1,02 Milliarden Euro für Arzneimittel: KV erreicht für 2008 ein deutlich höheres Ausgabenvolumen

Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel konnte für 2008 erstmals deutlich angehoben werden. Der maximal mögliche Ausgabenbetrag liegt nunmehr bei 1,0207 Milliarden Euro. Das hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin nach Abschluss der Verhandlungen mit den Berliner Krankenkassen( verbänden) bekannt gegeben.

Zum Vergleich: Im Vorjahr wurde das Soll-Ausgabenvolumen nach gescheiterten Verhandlungen zwischen KV und Krankenkassen vom Schiedsamt auf 908,5 Millionen Euro festgesetzt. Diesmal hat sich die KV mit den Kassen auf dem Verhandlungsweg einigen können. Burkhard Bratzke, im KV-Vorstand für Arzneimittelfragen zuständig, sagte: „Mit dem jetzt vereinbarten Medikamentenvolumen haben wir die Lücke zwischen dem besonderen medizinischen Bedarf der Berliner Bevölkerung und den bundesweiten Rahmenvorgaben deutlich verringern können.“ Allerdings liege der Betrag immer noch unter dem voraussichtlichen Verordnungsvolumen des vergangenen Jahres und damit unter dem tatsächlichen Finanzbedarf für eine adäquate Arzneimittelversorgung. Bei der Verhandlung des neuen Ausgabenvolumens wurden folgende Punkte berücksichtigt: 

  • Anpassung des Ausgabenvolumens aufgrund einer bundesweiten Rahmenvorgabe: + 4,1 %, 
  • regionale Anpassung: + 20 Mio. Euro, 
  • weiterer, an konkrete Ziele und Maßnahmen gebundener Ausgabenbetrag: + 55 Mio. Euro. 

Beide Seiten haben sich in den Verhandlungen auf eine Ausweitung der Verordnungsberatung verständigt. Das betrifft sowohl die individuelle Beratung von Ärzten als auch den Verweis auf preiswertere Produktalternativen und auf eine Me-too-Liste, wie sie bereits im Bereich der KV Nordrhein verbreitet wird. 

-litt

(Quelle: KV-Blatt 02/2008)

Autor: KV-Blatt-Redaktion | Erstellt am: 01.02.2008

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