Berlin, 1. Oktober 2009. Berlins Kassenärztechefin Dr. Angelika Prehn hat zu Beginn der jährlichen Grippe-Impfaktion in den Berliner Arztpraxen an die Hauptstädter appelliert, die Impfung gegen die
saisonale Influenza nicht zu vernachlässigen: „Bei allen Diskussionen um die sogenannte Schweinegrippe darf die Impfung gegen die saisonale Influenza nicht in Vergessenheit geraten“, betonte Prehn. In
Deutschland erkranken jedes Jahr vier bis zehn Prozent der Bevölkerung an der saisonalen Grippe. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass pro Jahr 5.000 bis 8.000 Erkrankte an den Folgen der Infektion
sterben. Einen wirkungsvollen Schutz gegen die Erkrankung bietet nur die rechtzeitige jährliche Schutzimpfung.
Die Berliner Kassenärzte werden deshalb in den nächsten Wochen in ihren Praxen verstärkt auf die Wichtigkeit der Grippeschutzimpfung hinweisen. Unter dem Motto „Grippe – nein danke! Jetzt impfen
lassen.“ wollen sie – unterstützt durch eine Plakataktion der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin – ihre Patienten motivieren, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen.
„Impfen ist eine der einfachsten und wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz vor schweren Infektionskrankheiten“, erklärte Prehn. Es ließe sich jedoch jedes Jahr nur etwa ein Drittel der
Personen impfen, die sich aus Alters-, Gesundheits- oder beruflichen Gründen schützen sollten. Dabei reiche ein Piks, um eine Infektion mit den gefährlichen Grippe-Viren zu verhindern. „Zum Schutz gegen die
saisonale Grippe steht ein gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung, der jedes Jahr den aktuell zirkulierenden Viren angepasst wird. Sprechen Sie Ihren Hausarzt auf die Impfung an, er wird Sie gerne beraten“, appellierte Prehn an die Berliner.
Nach der Impfung dauert es zwei bis drei Wochen, bis sich ein Schutz aufbaut. Die Impfung sollte daher bereits im Herbst, vor Beginn der Grippesaison im Winter, erfolgen. Die Impfung schützt nicht vor einer „normalen“ Erkältung, sondern nur gegen die „echte“ Grippe. Hohes Fieber, Husten und heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sind die Leitsymptome dieser vor allem für ältere Menschen und chronisch Kranke gefährlichen Infektion.
Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen? Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung allen über
60-Jährigen, chronisch Kranken und Personen, die beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen haben (z. B. Busfahrer, Lehrer,
Arzthelferinnen). Für diese Gruppen werden die Kosten auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Praxisgebühr nur für das Impfen wird nicht fällig.
Die Impfung gegen die saisonale Grippe enthält keinen Schutz vor der sogenannten Schweinegrippe (Neue Influenza A/H1N1) – diese Impfung muss zusätzlich verabreicht werden. Ein Impfstoff wird aller Voraussicht nach Mitte Oktober zur Verfügung stehen.