patientenbefragung anlegen, den Befragungszeitraum wählen sowie die Fragebögen und ein Poster für das Wartezimmer ausdrucken. Das Poster macht auf die Patientenbefragung aufmerksam und enthält Erläuterungen zum Ablauf. Vorteil: Praxen müssen die Daten nicht mehr manuell in eine Excel-Tabelle eintragen und erhalten zudem am Ende der Befragung einen Ergebnisbericht mit Grafiken, die beispielsweise auch auf die Praxis-Homepage gestellt werden können.

Die Online-Anwendung eZAP steht im Sicheren Netz der KVen (SNK) kostenfrei zur Verfügung. Ärzte und Psychotherapeuten, die eZAP nutzen möchten, melden sich mit ihren SNK-Zugangsdaten im Portal ihrer KV an. Im Anschluss kann die Anwendung "eZAP-Praxis" gestartet und eine Patientenbefragung angelegt werden. Bei der Durchführung unterstützt eine Kurzanleitung, die die einzelnen Schritte anschaulich erläutert. Diese kann ebenfalls im Sicheren Netz heruntergeladen werden. Die Teilnahme an eZAP ist freiwillig und anonym, die Auswertungen werden automatisiert erstellt. Die Daten werden ausschließlich bei der KBV und nur für diesen Zweck gespeichert und ausgewertet.


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