Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. Jeder Vierte von uns hat dieses Phänomen schon mal wahrgenommen. Meistens und glücklicherweise nur vorübergehend. Oft wird es als Pfeifen, Rauschen, Zischen
oder Summen erlebt.
Den unterschiedlichsten Geräuschen im Kopf oder in den Ohren ist eins gemein: Bis auf seltene Ausnahmen hört sie nur der Betroffene selbst. Man spricht dann vom subjektiven Tinnitus.
Tinnitus ist keine Krankheit!
Tinnitus ist ein Symptom, vergleichbar dem Schmerz. Tinnitus ist immer auch
ein Warnsignal, dass wir uns übernommen haben, im körperlichen oder seelischen
Bereich. Nicht das Symptom Tinnitus muss vordringlich behandelt werden, sondern
die Ursachen. Deswegen ist die Diagnostik sehr wichtig.
Ursachen: Vielfalt und Unklarheit
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Morbus Menière (Drehschwindel)
und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz ist oft von
einem Tinnitus begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich
können auslösende oder verstärkende Ursachen sein. Neben medizinischen Ursachen
vermuten die Hälfte aller Betroffenen Lärm und Stress als Auslöser. Oft lassen
sich die Ursachen beheben oder gut behandeln. Häufiger werden jedoch gar keine
organischen Ursachen gefunden. In beiden Fällen kann das Ohrgeräusch wieder
völlig abklingen, es kann aber auch bleiben. Dies wird nach einigen Wochen mit
Tinnitus umso wahrscheinlicher. Darum ist eine frühzeitige Behandlung im Akutfall
angezeigt.
Mit Tinnitus unbeschwert leben
Selbst wenn der Tinnitus bleibt, wird er in den meisten Fällen erträglich:
Hiervon berichtet die Hälfte aller Betroffenen, die sich gar nicht oder nur
geringfügig gestört fühlen. Gleichwohl kann Tinnitus den Charakter einer Krankheit
annehmen: Wenn er zu einer schweren Belastung im täglichen Leben wird. Und wenn
daraus weitere Krankheiten resultieren. Tinnitus wird dann zum Lärm der Seele.
Dagegen lässt sich jedoch einiges unternehmen. Denn Tinnitus ist ein Phänomen,
das gerade durch falsche Information, Resignation und Angst genährt wird. Aufklärung,
Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen sowie Lebensfreude lassen den Tinnitus in
den Hintergrund treten. Er wird erträglich. Man spricht dann von einem kompensierten
Tinnitus. Viele haben das geschafft. Manchmal benötigt dieser Lernprozess in
einen erträglichen Tinnitus Zeit. Manche benötigen dazu auch therapeutische
Hilfe.
Bei der Suche nach einem Arzt in Ihrer Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche
Vereinigung Berlin weiter: Unter der Nummer
31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.
Weiter zu Teil 2: Akutfall Tinnitus
(Quelle: Tinnitus-Liga)