QS-Leistung Interventionelle Radiologie

Grundlage

Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur interventionellen Radiologie (Qualitätssicherungsvereinbarung zur interventionellen Radiologie) in der Fassung vom 31.08.2010, In-Kraft-Treten 1.10.2010
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Leistungen

Interventionelle Radiologie im Sinne dieser Vereinbarung beinhaltet diagnostische Katheterangiographien sowie therapeutische Eingriffe am arteriellen Gefäßsystem.

34283 EBM Serienangiographie
34284 EBM Zuschlag für die selektive Darstellung hirnversorgender Gefäße
34285 EBM Zuschlag für die selektive Darstellung anderer als in der Gebührenordnungsdisposition 34284 genannter Gefäße
34286 EBM Zuschlag für die Durchführung einer interventionellen Maßnahme
34287 EBM Zuschlag für die Verwendung eines C-Bogens

Wer kann die Leistung beantragen

  • Facharzt für Radiologie
  • Facharzt für Radiologische Diagnostik
  • Facharzt für Diagnostische Radiologie

Bitte beachten Sie: Ungeachtet dessen ist grundsätzlich die Bindung des Arztes an die Grenzen des Fachgebietes, für das er zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung zugelassen ist, zu beachten. Dies gilt unabhängig davon, dass dieses Erfordernis nicht ausdrücklich in der o.g. Qualitätssicherungsvereinbarung normiert ist.


Fachliche Anforderungen

Diagnostische Katheterangiographien

  • Facharzt für eine der o.g. Fachrichtungen
    und
    Nachweis über die selbständige Indikationsstellung, Durchführung, Befundung und Dokumentation von mindestens 500 diagnostischen Gefäßdarstellungen oder therapeutischen Eingriffen, davon mindestens 250 kathetergestützt, unter Anleitung eines zur Weiterbildung befugten Arztes innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Antragstellung
    und
    Nachweis über eine mindestens einjährige überwiegende Tätigkeit in der angiographischen Diagnostik oder Therapie unter Anleitung

Diagnostische Katheterangiographien und therapeutische Eingriffe

  • Facharzt für eine der o.g. Fachrichtungen
    und
    Nachweis über die selbständige Indikationsstellung, Durchführung, Befundung und Dokumentation von mindestens 500 diagnostischen Gefäßdarstellungen oder therapeutischen Eingriffen, davon mindestens 250 kathetergestützt (mindestens 100 das Gefäß erweiternde und mindestens 25 das Gefäß verschließende Maßnahmen), unter Anleitung eines zur Weiterbildung befugten Arztes innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Antragstellung
    und
    Nachweis über eine mindestens einjährige überwiegende Tätigkeit in der angiographischen Diagnostik und Therapie unter Anleitung


Räumliche und apparative Voraussetzungen

Räumliche Voraussetzungen

  • Eingriffsraum
  • Wascheinrichtung
  • Umkleidemöglichkeit für das Personal (getrennt vom Eingriffsraum)
  • Flächen für die Lagerung, Entsorgung und Aufbereitung von Geräten bzw. Verbrauchsmaterial
  • Umkleidebereich für Patienten
  • Überwachungsraum für die Nachbetreuung (bei therapeutischen Eingriffen in räumlicher Nähe zum Eingriffsraum) gemäß § 6

Apparative Voraussetzungen

  • Fachspezifisches Instrumentarium mit ausreichenden Reserveinstrumenten
  • Geräte zum EKG- und Blutdruckmonitoring
  • Pulsoxymeter
  • Geräte zur Infusions- und Schockbehandlung
  • Instrumentarium zur Reanimation und Geräte zur manuellen Beatmung, Sauerstoffversorgung und Absaugung
  • Notfallmedikamente zu sofortigem Zugriff und Anwendung

Weitere Anforderungen

Organisatorische Voraussetzungen für die Durchführung

Bei der Durchführung ist zu gewährleisten, dass
mindestens eine medizinische Fachkraft im Eingriffsraum anwesend ist
und
eine weitere medizinische Fachkraft unmittelbar zur Verfügung steht
und
ein weiterer Arzt mit Erfahrungen in der Notfallmedizin in der Einrichtung zur Verfügung steht

Bei der Durchführung von therapeutischen Eingriffen am Gefäßsystem ist zusätzlich zu gewährleisten, dass
ab dem Zeitpunkt der Feststellung des Erfordernisses eines chirurgischen Eingriffs die Patienten je nach Art und Schwere des Eingriffs innerhalb von höchstens zwei Stunden in eine stationäre Einrichtung zur gefäßchirurgischen Versorgung transportiert und dort versorgt werden können
und
schriftliche Absprachen mit der stationären Einrichtung zur Übernahme dieser Patienten bestehen.

Organisatorische Voraussetzungen für die Nachbetreuung

Während der Nachbetreuung ist zu gewährleisten, dass
mindestens eine medizinische Fachkraft in der Einrichtung anwesend ist
und
ein Arzt mit spezifischen Kenntnissen und Erfahrungen in der Nachbetreuung zur unmittelbaren Hilfestellung in der Einrichtung zur Verfügung steht.

Nach der Durchführung einer diagnostischen Katheterangiographie am Gefäßsystem ist je nach Art und Schwere des Eingriffs zu gewährleisten, dass der Patient in der Regel vier Stunden betreut und beobachtet wird.

Nach der Durchführung eines therapeutischen Eingriffs am Gefäßsystem ist je nach Art und Schwere des Eingriffs zu gewährleisten, dass der Patient in der Regel sechs Stunden betreut und beobachtet wird.

Während der ersten 24 Stunden nach einer diagnostischen Katheterangiographie oder eines therapeutischen Eingriffs am Gefäßsystem muss sichergestellt sein, dass ein Arzt, der über eine Genehmigung nach § 2 verfügt, telefonisch für die Patienten zur Verfügung steht.

Abrechnung

Ärzte dürfen diese Leistung erst erbringen und abrechnen, nachdem hierfür durch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin eine Genehmigung erteilt wurde. Ausschlaggebend ist dabei das Datum der Bescheiderteilung. Rückwirkende Genehmigungen sind nicht möglich.

Antrag auf Abrechnungsgenehmigung von Leistungen der interventionellen Radiologie
318 KB [8 Seiten]

Verpflichtungserklärung für diagnostische Angiographien
51 KB [1 Seite]

Verpflichtungserklärung für diagnostische Katheterangiographien
55 KB [2 Seiten]

Die PDF-Formulare sind am PC ausfüllbar. Bitte übersenden Sie uns diese nach dem Druck handschriftlich unterschrieben und mit dem Praxisstempel versehen!

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(Quelle: KV Berlin)

KBV-PraxisWissenSpezial

Überwachungen und Begehungen von Arztpraxen durch Behörden Informationen zu gesetzlichen Grundlagen und Checklisten 11/2016:

 Titelbild der Broschüre PraxisWissenSpezial der KBV: Überwachungen und Begehungen von Arztpraxen durch Behörden - Informationen zu gesetzlichen Grundlagen und Checklisten 11/2016

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Bundesamt für Strahlenschutz 7/2016:
Aktualisierte diagnostische Referenzwerte für diagnostische und interventionelle Röntgenanwendungen
(PDF, 458 KB [6 Seiten])

KBV-Information:
Änderung der Frequenz-
regelung zum 01.10.2010

(PDF, 47 KB) [2 Seiten]

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