QS-Leistung Zweitmeinungsverfahren
gemäß § 27b Abs. 2 SGB V

Grundlage

Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Konkretisierung des Anspruchs auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung gemäß § 27b Absatz 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V)
(Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren/Zm-RL)
68 KB [9 Seiten]


Leistungen

Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht derzeit bei

  • Mandelteilresektion (Tonsillotomie),
    vollständiger Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie)
  • Gebärmutterentfernung (Hysterektomie).

„Erstmeiner“
Der Arzt, der die Indikation für einen der definierten Eingriffe stellt, kann für die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit dem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren die Gebührenordnungsposition GOP 01645 EBM einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) abrechnen.

„Zweitmeiner“
Die Abrechnung der Zweitmeinung ist im neuen Abschnitt 4.3.9 „Ärztliche Zweitmeinung“ im Allgemeinen Teil des EBM geregelt. Danach rechnet der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Sind für seine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls durchführen, muss sie aber medizinisch begründen.

Extrabudgetäre Vergütung
Die Vergütung erfolgt für alle Leistungen extrabudgetär – befristet bis Ende 2021.


Wer kann die Leistung beantragen

  • Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
    (Zweitmeinungsverfahren: Tonsillektomie, Tonsillotomie)
  • Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    (Zweitmeinungsverfahren: Hysterektomie)


Fachliche Anforderungen

Die fachlichen Voraussetzungen liegen vor bei:

  • Nachweis der Facharzturkunde in dem für den Eingriff festgelegten Gebiet
    und
  • Nachweis über eine mindestens 5-jährige ganztägige Tätigkeit oder eine vom Umfang her entsprechende Teilzeittätigkeit oder in Kombination aus ganztägiger Tätigkeit und Teilzeittätigkeit in einem Bereich der unmittelbaren Patientenversorgung in dem für den entsprechenden Eingriff im Besonderen Teil dieser Richtlinie genannten Gebiet nach Anerkennung der maßgeblichen Facharztbezeichnung
  • Nachweis der Erfüllung der jeweils geltenden Fortbildungsverpflichtung für zugelassene bzw. angestellte Vertragsärzte sowie ermächtigte Ärzte. Ärzten, die nur im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, dient als Nachweis eine entsprechende von der zuständigen Landesärztekammer anerkannte Zahl an Fortbildungspunkten

und eine der nachfolgenden Voraussetzungen:

  • Nachweis der erteilten Befugnis zur Weiterbildung durch die Landesärztekammer
    oder
  • Nachweis einer akademischen Lehrbefugnis durch die Landesärztekammer


Sonstige Verpflichtungen

Gebot der Unabhängigkeit nach § 27b Abs. 1 Satz 2 SGB V
Die Zweitmeinung kann nicht bei einem Arzt oder einer Einrichtung eingeholt werden, durch den oder durch die der Eingriff durchgeführt werden soll.

Finanzielle Beziehungen vgl. § 7 Abs. 6 Zm-RL
Antragsteller sind verpflichtet, im Rahmen des Nachweisverfahrens zum jeweiligen Eingriff verbindlich zu erklären, ob finanzielle Beziehungen, die aus Anstellungs- oder Beratungsverhältnissen, dem Erhalt von Honoraren, Drittmitteln oder sonstiger Unterstützung, dem Besitz von Aktien oder Geschäftsanteilen jeweils in Bezug auf Hersteller von Medizinprodukten oder einem industriellen Interessenverband solcher Hersteller vorliegen oder nicht vorliegen.

Veröffentlichung gemäß § 9 Zm-RL
Die KV Berlin und die Berliner Krankenhausgesellschaft informieren auf frei zugänglichen, regional oder überregional betriebenen Informationsplattformen über die Teilnahme am Zweitmeinungsverfahren. Insbesondere veröffentlicht werden der Arztname, die Kontaktdaten (Anschrift, Telefonnummer), die Fachgebietsbezeichnung und das Zweitmeinungsthema.


Formulare

Für Vertragsärzte:
Antrag auf Durchführung und Abrechnung von Leistungen im Zweitmeinungsverfahren im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 27b Abs. 2 SGB V
154 KB [3 Seiten]

Für Ärzte, die nur zum Zweck des Zweitmeinungsverfahrens an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen:
Antrag auf Durchführung und Abrechnung von Leistungen im Zweitmeinungsverfahren im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 27b Abs. 2 SGB V
155 KB [3 Seiten]

Anlage 1
Antrag auf Eintragung ins Arztregister des Zulassungsbezirks Berlins
684 KB [6 Seiten]

Anlage 2
Antrag auf erstmalige Ermächtigung nach § 73 Abs. 2 Nr. 13 SGB V i. V. m. § 31 Ärzte-ZV nach den Richtlinien zum Zweitmeinungsverfahren
127 KB [10 Seiten]

Die PDF-Formulare sind am PC ausfüllbar. Bitte übersenden Sie uns diese nach dem Druck handschriftlich unterschrieben und mit dem Praxisstempel versehen!

Bitte beachten Sie: Ärzte dürfen diese Leistung erst erbringen und abrechnen, nachdem hierfür durch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin eine Genehmigung erteilt wurde. Ausschlaggebend ist dabei das Datum der Bescheiderteilung. Rückwirkende Genehmigungen sind nicht möglich.
Ärzte, die nur zum Zweck des Zweitmeinungsverfahrens an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, müssen zusätzlich zur Genehmigung im Arztregister registriert sein und einen Ermächtigungsstatus über den Zulassungsausschuss erwirken. Hierbei sind die Anlagen 1 und 2 des Antragsformulars auszufüllen.

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(Quelle: KV Berlin)

Aktuelles

Listen der genehmigten Zweitmeiner:

Tonsillotomie, Tonsillektomie
Stand: 15.05.2019
(PDF, 14 KB [1 Seite])

Hysterektomie
Stand: 15.05.2019
(PDF, 8 KB [1 Seite])

Praxis-Service

Für Vertragsärzte:
Antrag auf Abrechnungsgenehmigung
(PDF, 154 KB [3 Seiten])

Für Nicht-Vertragsärzte:
Antrag auf Abrechnungsgenehmigung
(PDF, 155 KB [3 Seiten])

Anlage 1:
Antrag auf Eintragung ins Arztregister
(PDF, 684 KB [6 Seiten])

Anlage 2:
Antrag auf erstmalige Ermächtigung
(PDF, 127 KB [10 Seiten])
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Patientenmerkblatt
(PDF, 154 KB [2 Seiten])
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