Klimawandel in der deutschen Gesundheitspolitik - darauf deutet der Optimismus der Akteure im Gesundheitswesen hin. Zwar ist er nicht immer nachvollziehbar, dennoch verlief die Eröffnung des 113. Deutschen Ärztetages in Dresden so harmonisch wie schon seit Jahren nicht mehr - weder nennenswerte Demonstrationen vor dem Tagungsort noch
Unmutsbekundungen während der Rede des Ministers. Die Ärzte läuteten das Zeitalter der neuen Dialogkultur ein. Ob der Gesundheitsminister am Ende ihre Wünsche erfüllt, ist aber fraglich. Beim Ruf nach mehr Geld - einer der wichtigsten Forderungen - sind sie bereits abgeblitzt. Auch beißt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, bei einem Lieblingsthema, der Priorisie-
rung, im Bundesgesundheitsministerium auf
Granit. Ob das an dem ungeliebten Wort "Priorisierung" liegt, wie Hoppe vermutet, kann bezweifelt werden. Bei anderen Problemen im deutschen Gesundheitswesen, wie beim befürchteten Ärztemangel, wollen Politiker und Ärzte gemeinsam nach Lösungen suchen.