Wie altert unser Gehirn?
Altern per se ist keine Krankheit. Auch im gesunden Alterungsprozess verliert
das menschliche Gehirn Nervenzellen, die es nicht vollständig ersetzen
kann. Die Folge davon sind ein Nachlassen der Denk- und Reaktionsgeschwindigkeit
und der Wahrnehmungsschärfe, nicht aber der Hirnleistung im Allgemeinen.
Im gesunden Normalfall ist das Gehirn bis ins hohe Alter lern- und anpassungsfähig
– Lebenserfah-
rung, Wissensvermehrung und die Fähigkeit, Wichtiges von Unwich-
tigem zu unterscheiden, nehmen im Alter sogar zu.
Was ist gesundes, was ist krankhaftes Altern?
Wann gelten Gedächtnisstörungen als „gutartige Altersvergesslich-
keit“ und wann müssen sie als Zeichen einer beginnenden Krankheit
im Sinne einer Demenz gedeutet werden? Von einer Demenz spricht man, wenn:
- neben den Gedächtnisstörungen weitere Hirnleistungen betroffen
sind (Sprache, Abstraktionsvermögen usw. )
- diese Hirnleistungsstörungen zu einer Beeinträchtigung der Verrichtungen
des alltäglichen Lebens geführt haben (sogenannte „Alltagskompetenzen“
wie Haushaltsführung usw. gehen verloren)
- die Affektkontrolle, der Antrieb und das Sozialverhalten gestört sind
- die genannten Defizite seit mindestens sechs Monaten bestehen.
Häufig realisiert ein Betroffener selbst seine Defizite nicht. Dann sind
die Angehörigen bzw. die nächsten Bezugspersonen gefordert. Beim konkreten
Verdacht sollte ein Arzt aufgesucht werden. Erster An-
sprechpartner kann beispielsweise der Hausarzt sein. Ein Nervenarzt, Neurologe
oder Psychiater kann dann durch differenzierte Untersuchungsmöglichkeiten
eine genaue Diagnose erstellen.
Wie helfe ich mir oder meinem Angehörigen, wenn ich / er krank geworden
bin / ist?
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Eine genaue ärztliche bzw. nerven-
ärztliche Untersuchung ist erforderlich, um vor allem gut behandelbare
Demenzformen – fünf bis zehn Prozent sind sogar rückbildungsfähig
– nicht zu übersehen.
- Auch wenn die meisten Demenzerkrankungen nicht heilbar sind, sollten medikamentöse
und nicht medikamentöse Behandlungs-
formen genutzt werden. Denn wenn eine weitere Verschlechterung des Zustandes
einige Zeit hinausgezögert werden kann, ist das bereits als Erfolg zu
werten.
- Als „Gedächtnis-Training“ sollten alltagsrelevante und
auf die individuelle Biographie bezogene Übungen durchgeführt werden,
die das Langzeitgedächtnis ansprechen und den Kranken nicht überfordern.
- Hilfe und einfühlsame Beratung finden Sie auch bei der Deutschen Alzheimer
Gesellschaft und Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige.
Bei der Suche nach einem Nervenarzt, Neurologen oder Psychiater in Ihrer
Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin weiter:
Unter der Nummer 31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.
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