KV-Vorstand weist Kritik des Hausärzteverbands zurück: Mehr Geld auch für Berliner Hausärzte

Das Problem: Zusätzliches Honorar fließt nur in die Spezialversorgung - Änderungen auf Bundesebene notwendig

Berlin, 9. Januar 2009. „Für die hausärztliche Versorgung der Berliner Kassenpatienten steht im ersten Quartal dieses Jahres fast 20 Prozent mehr Geld zur Verfügung als im ersten Quartal 2007.“ Allerdings profitierten von diesem Zuwachs nicht alle Hausärzte. Dies erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, Dr. Uwe Kraffel, am Freitag. Er reagierte damit auf Vorwürfe des Berufsverbandes der Allgemeinmediziner in Berlin und Brandenburg, die zum 1. Januar in Kraft getretene Honorarreform ginge zu Lasten der Hausärzte und bevorzuge die Fachärzte.

Das Problem des neuen Verteilungssystems ist, dass die Honorarzuwächse im hausärztlichen Bereich nur in einige Leistungsbereiche fließen. So müssen nach den auf Bundesebene festgelegten Regelungen Einsätze des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes besser vergütet und mehr Honorar für Leistungen wie z. B. die Akupunktur bereitgestellt werden. Außerdem müssen Rückstellungen gebildet werden, falls das zur Verfügung stehende Geld nicht für alle Leistungen ausreicht. „Diese Mittel stehen zunächst nicht für die Grundversorgung und damit für eine Anhebung der Honorare aller Hausärzte zur Verfügung“, kritisierte Kraffel. Nach einer ersten Analyse erhielten etliche Hausärzte sogar weniger Geld als in der Vergangenheit.

Kraffel kündigte an, dass sich der Vorstand der KV Berlin auf Bundesebene für eine Änderung der Honorarverteilung einsetzen werde. Es dürften nicht nur einzelne Spezialleistungen gefördert werden, es müsse auch mehr Geld für die Grundversorgung bereitstehen. Für eine solche Korrektur sei allerdings ein Beschluss des Bewertungsausschusses notwendig, dem auch das Bundesgesundheitsministerium zustimmen müsse. Dem Bewertungsausschuss gehören Vertreter der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an.

Die KV Berlin will darüber hinaus auf Landesebene eine bessere Vergütung von Haus- und Heimbesuchen sowie ambulanten Operationen erreichen. Die Krankenkassen wurden bereits zu Verhandlungen aufgefordert. Kraffel: „Wir nehmen die Sorgen unserer Vertragsärzte sehr ernst und werden weiter für eine leistungsgerechte Honorierung eintreten. Die flächendeckende Versorgung mit Haus- und Fachärzten muss im Interesse einer optimalen Patientenversorgung erhalten bleiben.“

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 09.01.2009

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