KV-Blatt-Ausgaben aus dem Jahr 2008

KV-Blatt 12/2008

kvblatt_0812 Nach einem regelrechten Verhandlungs- marathon zwischen dem Vorstand der KV Berlin und den Berliner Krankenkassen ist die Um- setzung der Honorarreform weitestgehend abgeschlossen. In einigen Punkten konnte sich der KV-Vorstand nicht durchsetzen - und hat kurzerhand das Schiedsamt angerufen. Doch die allermeisten Punkte waren bereits "in trockenen Tüchern", die Berechnung der individuellen Regelleistungs- volumina laufen jetzt auf Hochtouren.

KV-Blatt 11/2008

kvblatt_0811 Als die Politik begann, die Existenz der Kassen- ärztlichen Vereinigungen (KVen) infrage zu stel- len und Ärzte befürchteten, langfristig direkt in die Arme der Krankenkassen getrieben zu wer- den, wurde MEDI gegründet. MEDI sollte ein Auffangbecken für die KVen sein, wenn diese von der Politik zerschlagen oder ihrer kollek- tivvertraglichen Steuerungsfunktion beraubt würden. Ist es damit nun vorbei? Wird MEDI ein knallharter Konkurrent der KVen? Anzeichen dafür gibt es inzwischen reichlich, vor allem in Baden-Württemberg, wo einst die Wiege dieser KV-Parallelorganisation stand. Eine scheinbar ganz normale Mitgliederversammlung von MEDI Berlin brachte es kürzlich an den Tag: Es gibt offenbar einen gewaltigen Dissens in der Organisation über den künftigen Kurs gegenüber dem KBV-/KV-System.

KV-Blatt 10/2008

kvblatt_0805_50 Bundesweit gibt es im kommenden Jahr durch- schnittlich rund 10 Prozent mehr Honorar für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten - ein zusätzliches Volumen von knapp 2,7 Milli- arden Euro. Das spätsommerliche Honorarpoker ist damit endgültig vorbei. Das Ergebnis hat hohe Wellen geschlagen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung spricht von einem großen Durchbruch, die Krankenkassen von einem Desaster. Erstmals hat es zwischen Ärzten und Krankenkassen 'echte' Verhandlun- gen gegeben, frei vom gesetzlichen Diktat der lohnsummen- orientierten Deckelung der Honorare. Das Ziel einer besseren, weil inflations- und morbiditätsorientierten Bezahlung ist damit näher gerückt, auch wenn sich das KBV-/KV-System intern noch in 'Gewinner' und 'Verlierer' sortiert. War es das jetzt? Eine jahrelange Auseinandersetzung auf der Straße und auf der politischen Bühne hat ein Ende gefunden. Vorläufig?

KV-Blatt 09/2008

kvblatt_0809 Laborleistungen - ein Fass ohne Boden? Als sich Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor gut acht Jahren auf eine Laborreform einigten, hofften sie darauf, Schieflagen bei der Leistungsbewertung zu beseitigen und die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen. Doch die Bilanz ist ernüchternd: Die Honorarkosten für das OI- und OII-Labor sind seit dem Millenniumsjahr um sagenhafte 34 Prozent gestiegen, beim OIII-Labor beträgt der Zuwachs 30 Prozent. Auch die Leistungsbewertung ist in die Kritik geraten.

KV-Blatt 08/2008

kvblatt_0808 Der Paragraph 116 b des Sozialgesetzbuches V erregt nach wie vor die Gemüter. Krankenhäuser dürfen nun auf Antrag hochspezialisierte Behandlungen bei seltenen Erkrankungen ambulant erbringen. Genehmigungen muss das jeweilige Bundesland erteilen. Nach der jüngst für die Charité ausgesprochenen Genehmigung zur ambulanten Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) wird sich wohl bald herausstellen, was niedergelassene Fachärzte seit längerer Zeit voraussagen: Hier findet ein unfairer Wettbewerb statt.

KV-Blatt 07/2008

kvblatt_0807 Berlins Ärzteverbände protestieren wieder. Sie sehen auch nach einem Wegfall der Budgetierung kein Ende der Leistungsbegrenzung. Die mit den Krankenkassen anstelle der Budgets auszuhandelnden Regelleistungsvolumina stellen in ihren Augen eine Art Ersatzbudget dar. Für MEDI-Landeschef Wolfgang Mitlehner kommt es jetzt darauf an, öffentlichen Druck herzustellen, um bei den Verhandlungen ein Optimum für die ärztliche Vergütung herauszuholen. Gleichzeitig fordert der Moabiter Lungenfacharzt ein Vertragsarztsicherungsgesetz, das den Krankenkassen eine ausreichende Honorierung ärztlicher Leistungen verbindlich vorschreibt.

