Insgesamt 113 Betriebskrankenkassen mit knapp 340.000 Versicherten in Berlin nehmen am Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) nach § 73 b
SGB V teil, der zwischen dem BKK-Landesverband (Vertragsgemeinschaft) Ost, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV)
Berlin und dem Hausärzteverband Berlin-Brandenburg abgeschlossen wurde. Das KV-Blatt berichtete.
Auf einer Pressekonferenz am 18. März in Berlin gaben die Vertragspartner den Startschuss für den Vertragsbeitritt
durch Hausärzte und Versicherte. Als Vertragsbeginn wurde der 1. April 2008 vereinbart. Berlin komplettiert mit
seinem Vertrag die sogenannte "BKK-Ostkette" bei der hausarztzentrierten
Versorgung. Bereits zum 1. Januar starteten die Kassenärztlichen Vereinigungen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit vergleichbaren
HZV-Verträgen, die der BKK-LV Ost auch dort abgeschlossen hat. Fast überall sind die regionalen Hausarztverbände
beteiligt.
KV-Chefin Angelika Prehn unterstrich die fachliche Kompetenz, welche die Kassenärztliche Vereinigung Berlin ihren
Vertrag nach § 73 b SGB V mit BKK-LV Ost, KV und BDA gestartet Rekordbeteiligung: 113 BKKen beim Berliner
BKK-Hausarztvertrag dabei Vertragspartnern, vor allem aber auch den beteiligten Ärzten, bieten könne.
Durch die KV-Beteiligung sei einerseits die Qualität der hausarztzentrierten Versorgung
gesichert, andererseits könnten die beteiligten Ärzte sicher sein, dass der Verwaltungsaufwand und die damit
verbundenen Kosten auf ein Minimum reduziert würden. So könnten die Ärzte ihre Honorarabrechnung aus diesem
Vertrag über eine Sonderabrechnungsnummer erledigen und zeitgleich mit der normalen Quartalsabrechnung
abgeben.
Auch der BKK-Landesverband Ost legt nach Angaben seines Vorsitzenden, Axel Wald, großen Wert darauf, dass der
Verwaltungsaufwand für die teilnehmenden Ärzte auf ein Minimum reduziert werde. Beispielsweise fungiert der Landesverband
für alle 113 Krankenkassen als zentrale Annahmestelle für die Entgegennahme der Teilnahmeerklärungen
der Versicherten. Wald verwies in der Pressekonferenz auf erste Erfolge des BKK-Vertragsmodells. Innerhalb von
rund neun Wochen hätten in den neuen Bundesländern bereits 1.600 Hausärzte ihre Teilnahme erklärt.
Der Allgemeinmediziner Dieter Schwochow, Vorstandsmitglied des BDA Berlin-Brandenburg, geht davon aus,
dass der Vertrag ein Erfolg wird. Sein Verband, sagte er gegenüber dem KV-Blatt, habe wesentlich zum Zustandekommen
des Vertrages beigetragen. Die Vereinbarung biete den Ärzten viele Vorteile. Einerseits werde die Kompetenz
des Hausarztes gestärkt, andererseits handele es sich beim Honorar um eine zusätzliche Vergütung. Die organisatorischen
und Qualitätsanforderungen würden zudem bereits jetzt von den meisten Hausärzten erfüllt.
Schwochow: "Ich ermuntere alle hausärztlichen Kollegen, diesem Vertrag beizutreten und
ihre Patienten dort einzuschreiben." Reinhold Schlitt
Informationen:
KV-Blatt 03/2008, Seiten 20, 21–23
Internet: www.kvberlin.de
Service-Center: 31003-999
red
(Quelle: KV-Blatt 04/2008)