QS-Leistung: Palliativ-medizinische Versorgung

Vereinbarung nach § 87 Abs. 1b SGB V zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung (Kapitel 37.3 EBM) Vorbehaltlich einer Prüfung des BMG


Grundlage

Vereinbarung nach § 87 Abs. 1b SGB V zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung vom 29.11.2016, Inkrafttreten: 1.1.2017
60 KB [14 Seiten]

Beschluss des Bewertungsausschusses nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V, Inkrafttreten: 1.10.2017
722 KB [9 Seiten]


Leistungen

  • 37300 EBM Palliativmedizinische Ersterhebung des Patientenstatus inkl. Behandlungspläne gemäß § 5 Abs. 1 der Anlage 30 zum BMV-Ä
  • 37302 EBM Zuschlag zur Versicherten- oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 der Anlage 30 zum BMV-Ä
  • 37317 EBM Zuschlag zur GOP 37302 für die Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft in kritischen Phasen
  • 37318 EBM Telefonische Beratung von mindestens 5 Minuten Dauer im Rahmen der besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung gemäß Anlage 30 zum BMV-Ä bei Inanspruchnahme zwischen 19:00 und 7:00 Uhr und ganztägig an Samstagen, Sonntagen, gesetzlichen Feiertagen und am 24.12. und 31.12.

Hinweis: Die Zuschläge werden zunächst für zwei Jahre außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet


Wer kann die Leistung beantragen

  • Alle an der hausärztlichen Versorgung nach § 73 Abs. 1a SGB V teilnehmenden Ärzte sowie Fachärzte der unmittelbaren Patientenversorgung


Fachliche Anforderungen

  • Vertragsarzt wie oben
    und
  • Nachweis der Teilnahme an palliativmedizinischen Fortbildungen im Umfang von 8 Fortbildungspunkten, insbesondere an Qualitätszirkeln oder Fallkonferenzen im Rahmen der Fortbildung nach § 95d SGB V
    und
  • Praktische Erfahrungen gem. Anlage 1 der Vereinbarung
    - mindestens 2-wöchige Hospitation in einer Einrichtung der Palliativversorgung oder einem SAPV-Team
    oder
  • Betreuung von mindestens 15 Palliativpatienten innerhalb der letzten 3 Jahre
    und
  • Theoretische Kenntnisse gem. Anlage 1 der Vereinbarung
    - 40-stündige Kurs-Weiterbildung Palliativmedizin nach dem (Muster-) Kursbuch Palliativmedizin der Bundesärztekammer
    oder
    - Vertragsärzte, die bereits die strukturierte curriculare Fortbildung "Geriatrische Grundversorgung" der Bundesärztekammer (60 Stunden) und das Curriculum "Psychosomatische Grundversorgung" (80 Stunden) absolviert haben, weisen die Teilnahme am Themenkomplex 2 "Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen (Symptomkontrolle – 20 Stunden)" der Kurs-Weiterbildung Palliativmedizin nach
    oder
    - Vertragsärzte, die bereits die Zusatzqualifikation "Spezielle Schmerztherapie" (80 Stunden) absolviert haben, weisen die Teilnahme an den Themenkomplexen 3, 4, 5 und 6 der Kurs-Weiterbildung ("Psychosoziale und spirituelle Aspekte", "Ethische und rechtliche Fragestellungen", "Kommunikation" und "Teamarbeit und Selbstreflexion" insgesamt 18 Stunden) nach.


Weitere Voraussetzungen

  • Anwendung evidenzbasierter und zugleich praxiserprobter Leitlinien in der aktuellen Fassung (z. B. S3-Leitlinie Palliativmedizin) und Bereitschaft zur Erfüllung der Aufgaben nach §§ 4 und 5 der Vereinbarung
  • der teilnehmende Arzt verfügt über gültige BTM-Rezepte (dreiteiliges amtliches Formblatt) gem. Betäubungsmittelverschreibungsverordnung
  • Nachweis der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern nach § 4 Abs. 1 a) und b) der Vereinbarung (stationäre Pflegeeinrichtungen und andere beschützende Einrichtungen, ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, Palliativdienste, Palliativstationen, SAPV-Teams, ggf. weitere Leistungserbringer – z. B. Physiotherapeuten –, ambulante Pflegedienste), in dem die Kooperationspartner sowie der teilnehmende Arzt mit ihrer Unterschrift die Zusammenarbeit sowie die Gewährleistung verbindlicher Absprachen zu folgenden Aufgaben erklären:
    • Sicherstellung der palliativmedizinischen Versorgung während sprechstundenfreier Zeiten, an Wochenenden und Feiertagen
    • Regelungen zum gegenseitigen Informationsaustausch
    • Organisation gemeinsamer, patientenorientierter Fallbesprechungen
    • Durchführung von Konsilen

Aufrechterhaltung der fachlichen Befähigung

  • regelmäßige Teilnahme an palliativmedizinischen Fortbildungen im Umfang von 8 Fortbildungspunkten/Jahr, insbesondere an Qualitätszirkeln oder Fallkonferenzen im Rahmen der Fortbildung nach § 95d SGB V


Abrechnung

Ärzte dürfen diese Leistung erst erbringen und abrechnen, nachdem hierfür durch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin eine Genehmigung erteilt wurde. Ausschlaggebend ist dabei das Datum der Bescheiderteilung. Rückwirkende Genehmigungen sind nicht möglich.

Antrag auf Abrechnungsgenehmigung
76 KB [4 Seiten]

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(Quelle: KV Berlin)

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