KV-Blatt 06/2008

kvblatt_0806 In der Diskussion um die künftige Struktur der ambulanten medizinischen Versorgung will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) das Feld nicht der Politik, den Krankenhäusern und kapitalkräftigen Klinikkonzernen überlassen. Sie fürchtet um die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte und um den Einfluss der ärztlichen Selbstverwaltung. Jüngst hat die KBV deswegen einen eigenen Vorschlag zum Neuzuschnitt der ärztlichen Versorgung vorgelegt. Das Papier sorgt für Unruhe, noch bevor es an der Basis überhaupt richtig bekannt ist.

KV-Blatt 05/2008

kvblatt_0805 Eine Studie der Kölner Universität sollte belegen, dass Kassenpatienten länger auf einen Facharzttermin warten müssen als Privatpatienten. Ärzte standen zunächst wieder mal am Pranger und wurden für eine "Zwei-Klassen-Medizin" gescholten. Weil es für Privatbehandlungen mehr Geld und kein Budget gäbe, würden PKV-Patienten bei der Terminvergabe bevorzugt, hieß es. Doch der Schuss ging diesmal nach hinten los. Viele GKV-Patienten monieren zwar die Ungleichbehandlung gegenüber Privatpatienten bei der Terminvergabe oder im Wartezimmer, aber: Sie geben dafür überweigend nicht den Ärzten die Schuld, sondern der Politik und den Krankenkassen.

KV-Blatt 04/2008

kvblatt_0804 Bayerns Hausärzte proben den Aufstand. Sie wollen raus aus dem System. Sagt der dortige Hausärzteverband. Als er Ende Januar zur ersten entscheidenden Urnen-Schlacht nach Nürnberg rief, zeigte sich der bayerische Verbandschef Wolfgang Hoppenthaller zuversichtlich, die magische "70-Prozent-Marke" für einen Ausstieg bereits an Ort und Stelle zu erreichen. Doch nicht einmal die Hälfte votierte für einen Ausstieg. Der Rest war wohl nur für knackige Fernsehbilder: massenweise leere Umschläge. Manchem Berufsverband reichte dies, um auch in seiner Region die Stimmung zu testen. So ließ MEDI Berlin in einer Veranstaltung am 6. März fragen, wie seine Mitglieder es mit einem Ausstieg aus dem System halten.

KV-Blatt 03/2008

kvblatt_0803 Fachärztliche Praxen in Berlin müssen um ihre Existenz bangen. Ihnen droht jetzt Konkurrenz durch viele Berliner Krankenhäuser. Der Grund: Das Land Berlin wird voraussichtlich zahlreiche Kliniken auch für solche ambulanten Leistungen öffnen, die bislang erfolgreich und zudem kostensparend und patientenfreundlich von niedergelassenen Ärzten angeboten werden. Betroffen dürften vor allem Onkologen, Kardiologen, Rheumatologen und Nervenärzte sein. In Gefahr sind dann auch langjährig erfolgreiche Berliner Versorgungswege wie etwa die Onkologievereinbarung, die bundesweit Nachahmer gefunden hat.

KV-Blatt 02/2008

kvblatt_0802 "Hätte man es mit Naturgewalten zu tun, würde man von einem Beben mittlerer Stärke sprechen, das die AOK Baden-Württemberg kurz vor Weihnachten ausgelöst hat." So sieht es das Deutsche Ärzteblatt rückblickend. Seiner Einschätzung, dass diese AOK-Offerte "die etablierten Versorgungsstrukturen im ambulanten Bereich ordentlich erschüttert (hat)", wird wohl kaum einer widersprechen. Indes - es streiten sich die Chronisten, ob ein vertragslandschaftliches Beben solchen Ausmaßes vorhersehbar war. Oder hat es "attentatsähnlichen Charakter", wie es bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hieß?

KV-Blatt 01/2008: Auf 2008!

kvblatt_0801 Über die Qualität der hausärztlichen Versorgung wird in Fachkreisen viel diskutiert. Wie aber sehen Betroffene selbst ihre Arbeitsinhalte und -bedingungen? Wie schneiden deutsche Hausärzte im Vergleich zu ihren Kollegen in den USA, Kanada, Großbritannien, den Niederlanden und anderen Ländern ab? Soviel scheint festzustehen: Hausärzte hierzulande müssen einen Vergleich ihrer Arbeit mit Kollegen anderer Länder nicht scheuen. Doch sie sind auch unzufrieden über ihre Arbeitsbelastung, über zu wenig Zeit für ihre Patienten, über ihre vergleichsweise schlechte Bezahlung und eine aus ihrer Sicht zunehmende Einschränkung ärztlicher Therapiefreiheit. Eine Vergleichsstudie des Commonwealth Fund gibt Auskunft.
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