KV-Gesundheitsratgeber: Wenn die Hormone verrückt spielen - Schilddrüsenerkrankungen

Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen

Neben den bei uns zahlenmäßig wichtigen Jodmangel-Folgekrankheiten wie Kropf oder Schilddrüsenknoten gibt es die so genannten autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen. Diese scheinen vom Jodmangel unabhängig zu sein. Unter „autoimmun“ versteht man „gegen den eigenen Körper gerichtet“. Es kommt zu einer chronischen Entzündung und zur Antikörperbildung gegen körpereigene Stoffe (Autoantigene). Neben einer vererbbaren Veranlagung kommen noch weitere, bisher zumeist unbekannte Faktoren hinzu, um solche Störungen auszulösen. Frauen sind etwa siebenmal häufiger als Männer betroffen. Rauchen ist einer der gesicherten äußerlichen Faktoren.

Die chronische Schilddrüsenentzündung

Die chronische Schilddrüsenentzündung nennt man nach dem Entdecker auch Hashimoto-Thyreoiditis. Diese Krankheitsform weist einen phasenhaften Verlauf auf, es liegt eine chronische, oft in Schüben wiederkehrende Schilddrüsenentzündung vor. Bei dieser chronischen Entzündung können zwei Verlaufsformen unterschieden werden. Zum einen geht der Krankheitsverlauf mit einer Organvergrößerung einher. Zum anderen kann die Schilddrüse durch die Entzündung weitgehend zerstört und somit verkleinert werden. Beide Formen dieser Schilddrüsenentzündung führen allmählich zu einer völligen Zerstörung des Schilddrüsengewebes und damit zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Symptome der chronischen Schilddrüsenentzündung

Bei der chronischen Schilddrüsenentzündung sind lokale Beschwerden am Hals eher selten, die Krankheit schreitet meist unbemerkt und schleichend voran, in vielen Fällen findet sich nur eine schmerzlose Vergrößerung der Schilddrüse. Die meisten Patienten kommen erst in einem Stadium zum Arzt, wenn die chronische Entzündung bereits zu einer Zerstörung des Gewebes zur Unterfunktion geführt hat. Die Schilddrüse ist dann klein und zurückgebildet (atrophisch) und produziert nicht genug Hormone, sie hat eine Unterfunktion. Man spricht dann von der atrophischen Form der Hashimoto-Thyreoiditis. Diese äußert sich nur mit den typischen Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion.

Diagnose und Behandlung

Bei der chronischen Schilddrüsenentzündung des Hashimoto-Typs kann die Diagnose durch Ultraschall und Bestimmung der schilddrüsenspezifischen Antikörper im Blut gesichert werden. Da der Krankheitsverlauf in einer Unterfunktion endet, ist hier auch die Bestimmung der Konzentration der Schilddrüsenhormone und des TSH (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon) wichtig. Zur Diagnose ist eine Ultraschalluntersuchung notwendig, aber keine Szintigraphie. Die mit der chronischen Schilddrüsenentzündung einhergehende Unterfunktion ist meist bleibend, das heißt, die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone müssen lebenslang mit Medikamenten ersetzt werden. Sie suchen einen Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie in Ihrer Nähe? Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hilft Ihnen weiter: Unter der Nummer 31 00 32 22 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.

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Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 26.11.2009

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