"Wie hätten Sie's denn gern", fragte dieser Tage süffisant ein Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, als er auf das Thema Wirkstoffverordnung bei Arzneimitteln angesprochen wurde. Bekanntlich will die Regierungskoalition einen Vorschlag der KBV, nur noch Wirkstoffe statt Präparate verordnen zu lassen, als Modell ins künftige GKV-Versorgungsstrukturgesetz aufnehmen. Doch jetzt wird die Politik dafür angeschossen - und das ausgerechnet aus der Ärzteschaft. Nicht nur dieses Thema zeigt, wie sehr die Doctores in wichtigen Bereichen des Reformvorhabens zerstritten sind. Als der erste Gesetzentwurf im späten Frühjahr das Licht der Welt erblickte, sah das noch ganz anders aus. Das Bundesgesundheitsministerium, damals noch unter der Leitung von FDP-Parteichef Philipp Rösler, erntete von der Ärzteschaft überwiegend Lob.