Berlin, 27. Februar 2007. Ein neues Mammographie-Zentrum zur Früherkennung
von Brustkrebs ist am Dienstag in Berlin eröffnet worden. Es ist das dritte von
insgesamt vier Einrichtungen, die im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms
bis Anfang April in der Hauptstadt entstehen sollen. Das neuartige Früherkennungsprogramm
für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wird zurzeit bundesweit eingeführt und
soll die Brustkrebssterblichkeit deutlich senken. Durch das frühzeitige
Erkennen auch noch nicht tastbarer Tumore ist zudem eine schonendere Behandlung
und damit verbesserte Lebensqualität der betroffenen Patientinnen möglich. In
Deutschland erkranken jedes Jahr rund 47.000 Frauen neu an Brustkrebs, etwa
18.000 sterben jedes Jahr an dieser Krankheit.
Mit der Eröffnung des dritten Berliner Untersuchungszentrums in der
Schlossstraße 88 in Berlin Steglitz haben jetzt noch mehr Berlinerinnen die Möglichkeit,
alle zwei Jahre an dem Früherkennungsprogramm teilzunehmen. In dem Zentrum
sollen unter Leitung der niedergelassenen Radiologen Dr. Angelika Stabell und
Dr. Ulrich Beckmann künftig rund 138.000 Frauen aus den Bezirken
Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg
untersucht werden. Das vierte noch fehlende Screening-Zentrum wird für Pankow,
Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zuständig sein und Anfang April an den
Start gehen. In Berlin können dann alle rund 435.000 anspruchsberechtigten
Frauen von den Vorteilen des Programms profitieren. Die Kosten der Röntgenuntersuchung
werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen oder den Sozialhilfeträgern
(für nicht versicherte Frauen) übernommen.
Das Mammographie-Screening ist ein zusätzliches Angebot zur jährlichen
Krebs-Früherkennungsuntersuchung durch den Frauenarzt. Die Frauen werden dazu
alle zwei Jahre von der so genannten Zentralen Stelle per Post eingeladen, eine
Überweisung des behandelnden Arztes ist nicht erforderlich. Sämtliche Abläufe
von der Einladung bis zur Evaluation unterliegen hohen Qualitätsanforderungen.
So finden die Untersuchungen ausschließlich in zertifizierten
Screening-Einrichtungen statt. Jeder Arzt muss jährlich mindestens 5.000 Bilder
befunden. Jede Röntgenaufnahme muss zudem von zwei Medizinern unabhängig
voneinander beurteilt werden. Weichen die Befunde voneinander ab, wird der
leitende Arzt hinzugezogen.
Bei der Untersuchung werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht.
Bei unauffälligem Befund, der erfahrungsgemäß auf rund 96 Prozent aller
untersuchten Frauen zutrifft, werden die Frauen nach Ablauf von zwei Jahren
wieder eingeladen. Frauen, bei denen sich Verdachtsmomente ergeben
(erfahrungsgemäß rund vier Prozent), werden zunächst zu weiteren Abklärungen
eingeladen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass auch 80 Prozent der Frauen, die
wegen einer auffälligen Mammographie erneut eingeladen wurden, keinen
Brustkrebs haben.
Fragen zum Mammographie-Screening
Hotline: 0800/5002345 (gebührenfrei)
Internet: www.ein-teil-von-mir.de
(Die Informationen sind hier auch in türkischer, russischer, polnischer,
kroatischer, griechischer und italienischer Sprache verfügbar.)
Ansprechpartner für die Presse
Arbeitsgemeinschaft Mammographie-Screening in Berlin:
Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Annette Kurth, Tel. 030 / 31003 383
BKK-Landesverband Ost (Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft)
Regina Reuschenberg, Tel.: 030 / 38 39 07 39
AOK Berlin
Gabriele Rähse, Tel.: 030/ 25 31 2202
BIG Gesundheit - Die Direktkrankenkasse
Sabine Pezely, Tel: 0231 / 5557141
VdAK/AEV - Landesvertretung Berlin
Ulrike Geitz, Tel.: 030 / 25 37 74 17
Zentrale Stelle
Reiner Ziebeil, Tel: 030 / 210 17 381
(Quelle: KV Berlin)