Praxisabgabe und -übernahme

Soll die Praxis eines Vertragsarztes oder -therapeuten in einem zulassungsbeschränkten Bezirk von einem Nachfolger weitergeführt werden und stimmt der Zulassungszuschuss der Durchführung eines Nachbesetzungsverfahrens gemäß § 103 Abs. 3a und 4 SGB V zu, muss die KV auf dessen Antrag diesen Vertragsarztsitz ausschreiben.

Diese Praxen werden offiziell auf der Internetseite der KV Berlin bei den Arztsitzausschreibungen veröffentlicht. Sofern mehrere Bewerbungen erfolgen, entscheidet der Zulassungsausschuss nach folgenden Bewerberkriterien:

  • berufliche Eignung
  • familiäre Bindung des Praxisbewerbers (Ehegatte oder Kind)
  • Tätigkeit als Job-Sharing-Partner des bisherigen Vertragsarztes, soweit die Tätigkeit fünf Jahre besteht
  • Dauer der ärztlichen Tätigkeit
  • Dauer der Facharztanerkennung
  • Approbationsalter
  • Eintrag auf der Warteliste des Arztregisters
  • bei einer Gemeinschaftspraxis: Einverständnis der Partner

Der Praxisabgeber muss den Antrag auf Ausschreibung möglichst acht bis neun Monate im Vorfeld an die KV Berlin richten, damit eine nicht angreifbare Nachfolgezulassung erfolgen und die Praxis ohne Unterbrechung weiterlaufen kann.

Auch wenn der abgabewillige Arzt bereits einen Nachfolger favorisiert, kann die Praxisübergabe und die anschließende Zulassung generell nur nach Arztsitzausschreibung des Arztsitzes wie oben beschriebenen erfolgen.

Dagegen ist eine Praxisnachfolge im offenen Planungsbereich ohne förmliche Ausschreibung möglich. Die Zulassung des (Wunsch-)Nachfolgenden erfolgt hier „Zug um Zug“ gegen den Verzicht der Praxisabgebenden, nachdem sich beide über den Praxisverkauf geeinigt haben.

(Quelle: KV Berlin)

Unterlagen zur Genehmigung

Service für Praxisabgeber

Die Betriebswirtschaftliche Beratung der KV Berlin unterstützt Praxisabgeber vom ersten Antrag bis zum Übernahmevertrag mit dem Nachfolger.
Im Seminarzyklus gibt es zudem Veranstaltungen zum Thema Praxisabgabe.
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