Äußerlich ist es ein gewöhnlicher Kleintransporter, doch im Inneren befindet sich eine kleine Praxis: Das Arztmobil des katholischen Caritas-Verbandes fährt bereits seit 1995 durch Berlins Straßen, um Obdachlosen und anderen Bedürftigen eine medizinische Basisversorgung anzubieten. Eine "Praxis auf Rädern" kommt zu Menschen, die oft seit Jahren keine "normale" Arztpraxis von innen gesehen haben. Doch fehlende Finanzen, zu wenig Ärzte und steigende Patientenzahlen erschweren diese Arbeit.
Längst nicht alle Patienten, die hier betreut werden, sind sozialversichert. Ohne Spenden und öffentliche Zuschüsse läuft deshalb kaum etwas. Doch der Senat als einer der Geldgeber erteilt strenge Auflagen, akzeptiert nur Ärzte, die über die KV abrechnen. "Alle finden es toll, doch keiner will es machen", sagt der Allgemeinmediziner Andreas Kärsten, der einzige "KV-Arzt", der sich einmal pro Woche für die Obdachlosenversorgung im Arztmobil engagiert. Die rollende Arztpraxis - an einigen Haltepunkten sind wir zugestiegen. Zum Beispiel an der Malteser Suppenküche in Alt-Lietzow nahe dem Charlottenburger Richard-Wagner-Platz.