Berlin, 6. Januar 2010. Berlins Ärzte haben auch 2008 auf einem sehr hohen Qualitätsniveau gearbeitet. Dies zeigt der aktuelle Qualitätsbericht, den die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin jetzt vorgelegt hat. 2008 erteilte die KV Berlin wieder über 4.000 neue Genehmigungen für sogenannte qualitätsgesicherte Leistungen. In Berlin unterliegen über zwei Drittel aller Kassenleistungen einer Qualitätskontrolle durch die KV Berlin. Diese überprüft dabei nach definierten Standards unter anderem, ob die Ärzte und Psychotherapeuten die nötige Ausbildung haben und ob die für die Leistung erforderlichen Apparate den aktuellen
technischen Erfordernissen entsprechen. Nur wer alle Qualitätstests besteht, darf diese Leistungen auch abrechnen. Über 95 Prozent der
Antragsteller erhielten die Genehmigung, nur knapp fünf Prozent der Anträge mussten wegen fehlender Voraussetzungen abgelehnt werden.
Die Anzahl der Genehmigungen stieg im Berichtsjahr 2008 für alle
Genehmigungsbereiche um rund neun Prozent auf insgesamt 35.637. „Das zeigt, welche zentrale Stellung die Qualitätssicherung in der ambulanten medizinischen Versorgung einnimmt“, erklärte KV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Angelika Prehn, heute anlässlich der Veröffentlichung des Qualitätsberichts für das Berichtsjahr 2008. Dr. Uwe Kraffel, stellvertretender KV-Vorsitzender, betonte weiter: „Es gibt weder bei privatärztlichen
Behandlungen noch bei Klinikbehandlungen eine vergleichbare Qualitätskontrolle wie in der ambulanten medizinischen Versorgung. Berliner
Kassenpatienten können sich auf eine hoch qualifizierte, spezialisierte und vor
allem von der KV Berlin laufend überprüfte Behandlung verlassen.“
Prehn führte weiter aus: „Auch wenn ein Arzt eine Genehmigung erhalten hat, wird regelmäßig kontrolliert, ob der Qualitätsstandard nach wie vor den Voraussetzungen entspricht.“ Die KV Berlin prüft die Einhaltung der geforderten Qualitätskriterien mit unterschiedlichen Prüfinstrumenten. Diese reichen von Fortbildungsnachweisen über Hygieneprüfungen und Praxisbegehungen bis hin zur Prüfung von einzelnen
Untersuchungsergebnissen. Jährlich werden medizinische Leistungen wie
Akupunktur, Darmspiegelung oder Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen überprüft. Diese müssen den bundeseinheitlichen Vorgaben
entsprechen. Die KV Berlin hat mit den Krankenkassen darüber hinaus für
etliche Leistungen weitere, zum Teil höhere Standards vereinbart. 2008 hat die KV Berlin regional in fünf zum Teil sehr umfassenden
Leistungsbereichen Stichprobenprüfungen mit guten Ergebnissen durchgeführt. Der Qualitätsbericht macht transparent, wie viele Ärzte mit
welchem Ergebnis getestet wurden.
So wurden 2008 beispielsweise im Bereich der radiologischen und computertomographischen Untersuchungen 600
Patientendokumentationen ausgewählt und überprüft. In 97 Prozent der Fälle war die
Dokumentation vorbildlich. Lediglich bei 16 Dokumentationen beanstandete die KV Berlin einen Mangel, weil das Röntgenbild die Körperregion nur unzureichend zeigte oder weil das Bild unter- oder fehlbelichtet war oder die Bildbeschriftung fehlte. Das entspricht einem Anteil von knapp drei Prozent. Diese Beanstandungen wurden zwar als
Qualitätsmangel in der Patientendokumentation gewertet, sie gefährdeten jedoch zu keinem Zeitpunkt die Gesundheit der Patienten.
Bei der Dialyse erfolgt die Überprüfung des Behandlungserfolges durch Vergleichen einheitlicher sogenannter Benchmark-Berichte mit anderen Leistungserbringern in ganz Deutschland. 2008 nahmen 33 Dialyseeinrichtungen in Berlin an der ambulanten Versorgung
chronisch niereninsuffizienter Patienten teil, 32 davon auch an dieser datengestützten Qualitätssicherung. Nur vier Praxen überschritten die vorgegebenen Grenzwerte der Dialyse-Richtlinie wie z. B. Dauer oder Frequenz. Diese auffälligen Praxen wurden daraufhin gesondert von der KV Berlin überprüft. Dabei konnten sie den Verdacht auf
unzureichende Behandlungsqualität ausräumen. Die Werte, die zu einer Auffälligkeit geführt hatten, wurden zum Teil in einer anderen Maßeinheit angegeben. Auch konnten Dialysefrequenzen wegen Abwesenheit des Patienten nicht eingehalten werden. Damit erbringen 100 Prozent der zugelassenen ambulanten Berliner Dialyseeinrichtungen eine qualitativ hochwertige Behandlung und gewährleisten den guten
Behandlungserfolg.
Die KV Berlin überprüft die Qualität in der ambulanten Patientenversorgung und hält diese Prüfergebnisse im jährlichen Qualitätsbericht fest. Um Patienten eine größtmögliche Transparenz zu bieten, gibt sie daher – neben der Langfassung des Berichts – wieder eine Broschüre mit den wichtigsten Ergebnissen heraus. Diese wird auch in den
Wartezimmern der Arztpraxen ausliegen.
Sowohl die Lang- als auch Kurzfassung des Qualitätsberichts für das Berichtsjahr 2008 ist im Internet unter www.kvberlin.de eingestellt. Die Broschüre (Kurzfassung) kann auch per E-Mail bestellt werden:
kvbe@kvberlin.de.