Versorgung aus einer Hand: KV Berlin verhandelt mit allen Krankenkassen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin besitzt die Vertragshoheit für ihre Mitglieder: Sie schließt mit den Landesverbänden der gesetzlichen Krankenkassen für alle Berliner Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten Verträge über die Vergütung und zur Gestaltung der ambulanten medizinischen Versorgung ab.

Kollektivverträge statt Einzelverträge

Zu früheren Zeiten, als die Ärzte ihr Honorar mit jeder einzelnen Krankenkasse selbst aushandeln mussten, war ihre berufliche Existenz stark von den Kassen abhängig. Erst mit der Gründung der Kassenärztlichen Vereinigungen als gesetzlich legitimierte Institution der ärztlichen Selbstverwaltung wurde dieser unsichere und existenzgefährdende Zustand beendet. An die Stelle des Einzelvertrages zwischen Krankenkassen und Kassenarzt ist das kollektive Vertragssystem getreten. Die Ärzte können seitdem alle Kassenpatienten behandeln und müssen keinen mehr abweisen, weil sie mit dessen Kasse keinen Vertrag haben. Trotz dieser enormen Vorteile sollen die Krankenkassen nach dem Willen des Gesetzgebers wieder verstärkt mit einzelnen Ärzten Verträge abschließen.

Vertragsvielfalt bereits Alltag: über 100 verschiedene Vereinbarungen

In Vertretung ihrer Mitglieder handelt die KV Berlin jedes Jahr mit den Landesverbänden der Krankenkassen die Gesamtvergütung für die ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen aus. Dabei werden neben den so genannten Gesamtverträgen zur ambulanten Versorgung immer mehr Zusatzvereinbarungen abgeschlossen, die die Behandlung bestimmter Erkrankungen bzw. bestimmte Leistungen fördern sollen. So hat die KV Berlin mit den Krankenkassen Verträge zur Förderung der ambulanten Krebstherapie, zur Versorgung von Rheumapatienten und zum ambulanten Operieren abgeschlossen. Zurzeit gibt es im Bereich der KV Berlin rund 100 verschiedene Verträge. Zusätzlich vereinbart die KV Berlin mit den Krankenkassen das jährliche Ausgabenvolumen für Arznei- und Heilmittel, das alle Medikamentenverschreibungen eines Jahres umfasst.

Leistungsgerechte Vergütung als Herausforderung

Eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung hat ihren Preis: Nur wenn die Krankenkassen die notwendigen finanziellen Mittel zur Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung stellen, können die Ärzte ihre Patienten krankheitsgerecht behandeln. In den Verhandlungen mit den Krankenkassen setzt sich die KV deshalb für eine leistungsgerechte Vergütung ein. Seit Einführung der Budgetierung 1993, nach der die Ausgaben für die ambulante Versorgung nur noch im Maße der Beitragseinnahmen wachsen dürfen, ist dies ein Problem. Die Ausgaben richten sich nicht nach dem Bedarf der Bevölkerung. Die Folge ist, dass mittlerweile über 30 Prozent der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen nicht vergütet werden.

(Quelle: KV Berlin)

button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin